Drägerwerk: Nur kurze Corona-Euphorie?

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Die Drägerwerk-Aktie zählte nur kurz zu den Lieblingen der Anleger. Wie nachhaltig ist der Corona-Schub hier wirklich? (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Einige Aktien von Profiteuren der Corona-Pandemie haben zuletzt den Rückwärtsgang eingelegt. Wichtig für Sie als Anleger ist hier, genau zu prüfen, wie lange ein Wachstumsschub durch die Krise anhalten wird. Einen diesbezüglichen „Wackelkandidaten“ möchte ich Ihnen heute vorstellen: Drägerwerk.

Unternehmensportrait

Die in Lübeck ansässige Drägerwerk AG & Co KGaA ist ein Anbieter von Medizin- und Sicherheitstechnik. Das Segment Medical entwickelt, produziert und vermarktet Systemlösungen, Geräte und Dienstleistungen zur Optimierung von Prozessen am Akutpunkt, wie z.B. Notfallversorgung, Präoperative Versorgung, Intensivmedizin und Pränatalpflege.

Das Segment Safety entwickelt, produziert und vermarktet Produkte, Systemlösungen und Dienstleistungen für den Personenschutz, die Gasmesstechnik und das integrierte Gefahrenmanagement für Kunden aus verschiedenen Branchen wie Bergbau, Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz. Das Unternehmen verfügt über Produktionsstätten in Europa, Amerika, Afrika und Asien. Insgesamt beschäftigt der Konzern knapp 15.000 Mitarbeiter.

Großauftrag der Bundesregierung für Beatmungsgeräte

Einer der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte kam im Frühjahr von der Bundesregierung. Diese bestellte mehr als 10.000 Beatmungsgeräte – die bei schweren Fällen von COVID-19-Erkrankungen zum Einsatz kommen. Zudem sollen viele dieser Geräte ins Ausland exportiert werden. Dafür ist eine Ausweitung der Produktionskapazität notwendig – diese soll bis Ende des Jahres vervierfacht werden.

Solide Quartalszahlen

Die steigende Nachfrage nach Medizintechnik in der Corona-Pandemie spiegelt sich in den Quartalszahlen wider.  Hier sprang der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als ein Drittel nach oben. Der Umsatz legte um mehr als ein Viertel auf rund 788 Mio. Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei rund 102 Mio. Euro und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres, als ein Verlust von 1,5 Mio. Euro verzeichnet wurde.

Das sorgte dann auch dafür, dass die Prognose für das Gesamtjahr angehoben wurde. Die Geschäftstätigkeit soll nun bis zu 22% wachsen, die Ebit-Marge könnte dann einen zweistelligen Prozentbereich erreichen.

Corona-Euphorie ist für die Aktie schon vorbei

Nach dem Großauftrag der Bundesregierung schoss die Drägerwerk-Aktie von 60 auf über 90 Euro. Inzwischen ist wieder etwas Ruhe eingekehrt und ein Großteil des Kursgewinns wurde wieder abgegeben.

Drägerwerk zählt unbestritten zu den Profiteuren der Coronakrise. Allerdings mehren sich die Stimmen, dass der Corona-Aufschwung nicht von Dauer sein könnte. Zudem befürchten einige Marktteilnehmer, dass die Bundesregierung ihren Großauftrag kürzen könnte, da die Zahl der bestellten Geräte in der ersten Panik doch etwas zu hoch gegriffen sein könnte. Diese Befürchtungen erhielten neue Nahrung, als in der vergangenen Woche die USA eine Teilstornierung ihres Auftrags für Beatmungsgeräte bei Konkurrent Philips getätigt haben.

Wie hoch und wie nachhaltig der Wachstumsschub durch die Coronakrise bei Drägerwerk ausfällt, steht also noch in den Sternen. Und da die Aktie in den vergangenen Jahren eher enttäuschte, drängt sich hier aus meiner Sicht ein Investment nicht unbedingt auf.

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Drägerwerk: Ein Lichtblick in KrisenzeitenDrägerwerk ist eines der wenigen Unternehmen, die von der Corona-Krise profitieren. Die Lübecker haben einen Großauftrag zur Lieferung von Beatmungsgeräten erhalten. › mehr lesen


Die Draegerwerk ST.A.O.N.-Aktie im Jahresverlauf

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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