Drei deutsche Top-Unternehmen die viele Anleger „noch“ nicht auf dem Radar haben

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Alle drei Unternehmen konnten zum 1. Halbjahr nicht nur starke Zahlen präsentieren, auch die Aussichten auf das Gesamtjahr sind hervorragend. (Foto: ricochet64 / shutterstock.com)

HelloFresh hat für das 1. Halbjahr starke Zahlen vorgelegt. Der enorme Wachstumskurs konnte bestätigt werden. Der Umsatz stieg um 39,3% auf 856,7 Mio. €. Bereits in den Vorjahren wurden Wachstumsraten von fast 100% erzielt.

Das eingesammelte Kapital wird vollständig für weiteres Wachstum ausgegeben. Unterm Strich konnte kein Gewinn erwirtschaftet werden. Es musste ein Fehlbetrag von 0,31 € pro Aktie ausgewiesen werden. Auch der operative Cashflow war negativ. Es wurde also mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Angesichts der enormen Wachstumsraten und der soliden Eigenkapitalbasis ist die aggressive Wachstumsstrategie aber zu verkraften.

Es geht um die möglichst schnelle Gewinnung von Markanteilen, um dann von den erzielten Größeneffekten zu profitieren

Die Eintrittsbarrieren für die Konkurrenz werden mit jedem neu abgeschlossenem Essensabo größer. Und genau hierauf setzt HelloFresh. Bislang konnte diese Strategie sehr erfolgreich in den USA, Ozeanien und Europa umgesetzt werden. Starke Konkurrenten wie Amazon sind an vergleichbaren Vorhaben gescheitert. Umso mehr überrascht es, dass ein junges Unternehmen aus Berlin den alten Hasen in Übersee etwas vorzumachen scheint.

Für 2019 rechne ich mit einem Rekordumsatz und einer Verbesserung des Bruttoergebnisses, das sich bereits 2018 verdoppelt hatte. Sobald HelloFresh seine Marketingausgaben zurückfährt, landet der Konzern in der Gewinnzone. Ich bin von dem Geschäftsmodell überzeugt.

Unternehmensporträt

HelloFresh ist ein junges Unternehmen aus Berlin, das sich auf die Auslieferung von Kochboxen spezialisiert hat. Im Lieferumfang sind sämtliche Zutaten und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung enthalten. Die Kochboxen sollen nachweislich gesund sein, gleichzeitig aber auch schnell zubereitet werden können.

VARTA blickt auf ein Rekord-Halbjahr zurück

Der Umsatz stieg um 15,8%, der Gewinn um fast die Hälfte, und die EBITDA-Marge verbesserte sich von 18,4 auf 24,6%. Beide Sparten sind profitabel gewachsen. Während das Geschäft mit Mikrobatterien mit einem Umsatzanstieg von 18,9% auf 126,2 Mio. € überzeugte, wuchs die Sparte Power & Energy nur um 3,6% auf 25 Mio. €. Die Marktsegmente kabellose Unterhaltungselektronik und Hörgeräte bieten nach wie vor große Chancen. Die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für tragbare Kleingeräte (Wearables) wächst zweistellig.

Entsprechend investiert VARTA jetzt 130 Mio. € in den Ausbau der Produktionskapazitäten. Aber auch in der Sparte Power & Energy dürfte sich das Wachstum in Zukunft beschleunigen. Denn den Konzern erreichen immer mehr Aufträge aus den Bereichen Medizintechnik, Robotik, Kommunikationstechnik und Speichertechnik für erneuerbare Energien.

Aufgrund der guten Aussichten hat das Management seine Jahresziele höhergeschraubt

Erwartet werden jetzt einen Umsatz von 320 bis 330 Mio. € und ein EBITDA von 72 bis 76 Mio. €. Den Gewinn schätze ich auf 43 Mio. €. 2020 wird sich der Umsatz mehr als verdoppeln, wenn der Erwerb der Haushaltsbatterien vom US-Konkurrenten Energizer abgeschlossen ist. Mittel- und langfristig sollte VARTA auch von der E-Mobilität profitieren. Um sich unabhängiger von der chinesischen Konkurrenz zu machen, planen VARTA, BMW und BASF ein Konsortium zur Produktion von Batterien für E-Autos. Die Bewertung der Aktie ist angesichts des erwarteten Gewinnwachstums vertretbar.

Unternehmensporträt

VARTA wurde 1887 gegründet und gehört heute zu den weltweit bedeutendsten Anbietern von Batterien (Microbatteries) und Energiespeicher-Lösungen (Power & Energy) für eine Vielzahl von Anwendungen. Die Batterien kommen unter anderem in Hörgeräten, Werkzeugen und Kopfhörern sowie weiteren Produkten der Unterhaltungselektronik zum Einsatz. Der Konzern notiert seit Oktober 2017 wieder an der Börse.

Dermapharm wächst kräftig

Die erweiterte Produktpalette und die erfolgreich integrierten Tochtergesellschaften Strathmann und Trommsdorff sowie die neue Sparte Pflanzliche Extrakte haben das Umsatz- und Ergebniswachstum vorangetrieben. Im 1. Halbjahr steigerte Dermapharm den Umsatz um 18,9% auf 333,2 Mio. €. Das operative Ergebnis (EBITDA) erhöhte sich um 27,1% auf 90,1 Mio. €. Die EBITDA-Marge verbesserte sich entsprechend auf 24,5%.

In der Sparte Markenarzneimittel, die zahlreiche bekannte Marken wie Dekristol, Solacutan oder Ampho-Moronal umfasst, erhöhte sich der Umsatz um 7,2%, während das EBITDA überproportional um 11% anstieg. Damit erzielte Dermapharm in dieser Sparte eine leicht verbesserte, sehr hohe EBITDA-Marge von 40,9%. Die neugeschaffene Sparte Pflanzliche Extrakte trug 39,8 Mio. € zum Umsatz bei. Über die spanische Euromed, die wesentlich zu Umsatz und Ergebnis beitrug, ist Dermapharm jetzt auch im spanischen Markt präsent. Derzeit hat Dermapharm etwa 50 Entwicklungsprojekte in der Pipeline, um das Portfolio weiter zu diversifizieren.

Dermapharm profitiert von seiner starken Forschung

Die hauseigene Produktentwicklung, die seit jeher zu Dermapharms großen Stärken zählt, trägt zu einem nachhaltigen organischen Wachstum bei. Aufgrund der strategischen Ausrichtung bei den Markenarzneimitteln und der guten Entwicklung der Sparte Pflanzliche Extrakte bestätigte der Vorstand seine Prognose für 2019 und erwartet, dass der Umsatz 14 bis 19% und das EBITDA 17 bis 22% über dem Vorjahr liegen werden.

Unternehmensporträt

Dermapharm, gegründet 1991, entwickelt, produziert und vertreibt patentfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte. Das Unternehmen verfügt über 900 Arzneimittelzulassungen für mehr als 200 pharmazeutische Wirkstoffe. Zu den Kernmärkten gehören Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Geschäftsmodell umfasst zudem ein Parallelimportgeschäft, das unter der Marke axicorp betrieben wird.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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