Drägerwerk legt Vorabzahlen vor und blickt auf 2020

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Drägerwerk hat als eines der ersten Unternehmen vorläufige Geschäftszahlen für 2019 vorgelegt. Gleichzeitig hat man die Erwartungen für 2020 gedämpft. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Bereits im Januar präsentieren die ersten Aktiengesellschaften ihre Vorjahresergebnisse, so auch das Lübecker Familienunternehmen Drägerwerk. Doch bevor ich näher auf die Geschäftszahlen von Dräger eingehe stelle ich Ihnen das Unternehmen kurz vor.

Drägerwerk im Portrait

Drägerwerk entwickelt, produziert und vertreibt Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik. Trotz einer über 120-jährigen Geschichte befindet sich das Unternehmen bis zum heutigen Tage mehrheitlich im Besitz der Familie Dräger.

Der aktuelle Vorstandsvorsitzende, Stefan Dräger, ist ein Ur-Urenkel des Firmengründers Johann Heinrich Dräger. Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahre 1889 und war zunächst im Bereich der Druckgastechnik tätig. In den Folgejahren wurden weitere Geschäftsbereiche, wie die Medizin-, Beatmungs- und Tauchtechnik, erschlossen.

Schon 1907 gründet Dräger seine erste Niederlassung in den USA. Heute hat das Lübecker Unternehmen 10 Produktionsstandorte in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika. In rund 50 Ländern ist das Unternehmen mit Vertriebs- und Servicegesellschaften aktiv.

Gründung einer AG und Börsengang

1970 wird Dräger in eine Aktiengesellschaft umfirmiert und geht 9 Jahre später mit Vorzugsaktien an die Börse. Die stimmberechtigten Stammaktien bleiben aber vollständig in Familienbesitz.

2007 erfolgt der Rechtsformwechsel zur Drägerwerk AG & Co. KGaA. Seit einer Kapitalerhöhung im Jahre 2010 werden auch Stammaktien des Lübecker Traditionsunternehmens an der Börse gehandelt.

Vorläufige Geschäftszahlen für 2019

Schauen wir uns nun die frisch veröffentlichten Zahlen an: Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um 7,3% gesteigert werden und liegt bei 2,78 Mrd. Euro (2018: 2,59 Mrd. Euro).

Auch das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag leicht über dem Vorjahresniveau von 51,43 Mio. Euro. Konkrete Zahlen gibt Dräger hier zwar noch nicht an, aber alleine die Tatsache, dass das EBIT angestiegen ist, ist eine gute Nachricht. Denn gerade bei den Gewinnen hat Dräger Anfang 2019 noch einen deutlichen Rückgang vermelden müssen.

Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr

Da das Auftragseingangswachstum 2019 hinter der Umsatzentwicklung zurückblieb, geht Dräger für das laufende Geschäftsjahr von einer etwas schwächeren Umsatzentwicklung aus. Das Unternehmen rechnet für 2020 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum zwischen 1 und 4%. Aufgrund der aktuell längeren Laufzeit von Neuzulassungen und erhöhter Unsicherheit bezüglich des Zeitpunktes bei der Markteinführung neuer Medizinprodukte in den USA prognostiziert Dräger eine operative Gewinnmarge (EBIT-Marge), die ebenfalls zwischen 1 und 4% liegen soll.

Zwar waren die Umsatz- und Gewinnentwicklung in 2019 ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch ist insbesondere die Profitabilität von Dräger nach wie vor eher enttäuschend. Ein Kauf der Dräger-Aktie bietet sich meines Erachtens erst an, wenn das Unternehmen die operative Situation weiter verbessert.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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