Drei Coronavirus-Profiteure für Ihr Aktien-Depot

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Drägerwerk erhält momentan Großaufträge von der Bundesregierung – und auch die beiden Unternehmen Geratherm und Aladdin Healthcare könnten stark profitieren. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Auch während der Coronavirus-Krise lässt sich mit den richtigen Aktien an der Börse Geld verdienen. Nachdem sich die Aktie des Anbieters für Videokonferenz-Software Zoom Video (WKN: A2PGJ2, ISIN: US98980L1017), die ich Ihnen bereits letztes Jahr empfohlen hatte, als großer Corona-Gewinner herauskristallisierte, habe ich mich für Sie intensiv auf die Suche nach weiteren Aktien gemacht, die von der Coronavirus-Pandemie profitieren. Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland.

Top-Tipp konservativ: Drägerwerk erhält Großaufträge der Bundesregierung

Die Drägerwerk-Aktie (WKN: 555063, ISIN: DE0005550636) war in den letzten Jahren nicht gerade ein Überflieger. Eher im Gegenteil. Von Höchstkursen bei 123 Euro im Jahr 2015 taumelte die im SDAX notierte Aktie unter hohen Schwankungen bis 2019 auf 40 Euro. Anfang März kam schlagartig wieder Leben in das Papier. Denn das Unternehmen stellt Beatmungsgeräte und Schutzmasken her, in beiden Bereichen gibt es derzeit angesichts der Corona-Pandemie einen weltweiten Mangel.

Sonderschichten und Kapazitätsausbau, um Großaufträge der Bundesregierung abzuarbeiten

Die Produktion des Lübecker Unternehmens läuft auf Hochtouren, unter anderem für Großaufträge der Bundesregierung. Diese bestellte unter anderem 10.000 Beatmungsgeräte, die über das gesamte Jahr 2020 ausgeliefert werden sollen. Dazu sollen die Produktions-Kapazitäten deutlich ausgebaut werden, auch Sonderschichten sind geplant.

Auch Schutzausrüstungen für das Krankenhauspersonal bestellte die Bundesregierung in rauen Mengen. Bei Drägerwerk wagte man bislang jedoch keine Prognose, wie sich die enorme Nachfrage auf Umsätze und Gewinne auswirkt. Auch wenn einige Geschäftsbereiche unter der Corona-Krise leiden, platzen die Auftragsbücher unterm Strich aus allen Nähten und das Unternehmen ist ein klarer Profiteur der Krise. Die Aktie ist auch für konservativere Anleger mit etwas längerfristigem Anlagehorizont geeignet. Bei einer derzeitigen Marktkapitalisierung von 600 Mio. Euro (Kurs: 79 Euro) ist durchaus noch Luft nach oben.

Top-Tipp spekulativ: Geratherm meldet extreme Nachfrage nach Fiebermessgeräten

Auch die Aktie der Geratherm Medical (WKN: 549562, ISIN: DE0005495626) nimmt seit Mitte März Fahrt auf. Wie Drägerwerk stellt das Thüringer Unternehmen Medizinprodukte her und produziert unter anderem Fieberthermometer und Lungenfunktionsmessgeräte. Auch Geratherm kann sich vor Aufträgen kaum retten und produziert mittlerweile im 3-Schicht-Betrieb, sowie am Samstag.

Dennoch übertrifft die Nachfrage das Angebot laut Unternehmensangaben um ein Vielfaches. Damit die Herstellung der Medizinprodukte gesichert und hochgefahren werden kann hat das Thüringer Ministerium Geratherm kürzlich einen Sonderstatus für “Kritische Infrastruktur” erteilt.

Stark verbesserte Gewinnaussichten

Mit einem Börsenwert von 55 Mio. Euro (Kurs 11 Euro) ist das Unternehmen ein Micro-Cap und deshalb etwas spekulativer als Drägerwerk. Die Gewinnaussichten haben sich durch die Corona-Krise nachhaltig verbessert, denn das Thema Gesundheit wird nicht nur kurzfristig, sondern auch in den kommenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen. Deshalb könnte das Unternehmen über kurzfristige Effekte hinaus vor nachhaltigen Wachstumsschüben stehen.

Top-Tipp hochspekulativ: Aladdin Healthcare entwickelt Prototyp zur Echtzeit-Diagnose des Erregers COVID-19

Ein ganz heißes Eisen ist die allerdings noch sehr unbekannte Aktie von Aladdin Healthcare (WKN: A12ULL, ISIN: DE000A12ULL2). Die Firma aus Berlin entwickelt mit Hilfe künstlicher Intelligenz Früherkennungssysteme für verschiedene, hauptsächlich altersbedingte Erkrankungen. Kaum jemand nahm davon Notiz, als Anfang März die Entwicklung eines neuartigen Echtzeit-Tests zur Corona-Diagnose bekannt gegeben wurde. Darauf folgte Anfang dieser Woche eine Meldung, wonach der Prototyp des Tests durch den indischen Partner OurHealthMate India (OHM) verifiziert und anschließend vertrieben werden soll.

Laut Unternehmensangaben verwendet der Test als multimodaler Ansatz Multiomik-Daten und CT-Bilddaten, die mit enormen Datenbanken abgeglichen werden. So würden innerhalb von 2-3 Sekunden Ergebnisse mit hoher diagnostischer Genauigkeit vorliegen. Dabei soll COVID-19 von anderen Lungenerkrankungen und gesunden Personen unterschieden werden und auch die Einstufung der Krankheitsschwere soll in Echtzeit erfolgen. Aktuell würden in Sachen Corona-Test bereits Kooperationen mit zahlreichen chinesischen Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäusern u.a. in Wuhan, Shenzen und Guangzhou bestehen.

Ein zuverlässiger Echtzeit-Test wäre für das Unternehmen eine Goldader

Ein zuverlässiger Echtzeit-Test für Corona wäre mit Sicherheit eine Goldader für das junge Technologieunternehmen, denn bei der Auswertung bisheriger Blut-Tests beim Arzt muss auf das Labor-Ergebnis meist 1-2 Tage gewartet werden. Wertvolle Zeit, die im Kampf gegen das Corona-Virus verloren geht. Bei einem aktuellen Aktienkurs von ca. 6 Euro kommt das Unternehmen auf eine Bewertung von 69 Mio. Euro. Zur weiteren Finanzierung der Forschungs- und Entwicklungskosten findet gerade eine Kapitalerhöhung zu 5,90 Euro je Aktie statt, also in etwa auf dem Niveau auf dem sich die Aktie aktuell befindet.

Bitte beachten Sie: Die Aktie, die Anfang 2019 zeitweise mehr als 30 Euro kostete ist hochspekulativ und riskanter als die anderen beiden vorgestellten Werte. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist der Corona-Test noch nicht marktreif und es gibt damit noch keine Umsätze. Aber dafür ist die Aktie auch noch nicht auf dem Radar der Anlegergemeinde aufgetaucht.

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Drägerwerk: Aktienkurs des Medizintechnikkonzerns zeigt sich beeindruckend stabilDie Coronavirus-Krise sorgt kurzfristig für Rückenwind bei Drägerwerk. Der Run auf Schutzausrüstung beflügelt die Geschäfte. › mehr lesen


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Von: Maximilian Ritter. Über den Autor

Schon seit seiner Jugend interessiert sich Maximilian Ritter für das Börsengeschehen. In seinem Dienst "Aktien-Timing-System" setzt er auf eine verfeinerte CANSLIM-Methode, mit der sich eine 30%ige Rendite im Jahr erwirtschaften lässt.

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