Walgreens: Drogerie made in USA

Wenn man in einer fremden Stadt unterwegs ist, tut es gut, alte Bekannte zu treffen.

Diesen Begriff kann man durchaus auch sehr weit verstehen; beispielsweise kann man durchaus auch Einkaufs-Möglichkeiten als alte Bekannte bezeichnen.

Oftmals sind Regale in jeder Filiale exakt gleich bestückt.

Der Kunde fühlt sich schnell heimisch und neigt daher auch auf Reisen dazu, auf Altbekanntes zurückzugreifen; beispielsweise wenn es darum geht, Produkte des täglichen Bedarfs zu kaufen.

Was bei uns in Deutschland dm oder Rossmann sind, ist in den USA Walgreens – eigentlich überall finden sich Filialen. Doch ob sich diese Marktposition auch für Anleger rechnet?

Jetzt ist das Management gefragt

Walgreens Co. wurde 1901 von Charles Walgreen gegründet und ist zur größten Drogeriekette der USA aufgestiegen. Der Konzern betreibt über 13.100 Drogerien und Apotheken in 11 Ländern.

Mit der Übernahme von Alliance Boots hat Walgreen sich auch in Europa ein Standbein aufgebaut. Damit ist Walgreens der einzige Apotheken-Konzern, der weltweit tätig ist.

Nach den Erfolgen der letzten Monate ist es jetzt wieder etwas ruhiger geworden. Der Zusammenschluss von Walgreens und Alliance Boots war sicherlich die richtige Entscheidung.

Jetzt muss sich der neue Konzern aber erst im Wettbewerb beweisen. Die 1. Euphorie ist verflogen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte der Konzern ein Umsatzplus von 13,4% auf 117,4 Mrd. $. Dabei überzeugte Walgreens v. a. durch seine internationale Präsenz.

Allerdings waren das Wachstum und die Umstrukturierungen teuer: Der Gewinn sank um 1,1% auf 4,2 Mrd. $. Der Wettbewerb drückt die Margen und belastet die Bilanz.

Mit einer Eigenkapitalquote von 41,7% ist der Konzern aber immer noch sehr stark aufgestellt und könnte ohne große Probleme Tiefschläge verkraften.

Bisher hat der Zusammenschluss nicht die erhofften Synergie-Effekte gebracht, die anfangs vermutet wurden.

Deshalb ist es jetzt Aufgabe des Managements, einen profitablen Wachstumskurs einzuschlagen und die Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Geschäfte hui, Aktie…?

An den Quartalszahlen lässt sich ein positiver Trend ablesen:

Der Umsatz lag im 4. Quartal zwar nur knapp über dem Vorjahres-Niveau, dafür konnte aber ein guter Gewinn erwirtschaftet werden. Unterm Strich verbesserte sich das Ergebnis von -0,04 auf 0,94 $ pro Aktie.

Allerdings zeichnen sich am Horizont strukturelle Probleme ab: Es drohen politische Regulatorien, die die operative Geschäfts-Entwicklung gefährden.

Auf Sicht von 6 – 12 Monaten erwarten wir deshalb nur noch eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Bei Walgreens einkaufen, jederzeit! Von der Aktie lassen Sie allerdings besser die Finger…

17. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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