Draghi schickt Euro auf Talfahrt | DAX-Anleger schöpfen neue Hoffnung

Politische Börsen, ein neuer Teil. Der Euro verliert massiv an Wert, weil die EZB den Geldhahn offenlässt. Dagegen geht der DAX steil nach Norden. Chartanalyse von beiden. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Schon ist die Euro-Party wieder vorbei. Wer gedacht hatte, dass die EZB eine straffere Geldpolitik anstrebt, wurde ordentlich überrascht. Mario Draghi lässt den Geldhahn weiterhin offen. Und so kam, wie es kommen musst: Wenn mehr Euros gedruckt werden, sinkt dessen Wertigkeit. Der Chart des Währungspaars EUR/USD zeigt dies mehr als deutlich.

Gestern gab es eine riesige rote Kerze. Natürlich nur, weil die Politik etwas gesagt hat. Fundamentale Daten sind Nebensache? Zum Teil. Fundamental ist ja nun einmal, dass die EZB die Unterstützungskäufe nicht straffen wird. Also vorerst. Wie lange, wir dieses Spiel noch spielen können, müssen wir sehen. Die FED in den USA hebt bereits regelmäßig die Zinsen an. Irgendwann muss die EZB folgen und auch den Geldhahn ein wenig zudrehen.

Doch bis dahin wird es noch einige Zeit dauern. Könnten wir meinen. Allerdings gibt es bereits nächste Woche in Portugal ein Zentralbankforum der EZB. Dort können schon wieder andere Aussagen kommen und der Markt versucht diese dann zu interpretieren. Allzu ruhig wird der Euro wohl auch nächste Woche nicht verlaufen.

Momentan ist unten bei 1,15 ein deutlicher Widerstand. Nach oben sehen Sie im Chart die 20-Tagelinie in Orange und die 50-Tagelinie in Blau. Die SMA-50 wurde zuletzt im April überschritten. Doch die blaue Linie hat deutlich an Boden verloren. Bald wird sie um 1,18 EUR/USD liegen. Somit kommt sie unter Umständen schnell in Reichweite. Ob dann ein neuer Boom im Euro möglich ist? Da wird die EZB auch noch ein Wörtchen mitzureden haben.

Nach oben ist um 1,18 der Deckel vorerst drauf. Der aktuelle Bereich zwischen 1,15 und 1,18 wird wohl vorerst nicht verlassen werden. Es sei denn, die EZB hilft nach.

Aktienmärkte vor der Erholung? Der weitere Fahrplan des DAXDer DAX klettert nach Norden und zeigt ungewohnte Stärke. Höhere Hochs und höhere Tiefs lassen die Bullen aufatmen. Doch wie lange geht dieser Trend noch gut? › mehr lesen

DAX zwischen 2 Linien gefangen

Genauso wie der EUR/USD, befindet sich auch der DAX in einem engen Bereich, der geknackt werden will.

Nach den positiven Tagen dieser Woche, stehen wir erneut kurz vor der 13.204. Das Mai-Hoch ist das nächste Ziel. Wenn der DAX dies nachhaltig überspringt, sollten noch höhere Kurse möglich sein.

Auf der Unterseite ist die 200-Tagelinie einigermaßen eine Begrenzungslinie. Diese wurde Ende Mai und Anfang Juni zwar nicht immer respektiert, doch im Großen und Ganzen können wir uns daran orientieren – mit etwa 200 Punkten Puffer nach unten.

Daraus ergibt sich ein Bereich für den DAX zwischen 13.204 und 12.568. Wir sehen seit einiger Zeit höhere Tiefs. Das ist ein gutes Zeichen. Wenn allerdings die 13.204 nicht geschlagen wird, sollten wir unsere Euphorie etwas zurückfahren. Außerdem sollten der Bereich zwischen dem Mai-Hoch und der SMA-200 stetig enger werden.

EUR/USD und DAX könnten beide bald aus ihrem Handelsbereich ausbrechen – eventuell in gegenseitigen Richtungen. Der DAX sieht jedoch aktiver aus und könnte dieses Ziel als Erster erreichen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.