Drägerwerk schockt Aktionäre mit erneuter Gewinnwarnung

TecDax: Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk mit der zweiten Gewinnwarnung in 3 Monaten. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der im TecDax gelistete Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk hat erneut seine Prognose für das laufende Jahr gesenkt und damit für einen deutlichen Kurssturz gesorgt. Nachdem das Unternehmen bereits im Juli seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr zusammenstreichen musste war jetzt erneut eine Korrektur notwendig.

Die Anleger reagierten sichtlich geschockt und sorgten bereits gestern im nachbörslichen Handel für ein zweistelliges Minus und am heutigen Tage setzte sich der Ausverkauf ungebremst fort.

Doch was sind die Gründe für die erneute Korrektur der Prognosen für das Gesamtjahr und wie plant Drägerwerk nun? All das und weitere Hintergründe und Details erfahren Sie jetzt.

Weniger Umsatz und Gewinn erwartet

Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) des Medizin- und Sicherheitstechnik-Herstellers dürfte nur noch bei 2,5 bis 4,5% liegen, wie das Unternehmen gestern Abend mitteilte. Zuvor hatte Drägerwerk eine EBIT-Marge von 5 bis 7% angepeilt.

Auch die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum musste erneut gekürzt werden. Nach zuvor 2 bis 5% rechnet das Unternehmen jetzt nur noch mit 1 bis 3%.

Ursächlich dafür sei vor allem, dass sich die Geschäftsentwicklung in der Region Asien-Pazifik (und dort insbesondere in China) weiter eingetrübt habe. Auch in der Region Amerika sei das Geschäft unter den Erwartungen geblieben, wie es in der Mitteilung hieß.

Zudem habe sich das Geschäft mit der Sicherheitstechnik im Rohstoffsektor, insbesondere in den Branchen, die besonders vom Ölpreis abhängig seien, noch nicht verbessert. Zusätzlich hätten Sondereffekte das Ergebnis des 3. Quartals mit etwa 20 Mio. Euro belastet.

Die Zahlen für das 3. Quartal

Apropos 3. Quartal. Hier die Ergebnisse im Überblick: Im abgelaufenen 3. Quartal legte der Umsatz um 2,1% auf 604 Mio. Euro und der Auftragseingang um 3,5% zu. Bereinigt um Währungseinflüsse blieb beim Umsatz aber lediglich ein Plus von 0,2% und beim Auftragseingang von 1,2% übrig.

Der operative Gewinn (EBIT) sackte von plus 47,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf minus 23 Mio. Euro ab. Damit lag die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) im abgelaufenen Quartal bei minus 3,7% (nach +8% im entsprechenden Vorjahreszeitraum).

Drägerwerk will nun seine mittelfristige Prognose überprüfen und verstärkt sparen. Das Unternehmen rechnet damit, dass die derzeit schwache Entwicklung bei wichtigen Wachstumsmärkten außerhalb Europas anhält.

Über eine eventuelle Prognoseänderung und Details zu neuen Sparmaßnahmen will der Konzern Anfang 2016 informieren.

Fazit: Die Zukunft sieht noch düsterer aus als im Juli 2015

Im Juli 2015 (nach der 1. Gewinnwarnung des laufenden Jahres) schrieb ich Ihnen: „Nach derzeitigem Entwicklungsstand sieht es so aus, als wenn das Jahr 2015 für Drägerwerk bestenfalls ein Übergangsjahr wird. Aktionäre und Interessenten sollten darauf achten, ob sich die Geschäfte in China und den USA wieder verbessern und ob das Unternehmen die operative Gewinnmarge wieder steigern kann.“

Heute – eine Gewinnwarnung und rund 3 Monate später – hat sich das Bild weiter eingetrübt und das Jahr 2015 kann aus meiner Sicht auch mit wohlwollen nicht mehr als Übergangsjahr bezeichnet werden.

Wenn sich die Lage bessert, kann das Jahr 2016 ein Übergangsjahr werden und in den darauffolgenden Jahren kann das Unternehmen Drägerwerk vielleicht an vergangene Erfolge anknüpfen.

Im Augenblick würde ich persönlich jedoch von einer Investition in die Drägerwerk-Aktie absehen und meine Entscheidung gegebenenfalls dann überdenken, wenn sich ein operativer Turnaround abzeichnet.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

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