Drägerwerk: Corona-Schub scheint nicht nachhaltig

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Der Medizintechniker verdiente dank der Pandemie glänzend. Die Begeisterung der Anleger ist jedoch inzwischen verfolgen. (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

Das Thema Corona hält auch weiterhin einzelne Titel in Atem. Auch wenn die internationalen Aktienindizes derzeit von Rekord zu Rekord eilen und damit deutlich zu erkennen geben, dass die Pandemie aus Börsensicht schon komplett abgehakt ist, sorgt es bei Einzelwerten aber dennoch für Bewegung. Drägerwerk beispielsweise verdankt der Pandemie ein erstklassiges Geschäftsjahr 2020. Allerdings sind in den nächsten Jahren keine neuen Rekordzahlen zu erwarten.

Unternehmensportrait

Die Drägerwerk AG & Co KGaA, mit Sitz in Schleswig-Holstein, ist ein Anbieter von Medizin- und Sicherheitstechnik. Das Unternehmen ist in zwei Segmenten tätig: Medizin und Sicherheit. Das Segment Medical entwickelt, produziert und vermarktet Systemlösungen, Geräte und Dienstleistungen, darunter beispielsweise die in der Pandemie so wichtigen Beatmungsgeräte. Beim Thema Sicherheit werden Produkte, Systemlösungen und Dienstleistungen für den Personenschutz, die Gasmesstechnik und das integrierte Gefahrenmanagement für Kunden entwickelt und angeboten.

Deutlicher Umsatz- und Gewinnsprung 2020

Es war schon ein kleiner Paukenschlag, was zu Beginn des letzten Monats veröffentlicht wurde: Auf Grund der starken Nachfrage nach Beatmungsgeräten und Masken im Zuge der Corona-Pandemie konnte der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk in 2020 einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnen. Dieser fiel sogar deutlich über den Erwartungen aus. So belief sich der Überschuss auf 250 Mio. Euro und auch beim Auftragseingang konnte ein Plus von rund 35% erzielt werden.

Da die Pandemie weiter anhält und Masken und Beatmungsgeräte weiterhin zum (Klinik-) Alltag gehören, dürfte sich dieser Boom weiter fortsetzen. Auf den Intensivstationen werden schon wieder für die kommenden Wochen Engpässe befürchtet.

Einen Einblick darüber, wie die Geschäfte in diesem Jahr angelaufen sind, werden die Quartalszahlen geben, die am 29.04. zur Veröffentlichung anstehen. Bislang gab sich der Konzern, was den Ausblick 2021 angeht, eher zurückhaltend: So wurde ein Rückgang von 7% bis 11% in Aussicht gestellt. Auf Grund der weiterhin vollen Krankenhäuser und der anhaltenden Maskenpflicht gehe ich jedoch davon aus, dass diese Prognose wohl schon bald nach oben geschraubt wird.

In den nächsten Jahren kein Wachstum in Sicht

Bei allen Corona-Profiteuren stellt sich natürlich die Frage, ob der Schub für die Geschäfte von Dauer ist oder wieder abebbt. Bei Drägerwerk scheint der positive Corona-Pandemie Effekt nur bedingt nachhaltig zu sein. Dieses Jahr wird – wie oben erwähnt – ein Umsatzrückgang erwartet. Beim Gewinn pro Aktie wird sogar mit einem Abschlag von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Für die Folgejahre wird dann zwar ein minimales Wachstum beim Umsatz und wieder mehr Gewinn erwartet, aber die Rekordwerte aus dem Jahr 2020 dürften nicht so schnell wieder erreicht werden.

Aktie günstig bewertet

Eine Wachstumsaktie wird aus Drägerwerk aufgrund der Corona-Pandemie also nicht. Das haben inzwischen auch die Anleger eingesehen: Die Aktie notiert aktuell weit unterhalb ihres Höchstkurses aus dem Frühjahr 2020 (über 100 Euro). Seit mehreren Wochen absolviert die Aktie eine Seitwärtsbewegung zwischen 60 und 70 Euro.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp unter 10 ist das Unternehmen zwar recht günstig bewertet. Doch aus meiner Sicht drängt sich ein Einstieg hier aufgrund der fehlenden Wachstumsperspektiven trotzdem nicht auf.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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