Drägerwerk: Von der Tüftlerbude zum Weltkonzern

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Drägerwerk ist ein spannendes deutsches Familienunternehmen. Die Entwicklung an der Börse ist jedoch seit Jahren recht schwach. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Drägerwerk-Aktie sorgte in der vergangenen Woche für Aufsehen: Wegen der Ankündigung eines größeren Aktienrückkaufprogramms (das Unternehmen will bis zu 8% der Vorzugsaktien vom Markt nehmen) schoss die Vorzugsaktie des Unternehmens deutlich nach oben.

Zwischenzeitlich wurde wegen des starken Kursausschlags sogar der Xetra-Handel ausgesetzt. Ich möchte Ihnen aufgrund dieser Ereignisse das Unternehmen Drägerwerk heute einmal ganz ausführlich vorstellen.

Seit 1889 fertigt das Familien-Unternehmen Drägerwerk AG & CO. KGAA aus Lübeck Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik an. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Krankenhäuser, Feuerwehren, Rettungsdienste, Behörden, Militär, Bergbau sowie die Industrie.

Familienunternehmen in der fünften Generation

Dräger wurde bereits am 1. Januar 1889 in Lübeck vom Uhrmacher Johann Heinrich Dräger und dem Kapitalgeber Carl Adolf Gerling als Firma für technische Artikel Dräger & Gerling gegründet. Der technikbegeisterte Johann Heinrich Dräger entwickelte schon früh diverse Geräte im Bereich der Druckgastechnik.

1889 meldete Dräger das Lubeca-Ventil, einen Kohlensäure-Druckminderer, zum Patent an, 10 Jahre später brachte das Unternehmen den Finimeter, ein Druckmessgerät auf den Markt. Nachdem sich Gerling 1891 aus dem Unternehmen zurückgezogen hatte, wird Johann Heinrich Dräger alleiniger Inhaber des Unternehmens. 1902 entwickelte Dräger ein Narkosegerät.

Umfirmierung und weitere Neuproduktentwicklungen

1902 war es auch, als mit Bernhard Dräger die zweite Generation in das Familienunternehmen eintrat. Das Unternehmen firmierte nun unter dem Namen Drägerwerk Heinr. und Bernh. Dräger. In den Folgejahren wurde ein Tauchretter für U-Bootbesatzungen und ein Notfallbeatmungsgerät, ein schlauchloses Helmtauchgerät und weitere Geräte im Bereich der Tauchtechnik entwickelt, produziert und vertrieben.

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Bereits 1907 gründet Drägerwerk seine erste Niederlassung in den USA. 1928 übernahm mit Heinrich Dräger die dritte Generation die Leitung des Unternehmens, die er bis 1984 innehatte. Auch nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte Dräger laufend weitere Geräte in den Bereichen Narkose und Beatmung.

Gründung der Drägerwerk AG und Börsengang

1970 wird die Drägerwerk AG gegründet. Neun Jahre später erfolgt der Börsengang des Lübecker Unternehmens. Es wurden nur stimmlose Vorzugsaktien ausgegeben. Die stimmberechtigten Stammaktien blieben vollständig im Familienbesitz.

Dräger setzt in diesen Jahren zunehmend auf Elektronik. Anfang der 1980er Jahre wird mehr und mehr mechanisch-pneumatische Technik durch elektronische Bauteile ersetzt. 1984 übernahm Christian Dräger die Leitung des Unternehmens, die er 1997 an seinen jüngeren Bruder Theo abgab.

Im Jahr 2005 übernimmt Stefan Dräger von seinem Onkel Theo die Leitung der Drägerwerke. 2007 erfolgt der Rechtsformwechsel zur Drägerwerk AG & Co. KGaA.

Drägerwerk: Zahlen und Perspektiven

Heute ist Dräger ein weltweit aktiver Konzern, der in 190 Ländern tätig ist. Das Unternehmen ist hoch-innovativ und hat alleine im vergangenen Jahr 217 Patente angemeldet und 33 neue Produkte auf den Markt gebracht.

14.399 Dräger-Mitarbeiter erwirtschafteten im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 2,6 Mrd. Euro. Auf der Ergebnisseite hatte das Unternehmen zuletzt Probleme. Von alten Höchstständen ist die Vorzugsaktie von Drägerwerk derzeit deutlich entfernt. Aktuell dürften aber die Chancen die Risiken zumindest leicht überwiegen.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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