Druck machen hier nur die Investoren

Druckmaschine Farbe – shutterstock_141151414 silvano audisio

Es gibt Aktien, die tragen einen großen Namen, schwächeln aber aktuell. Wir erklären, wie es mit Heidelberger Druck weitergeht. (Foto: silvano audisio / Shutterstock.com)

Wenn Sie heute Morgen eine gedruckte Zeitung in der Hand hatten, dann gehören Sie zu einer Minderheit: Immer mehr Menschen lesen nebenbei, im Bus – und das auf dem Smartphone. Klassische Druckerzeugnisse gehören heute fast der Vergangenheit an. Während wir Papier verlegen können, sind auch wichtige Dokumente in digitaler Form immer dabei. Dass immer mehr Menschen so denken, hat die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen zum Pennystock gemacht. Zwar läuft es inzwischen wieder besser, doch müssen sich Aktionäre schon fragen, wie es mit dem krisengeschüttelten Unternehmen weitergeht.

Die Angst geht um in Heidelberg. Doch zunächst zum Unternehmen an sich. Heidelberger Druckmaschinen ist der bedeutendste Anbieter von Lösungen für die gesamte Druckindustrie. Nach der umfassenden Neuausrichtung gliedert sich der Konzern jetzt in die Sparten Digital Technology, Lifecycle Solutions und Finanzdienste. Von den Bereichen Digital und Web Systems hat sich Heidelberger Druckmaschinen getrennt.

Heidelberger Druck mit Teilerfolgen

Heidelberger Druck musste im 1. Halbjahr einen Umsatzrückgang um 28% auf 805 Mio € hinnehmen. Die Sparte Digital Solutions verlor 32% auf 446 Mio € und Lifecycle Solutions 23% auf 357 Mio €. Bei den Absatzmärkten waren EMEA und Asien besonders betroffen. EMEA verlor 23,5% Umsatz auf 315 Mio € und Asien 28% auf 254 Mio €. Im Zuge der Corona-Krise wurden einige Maßnahmen zur Sicherung der Geschäftstätigkeit ergriffen. Der Personalaufwand wurde um 37% auf 279 Mio € verringert. Weltweit sollen bis zu 1.600 Stellen abgebaut und die betriebliche Altersvorsorge umstrukturiert werden.

Für die deutschen Standorte wurde bereits über ein Maßnahmenpaket mit Arbeitnehmervertretern abgestimmt, das den Abbau von 1.200 Stellen sicherstellt. Die flüssigen Mittel fielen auf 100 Mio €, und die Eigenkapitalquote fiel von 7,8 auf 5,3%. Dennoch konnte das EBITDA um 40% auf 97 Mio € gesteigert werden. Das Ergebnis je Aktie erholte sich leicht von -0,05 auf -0,03 €. Das Transformationsprogramm kommt voran. Eine Unternehmensanleihe konnte vorzeitig zurückgeführt werden und senkt die jährlichen Finanzierungskosten um 12 Mio €.

Wieso die Aktie ein heißes Eisen bleibt

Vorerst ist bei  Heidelberger Druck keine Trendwende erkennbar. Das Unternehmen hat in beiden Sparten Probleme, lukrative Margen zu erwirtschaften. Zwar zeigt die wirtschaftliche Lage für das 2. Quartal deutliche Erholungszeichen. Jedoch stehen viele Länder einer zweiten Welle der Corona-Krise gegenüber, wodurch die restlichen Quartale deutlich negativer ausfallen könnten. Die Aktie bleibt ein heißes Eisen, seien Sie sich dessen bewusst!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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