Drei Flugzeugbauer mit besten Aussichten

Trotz schwächelnder Wirtschaft sieht es gut aus für die Flugzeugbauer, insbesondere Bombardier, Lockheed Martin und MTU Aero Engines wachsen profitabel. (Foto: vaalaa / shutterstock.com)

Bombardier ist mit der Fertigstellung der neuen C-Series fast fertig. Der Zivilflieger kann bis zu 160 Passagiere befördern.

Nach eigenen Angaben sind bereits 148 Maschinen bestellt. Weitere 234 Flieger unterliegen derzeit noch einem Vorvertrag.

Mit dem neuen Modell steigt Bombardier in die Liga der größeren Passagierflieger auf und heizt vor allem den etablierten Konkurrenten Boeing und EADS ordentlich ein. Das Geschäftsjahr 2012 konnte uns aber nicht überzeugen.

Bei einem Umsatzrückgang von rund 9% brach der Gewinn um fast 29% ein. Besonders die Nachfrageabkühlung im Transportgeschäft belastete die Ergebnisse. Dagegen erzielte das Luftfahrtsegment ein leichtes Umsatzplus.

Bombardier hat in Deutschland schwer zu kämpfen

Die Deutsche Bahn verklagt den Konzern wegen erheblichen Mängeln an Berliner S-Bahn Zügen.

Zuvor ist eine außergerichtliche Einigung gescheitert. Streitgegenstand sind fehlerhafte Räder und Achsen. Der geforderte Schadensersatz beläuft sich auf rund 350 Mio €.

Erfolgreicher Start ins neue Geschäftsjahr

Bombardier startete erfolgreich ins neue Geschäftsjahr und hat im 1. Quartal ein Umsatzplus von fast 25% erzielt.

Dabei lag der Gewinn allerdings nur auf dem Vorjahresniveau. Die Auftragslage für 2013 ist gut. Allein Schweden orderte 96 MOVIA U-Bahn-Fahrzeuge. Zudem stehen 80 weitere Fahrzeuge in einer Kaufoption.

Das neue U-Bahn-System soll für bessere Verbindungen in Stockholm sorgen. In New York, London und Singapur kommt es bereits zur Anwendung. Der Großauftrag sichert die Produktion bis 2016.

Unternehmensporträt

Bombardier ist der weltweit drittgrößte Hersteller von Zivilflugzeugen. In den Bereichen Regional- und Businessjets ist der Konzern Marktführer. Learjet, Challenger und CRJ200 gehören zu den bedeutendsten Jet-Marken.

Bombardier ist seit der Übernahme von Adtranz auch der weltweit größte Anbieter von Schienenverkehrstechnik. Die Bereiche Freizeitfahrzeuge und Bombardier Capital wurden verkauft.

Lockheed Martin mit profitablem Wachstum

Trotz des schwachen 4. Quartals hat Lockheed 2012 bei der Umsetzung der Konzentrationsstrategie entscheidende Fortschritte gemacht und konnte weiterhin profitabel wachsen.

Bei einem Umsatzplus von 1,5% sorgten der harte Sparkurs und wichtige Kostensenkungsmaßnahmen zu einem Gewinnanstieg von 3,4%. Die Dividende wurde um satte 27,7% auf 4,15 $ pro Aktie angehoben.

Die neue Konzernchefin Marillyn Hewson bestätigte einen Auftragsbestand auf Rekordniveau. Wichtigster Abnehmer bleibt die US-Armee. Lockheed sicherte sich zuletzt den Großauftrag über die Patriot-Raketen PAC-3.

Dabei soll der Konzern auch bei den Verkäufen an ausländische Streitkräfte dem Pentagon beratend zur Seite stehen.

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Der Auftragswert beläuft sich auf rund 755 Mio $. Die Abwehrraketen dienen der Abwehr von ballistischen Raketen und gerieten durch den Türkei-Syrien-Konflikt in die internationalen Schlagzeilen.

Hohe Abhängigkeit vom US-Rüstungsetat

Doch die Abhängigkeit von der US-Regierung ist gefährlich. Rund 82% des Umsatzes fließen aus der amerikanischen Staatskasse. Unter Obama ist mit einer Kürzung des Rüstungsetats zu rechnen.

Eine Verschärfung der angespannten Situation in Nordkorea könnte diese Sorgen aber entkräften. Von einem NATO-Einsatz würde auch Lockheed profitieren.

Im 1. Quartal gelang es, bei einem Umsatzrückgang von 2%, den Gewinn um fast 15% zu steigern. Für 2013 rechnen wir mit moderaten Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn. Lockheed bleibt von konjunkturellen Schwankungen nahezu unberührt.

Unternehmensporträt

Lockheed Martin gehört neben Boeing zu den weltweit größten Rüstungskonzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die Entwicklung von Raketen-, Flugabwehr- und Satellitensystemen sowie die Produktion von Kampfjets und Transportflugzeugen (F-16, F-22, F-35, C-130S).

Die US-Regierung und die US-Armee sind mit einem Umsatzanteil von 82% die bedeutendsten Vertragspartner des Konzerns.

MTU Aero Engines schloss das Geschäftsjahr 2012 mit erfolgreichen Zahlen ab

Die Auftragsbücher sind gefüllter denn je. Sowohl im Triebwerksgeschäft als auch im Bereich Instandhaltung konnte der Konzern ordentlich zulegen. Der Umsatz stieg um satte 15,2%. Besonders in Nordamerika und Asien wurde viel nachgefragt.

Dagegen wurde in Europa nur ein schwaches Umsatzplus erzielt. Operativ legte der Gewinn um 4,5% zu. Aufgrund geringerer Sonderbelastungen steigerte MTU seinen Gewinn unterm Strich um 10%.

Die Entwicklung des 1. Quartals war von einem starken Neugeschäft geprägt

Der Umsatz legte um über 35% zu. Die meisten Aufträge wurden allerdings zu schlechteren Konditionen abgeschlossen. Das drückte die operative Marge. Der Gewinn ging um fast 33% zurück. MTU versucht aber seine Abnehmer langfristig zu binden.

Daher sollte sich das operative Geschäft sukzessiv stabilisieren. Künftig investiert MTU in die Grundlagenforschung von innovativen Triebwerkstechnologien zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen.

In Zusammenarbeit mit Pratt & Whitney und Rolls Royce sollen neue Antriebe für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge entwickelt werden, die im Auftrag des Klimaschutzes eingesetzt werden können.

Innovation bleibt ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Mit der Zusammenarbeit festigt der Konzern seinen Technologievorsprung.

Der derzeitige Auftragsbestand garantiert eine vollständige Produktionsauslastung über die nächsten 3 Jahre. Damit schreitet MTU sicher durch die Krise.

Unternehmensporträt

Die frühere Daimler-Tochter MTU ist Deutschlands führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken für zivile und militärische Zwecke.

International ist MTU in allen wichtigen Regionen vertreten. Neben dem Triebwerksgeschäft gehört die Instandhaltung von Industriegasturbinen zum Kernbereich. Partner sind Pratt & Whitney, Rolls-Royce und General Electric. Kunden sind u.a. EADS und Boeing.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.