Drogerie-Kette drängt nach Europa

Walgreen ist jedem US-Amerikaner ein Begriff. Neben Drogerie-Artikeln und Kosmetika gibt es dort auch Arzneien. Das Konzept kommt jetzt auch nach Europa. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Drogerien sind in unseren Städten zu Wohlfühl-Oasen geworden. Oder finden Sie es im Sommer etwa nicht entspannend, kleinere Dinge des täglichen Bedarfs in einem kühlen und gut sortierten Drogeriemarkt zu kaufen? Die Schlangen an den Kassen sind kurz und Wasserspender und weitere Annehmlichkeiten sorgen für ein angenehmes Einkaufsgefühl. Was rossmann oder dm bei uns sind, ist Walgreen in den USA. Neben Drogerieartikeln gibt es dort auch Medikamente.

Walgreens Co. wurde 1901 von Charles Walgreen gegründet und ist zur größten Drogeriekette der USA aufgestiegen. Der Konzern betreibt über 13.100 Drogerien und Apotheken in 11 Ländern. Mit der Übernahme von Alliance Boots hat Walgreen sich auch in Europa ein Standbein aufgebaut. Damit ist Walgreen der einzige Apothekenkonzern, der weltweit tätig ist.

Übernahme-Hickhack lässt Walgreen kalt

Walgreen hat für das 1. Halbjahr solide Zahlen präsentiert. Der Umsatz stieg um 10% auf rund 63,8 Mrd $. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 11,3% auf 2,16 $ pro Aktie. Die Fusion scheint geglückt. Die größten Sonderbelastungen sind abgeschrieben, und jetzt kann sich der Konzern gezielt auf sein operatives Geschäft konzentrieren. Dabei plant Walgreen sowohl organisch als auch durch Unternehmensübernahmen zu wachsen, um die eigenen Marktanteile zu erhöhen.

Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufenInsidertransaktionen der Woche: Apothekenkette, Vermögensverwalter und Fernsehsatelitenbetreiber. Wie Firmeninsider jetzt ihr Geld anlegen › mehr lesen

Dabei musste Walgreen zuletzt eine herbe Niederlage verkraften. Die Übernahme des Konkurrenten Rite Aid schien bereits in trockenen Tüchern, musste jetzt aber plötzlich abgesagt werden. Walgreen wollte die Filialen des Rivalen für 5,2 Mrd $ übernehmen. Das Vorhaben wurde bereits 2015 den Kartellbehörden angezeigt. Danach kündigte Walgreen an, den Konkurrenten komplett zu übernehmen. Der Übernahmepreis belief sich auf 17,2 Mrd $.

Die Kartellbehörden wollten diesen Schritt aber nicht mitgehen und machten dem Vorhaben letztlich einen Strich durch die Rechnung. Der Zusammenschluss wäre für beide Konzerne vorteilhaft gewesen. Jetzt muss Rite Aid eine Vertragsstrafe für die geplatzte Übernahme in Höhe von 325 Mio $ zahlen.

Solide, mehr aber auch nicht…

Dabei hat Walgreen längst einen weiteren Übernahmekandidaten im Blick. Walgreen ist an einer Komplettübernahme von AmerisourceBergen interessiert. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Eine Übernahme würde Walgreen rund 20 Mrd $ kosten. Mit der Expansion nach Europa kann das Unternehmen auch hier Wachstumschancen wahrnehmen. Wir glauben, dass das Vorhaben durchaus gelingen kann. Die Zahlen sind solide und die Marke ist vielen Menschen auch hierzulande ein Begriff. Die Dividendenrendite fällt mit 2,4% solide aus. Diese Aktie können Sie sich näher ansehen!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.