Drillisch glänzt mit prozentual zweistelligen Wachstsumsraten

Wenn zwei fusionieren, freut sich der Dritte: Die Karten werden derzeit neu gemischt am deutschen Mobilfunkmarkt. Von der Fusion von o2 und E-Plus profitiert vor allem Drillisch.

Das TecDax-Unternehmen nutzt einen Teil der Netzkapazität der größeren Betreiber zu günstigen Konditionen, entsprechend der EU-Bedingungen für den Zusammenschluss von Deutschlands bisheriger Nummer drei und vier, die nun Vodafone von Rang zwei vertreiben.

Drillisch gilt in diesem Spiel als günstiger Konkurrent, der den Wettbewerb beleben soll. Nun hat das hessische Unternehmen seine Bilanz für das erste Quartal vorgelegt – und die kann sich durchaus sehen lassen.

Drillisch steigert Ergebnis und Kundenstamm

Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte im Vorjahresvergleich um 31,2 Prozent auf 26,9 Milionen Euro. Die Erlöse stiegen um gut 39 Prozent auf rund 99 Millionen Euro. Auch der Gesamtumsatz konnte kräftig gesteigert werden, was nicht zuletzt auf die höhere Kundenanzahl zurückzuführen ist.

Die gewinnt Drillisch einerseits durch Eigenwerbung und andererseits durch Expansion. Anfang des Jahres hat das Unternehmen die E-Plus-Tochter yourfone übernommen und damit die eigene Kundenkartei weiter aufgepumpt. Außerdem hat Drillisch jüngst Phone House geschluckt, um den Vertrieb auszubauen.

Auf der Agenda steht außerdem noch die Übernahme von 300 Filialen der o2-Muttergesellschaft Telefonica Deutschland – auch dies war ein Teil der EU-Auflagen für den Mega-Deal.

Unternehmensführung bestätigt Jahresausblick

Durch das etablierte Filialnetz verlässt Drillisch seinen angestammten Platz als reiner Online-Anbieter und wagt den Schritt in die Innenstädte. Zwar dürften die laufenden Kosten dadurch steigen, doch der Werbeeffekt durch die vor-Ort-Präsenz ist nicht zu unterschätzen und dürfte den Kundenstamm künftig noch weiter ausbauen.

Mit Blick auf das Gesamtjahr hat die Unternehmensführung ihre Prognose nach der Quartalsbilanz bestätigt. Demnach soll im laufenden Geschäftsjahr ein Ebitda von 95 bis 100 Millionen Euro erzielt werden. 2014 belief sich das operative Ergebnis auf gut 85 Millionen Euro.

Anleger haben Grund zu Freude und Optimismus

Besonderes Bonbon für Aktionäre: Sie sollen an der guten Geschäftsentwicklung teilhaben. Die Dividende je Aktie soll um 10 Cent auf 1,70 Euro angehoben werden.

Anleger, die die Aktie bereits besitzen, haben aber ohnehin allen Grund zur Freude, blickt man auf die Chartentwicklung: Hier zeigt sich eine seit Jahren stetige Aufwärtsbewegung, die seit Jahresbeginn 2015 noch einmal deutlich steiler verläuft als zuvor.

2015-05-29 Drillisch

Allein im laufenden Jahr hat die Aktie um mehr als 40 Prozent zugelegt – Tendenz steigend. So sehen das auch die Analysten, die nach der Präsentation der jüngsten Zahlen mehrheitlich Kaufempfehlungen ausgesprochen haben und das zuletzt mit rund 43 Euro gehandelte Papier bei bis zu 50 Euro fair bewertet sehen.

Es besteht also noch durchaus weiteres Kurspotenzial. Unterm Strich bleibt festzuhalten: Wenn zwei fusionieren, freut sich der Drillisch(-Aktionär).

5. Juni 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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