Drägerwerk: Aktienkurs des Medizintechnikkonzerns zeigt sich beeindruckend stabil

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Die Coronavirus-Krise sorgt kurzfristig für Rückenwind bei Drägerwerk. Der Run auf Schutzausrüstung beflügelt die Geschäfte. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Momentan finden Sie wenige Aktien auf dem deutschen Kurszettel, die sich gegen den schwachen Markttrend stemmen können. Zu den wenigen Ausnahmen zählen die Papiere des Medizintechnikspezialisten Drägerwerk.  Seit dem Beginn der Panikverkäufe am 19. Februar hielten sich die Aktien deutlich besser als der Gesamtmarkt. Dabei stellt sich die fortschreitende Coronavirus-Krise als Fluch und Segen zugleich da. Während die Nachfrage nach Schutzausrüstungen stark nach oben klettert, könnten die langfristigen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen die Nachfrage nach anderen Produkten und Dienstleistungen unter Druck bringen.

Drägerwerk – Familienunternehmen mit Tradition….

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen Drägerwerk gerne im Detail vorstellen. Bei den Lübeckern handelt es sich nämlich um eine richtige Traditionsfirma, die bereits im Jahr 1889 gegründet wurde und sich seither (in der fünften Generation) zum Großteil in Familienbesitz (>71% der Aktien) befindet.

…..und breiter Produktpalette

Drägerwerk entwickelt, produziert und vertreibt seither Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Krankenhäuser, Feuerwehren, Rettungsdienste, Behörden, Militär, Bergbau sowie die Industrie. Dabei ist die angebotene Produktpalette ausgesprochen vielfältig: Zu den Produkten gehören Anästhesiearbeitsplätze, Beatmungsgeräte, Patientenmonitoring, und Geräte für die Versorgung von Neugeborenen und speziell auch Frühchen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch IT-Lösungen für den OP und Gasmanagementsysteme und bietet so eine umfassende Ausrüstung für Krankenhäuser.

Im Bereich Sicherheit bedient die Gesellschaft ihre Kunden mit Atemschutzausrüstungen, Gasmesssystemen, Tauchtechnik oder Alkohol- und Drogenmessgeräten.

Coronavirus sorgt bisher für Rückenwind

Derzeit bekommt der Konzern von der „Corona-Krise“ noch Rückenwind:  Die erhöhte Nachfrage nach Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräten für Krankenhäuser beflügelt die Geschäfte. Allerdings verweist Firmenboss Stefan Dräger auf die gestiegene Unsicherheit, die eine fortschreitende Verbreitung des Virus mit sich bringt. Die Auswirkungen auf die Lieferketten sind bislang schwierig abzuschätzen.

Leichtes Umsatz- und Ergebnisplus in 2019

Im zurückliegenden Geschäftsjahr konnte Drägerwerk weiteres Wachstum verzeichnen: Die Umsätze kletterten um 4% auf 2,79 Milliarden Euro nach oben. Die Vorsteuergewinnmarge verharrte mit 2,4% auf dem Niveau des Vorjahres, ergo blieb ein Vorsteuergewinn von 67 Millionen Euro hängen.

Stark lief der Bereich mit Sicherheitstechnik, der für 37% der Gesamtumsätze verantwortlich ist und ein Umsatzwachstum von 9,1% auf 1,04 Milliarden Euro erreichte. Allerdings war die EBIT-Marge mit 5,1% rückläufig (2018: 5,9%). Im Segment Medizintechnik-Bereich verbesserte sich hingegen die Vorsteuergewinnmarge bei 1,74 Milliarden Euro Umsatz um 0,4 Prozentpunkte auf nunmehr 0,8%. Sie müssen wissen: Die Medizintechniksparte hat Dräger gerade umstrukturiert. Finanzchef Gert-Hartwig Lescow rechnet daher in den kommenden Quartalen dort mit einer weiteren Verbesserung.

Prognose bleibt unverändert

Für das laufende Geschäftsjahr hält Drägerwerk an den zuletzt kommunizierten Zielen fest. Die Gesellschaft rechnet mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg zwischen 1 und 4%. Die EBIT-Marge wird ebenfalls in einer Bandbreite zwischen 1 und 4% erwartet.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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