Drillisch: Wie lange hält die Schwächephase an?

Es gibt Unternehmen, deren Zahlenwerk man erst einmal genauer anschauen sollte, bevor darüber geurteilt wird. Ein solcher Konzern ist der Mobilfunkanbieter Drillisch. Auf den ersten Blick sorgt das gestern veröffentlichte Zahlenwerk zunächst für eine deutliche Ernüchterung. Bei näherer Betrachtung erkennt man aber die Perspektiven, über die die Gesellschaft verfügt.

Gewinn halbiert

Es klingt erst einmal schon fast wie ein Schlag ins Gesicht: So hat sich im ersten Quartal der Gewinn des Mobilfunkanbieters nahezu halbiert und ging auf 1,5 Mio. Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank um 11% auf 24 Mio. Euro. Das sind Zahlen, die nicht gerade für Euphorie an den Märkten sorgen.

Diese Hoffnung auf bevorstehende gute Zeiten ermöglicht dann aber die Umsatzentwicklung: Dieser stieg – natürlich auch durch die erfolgten Übernahmen getragen – um drei Viertel auf 173,4 Mio. Euro an. Zuversichtlich ist der Vorstand für die weitere Entwicklung – es wird ein Ebitda von bis zu 120 Mio. Euro angestrebt. Die Vorjahreszahl, die bei rund 106 Mio. Euro lag, soll jedenfalls deutlich übertroffen werden.

Mit Startmobil und Yourfone erfolgreich

Drillisch sieht sich selbst als einen der großen netzunabhängigen Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Der Konzern bietet seinen Kunden ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen und Produkten aus dem Bereich mobiler Sprach- und Datendienste. Zu den Marken gehören Smartmobil und Yourfone.

Dabei betreibt Drillisch kein eigenes Mobilfunknetz sondern hat mit dem Mobilfunker Telefonica Deutschland ein umfassendes Netzabkommen geschlossen. Dabei will die hessische Gesellschaft in den kommenden Jahren nach und nach 20% des Netzes der Münchner nutzen, mit Option auf weitere 10%.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist man mit eigenen Shops in Fußgängerzonen vertreten und hat den Händler The Phone House übernommen, der zudem auch Geräte verkauft.

Dass diese Rechnung Früchte trägt, zeigt die Entwicklung der Teilnehmerzahlen: Diese stiegen um 119.000 – bzw. 4,4% – auf 2,8 Mio. Und auch bei den Budget-Kunden befindet sich Drillisch auf Erfolgskurs – hier legten die Zahlen gar um 8,7% auf 2,1 Mio. Teilnehmer zu.

Die aktuellen Angebote des Unternehmens – u.a. in Zusammenarbeit mit der BILD Zeitung – tituliert mit dem Namen Volksflat dürften auch im laufenden Quartal für einen abermaligen Zuwachs sorgen.

Weitere Kursverluste oder Fortsetzung des Aufwärtstrends?

Nach einem jahrelangen Aufwärtstrend macht die Drillisch-Aktie seit Herbst eine Schwächephase durch. Vom Hoch bei knapp 50 Euro ist der Wert mit aktuell rund 36 Euro weit entfernt. Aus charttechnischer Sicht ist es jetzt ungemein wichtig, dass die Unterstützung im Bereich zwischen 34 und 35 Euro hält, sonst drohen weitere Einbußen.

Hält die Unterstützung, kann vielleicht irgendwann der Widerstand bei 42,20 Euro in Angriff genommen werden. Solange diesbezüglich nichts entschieden ist, sollten Sie an der Seitenlinie stehen bleiben, auch wenn mir die Aktie fundamental (u.a. wegen der Dividendenrendite von 5%) sehr gut gefällt.

25. Mai 2016

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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