Drägerwerk: Ein Lichtblick in Krisenzeiten

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Drägerwerk ist eines der wenigen Unternehmen, die von der Corona-Krise profitieren. Die Lübecker haben einen Großauftrag zur Lieferung von Beatmungsgeräten erhalten. (Foto: Vintage Tone/Shutterstock)

Die Börsen kommen trotz massiver Stützungsprogramme der öffentlichen Hand nicht zur Ruhe. So verlor der deutsche Leitindex DAX in den vergangenen 30 Tagen fast 40% an Wert und das Ende des Sinkfluges ist noch nicht abzusehen. Einen Boden werden wir vermutlich erst sehen, wenn die Fallzahlen der Corona-Infizierten rückläufig sind.

Allerdings gibt es einige Unternehmen, deren Kurse sich trotz Coronakrise positiv oder zumindest seitwärts entwickeln. Hierbei handelt es sich insbesondere um Gesellschaften, deren Produkte im weitesten Sinne zur Bekämpfung der Corona-Krise beitragen. Zu diesen Unternehmen gehört die Drägerwerk AG & Co. KGaA aus Lübeck.

Das traditionsreiche Lübecker Familienunternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin-, Beatmungs- und Sicherheitstechnik. Trotz einer über 120-jährigen Geschichte befindet sich das Unternehmen bis zum heutigen Tage mehrheitlich im Besitz der Familie Dräger.

Großauftrag der Bundesregierung

Drägerwerk gab am vergangenen Freitag bekannt, dass man von der Bundesregierung einen Großauftrag zur Lieferung von 10.000 Beatmungsgeräten erhalten habe.

Darüber hinaus liefert Dräger an die Bundesregierung auch persönliche Schutzausrüstung für das Personal in Krankenhäusern. Beides wird dazu dienen, die Versorgung im Gesundheitswesen auch bei einer Ausbreitung des Corona-Virus zu sichern, so das Drägerwerk-Management.

Um die Großaufträge zeitnah erfüllen zu können, wird Dräger seine Produktionskapazitäten in Lübeck deutlich ausweiten. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die Großaufträge positiv auf die wirtschaftliche Lage und das Ergebnis auswirken werden.

Kurssprung

Nachdem die Nachricht über den Großauftrag am späten Freitagnachmittag bekanntgegeben wurde, zog der Kurs der Drägerwerk-Aktie deutlich an. Der Schlusskurs der Dräger-Papiere lag am Freitag bei 58,05 Euro, ein stolzes Plus von 11%.

Am Montag stieg der Kurs weiter an und lag in der Spitze bei 97,40 Euro, was einen zwischenzeitlichen Tagesgewinn von mehr als 37% ausmachte. Zum Börsenschluss lagen die Dräger-Papiere noch bei etwas mehr als 70 Euro. Dieses Niveau konnte die Aktie in den vergangenen Tagen in einem negativen Umfeld halten bzw. noch leicht ausbauen.

Gute Aussichten

Vor wenigen Wochen hatte ich Ihnen ja bereits über die positiven vorläufigen Geschäftszahlen, die Drägerwerk Ende Januar 2020 veröffentlicht hatte, berichtet. Mittlerweile liegt auch der testierte Geschäftsbericht für 2019 vor, in dem die vorläufigen Zahlen bestätigt wurden.

Die Lübecker konnten in 2019 sowohl beim Umsatz (+7,2%) als auch beim operativen Ergebnis (EBIT) zulegen (+6,3). Allerdings ging der Jahresüberschuss 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück (-3,2%). Berücksichtigt man die neuen Großaufträge der Bundesregierung, so ist davon auszugehen, dass die positive Tendenz auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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