Dr. Snapple-Aktie: Milliardärs-Clan rückt Red Bull auf die Pelle

Dr Pepper Snapple-Aktie: Milliardärs-Clan rückt Red Bull auf die Pelle. Wie der Kaffeekapselhersteller Keurig Green Mountain mit Energydrinks punkten will (Foto: Andrey Armyagov / Shutterstock.com)

Der Markt für Fusionen und Übernahmen läuft weiter auf Hochtouren. Mehr als 60 Milliarden Euro gaben die Käufer alleine bei insgesamt 699 Deals mit deutscher Beteiligung aus – das ist der höchste Wert seit vier Jahren, wie die Beratungsgesellschaft EY errechnet hat. Jetzt hat die Kurspfälzer Milliardärs-Familie Reimann wieder einmal zugeschlagen und eine Milliardenofferte für den Limonadenhersteller Dr. Pepper Snapple auf den Tisch gelegt. Die Aktionäre freut’s: Der Aktienkurs von Dr Pepper ging mit einem Tagesgewinn von beinahe 40% regelrecht durch die Decke.

Kaffeekapselhersteller setzt zukünftig auf Energydrinks

Der Deal kam wie ein Paukenschlag. Der zum Reimann-Imperium gehörende Kaffeekapsel-Produzent Keurig Green Mountain übernimmt in einem mehr als 21 Milliarden Dollar schweren Geschäft den US-Limonadenhersteller Dr Pepper Snapple. Zusätzlich sollen die bisherigen Dr Pepper Snapples Aktionäre 13% des kombinierten Unternehmens halten, das den Namen „Keurig Dr Pepper“ tragen soll.

Auch wenn Ihnen Dr Pepper Snapple vielleicht nichts sagt, die Marken kennen Sie bestimmt. Mit Limonaden wie 7Up, Dr Pepper, Orangina und Sunkist kommt der Konzern immerhin auf einen Jahresumsatz von 6,4 Milliarden Dollar.

Dr Pepper –die Nummer 3 bei Energydrinks

Damit Sie den Deal noch besser einordnen können, möchte ich Ihnen noch einige Zusatzinformationen liefern. Seit 2004 hat der Limonadenhersteller Dr Pepper Snapples seinen Umsatz von 3,06 auf zuletzt 6,44 Milliarden Dollar gesteigert. Zugleich erzielte der US-Konzern einen Gewinn in Höhe von 847 Millionen Euro, was einer Gewinnspanne von 13,15% entspricht. Damit war das Unternehmen so profitabel wie zuletzt im Jahr 2005. Der Marktanteil im Limonadenbereich auf dem US-Markt lag bei 8,5%.

Damit war der Konzern nach Monster Beverages und Red Bull die Nummer 3 auf dem US-Markt für Energie- und Erfrischungsgetränke.

Schlagkräftiges Team

Zusammen bringen Keurig Green Mountain und Dr Pepper rund 11 Milliarden Dollar Umsatz auf die Waage. Keurig-Chef Bob Gamgort wird den neuen Konzern leiten. Die Beteiligungsgesellschaft der Reimanns, JAB Holding, wird den Deal durch eine Investition im Wert von neun Milliarden Dollar finanzieren. Dabei erwarten die beiden Konzerne Synergieeffekte in Höhe von 600 Millionen Dollar in den kommenden drei Jahren. Insgesamt umfasst das zusammengelegte Produktportfolio 125 Einzelmarken.

Produkte für den ganzen Tag

Nach dem Zusammenschluss kann der neue Konzern Getränke für den ganzen Tag anbieten und peilt damit einen Riesenmarkt an. Für Sie zum Vergleich: Während der Kaffeeverkauf in den USA in den vergangenen fünf Jahren um 3,7% jährlich auf zuletzt 13,8 Milliarden Dollar angewachsen ist, wuchs der Soft-Drink-Markt um 2,2% pro Jahr auf beachtliche 112 Milliarden Dollar.

Der Marktanteil von Keurig bei heißen Getränken in den USA lag zuletzt bei 7,4%. Bei einem Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Dollar blieb ein Gewinn in Höhe von 498 Millionen Dollar hängen.

Analysten erwarten kein Gegenangebot

Während die Anleger den Deal feiern, schätzen die Analysten die Wahrscheinlichkeit auf ein Gegenangebot als gering ein. Das Bord hat dem Deal einstimmig zugestimmt, die Prämie war durchaus signifikant. Auch die Wettbewerbsbehörden dürften auf Grund nicht vorhandenen Überschneidung wohl wenig Einwände gegen die Transaktion haben.

 

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.