DSV macht Panalpina-Deal perfekt und nimmt marktführende Position in der Luftfracht ein

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DSV: Dänisches Transportunternehmen bringt milliardenschwere Übernahme in trockene Tücher. Deal schafft neuen Riesen auf dem Logistikmarkt (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Was lange währt, wird endlich gut. Nach einer mehrmaligen Erhöhung des Übernahmeangebots und einem anfangs nicht verkaufswilligen Großaktionär ist die Übernahme nun doch in trocken Tücher gebracht worden. Das öffentliche Tauschangebot ist vollzogen, womit der Logistikkonzern Panalpina nun in die dänische DSV-Gruppe integriert wird. Die Transaktion bewertet dem Konzern höher als ursprünglich erwartet mit 5,1 Milliarden Schweizer Franken. Damit handelt es sich um einer der größten Übernahmen der Logistikbrache seit Jahren.

Übernahme schafft neues Schwergewicht

Ein Blick auf die Zahlen zeigt Ihnen, welch beeindruckende Größe die Transaktion einnimmt. Durch den Zusammenschluss entsteht eines der größten Transport- und Logistikunternehmen der Welt mit einem Pro-forma-Umsatz von rund 17,2 Milliarden Schweizer Franken und einer Belegschaft von 60.000 Angestellten in 90 Ländern.

Auch die Marktposition verbessert sich durch den Zusammenschluss massiv. So steigen Panalpina und DSV zum weltweit zweitgrößten Anbieter von Luftfracht auf. Im Bereich der Seefracht rutscht der Konzern vor zur Nummer drei.

Geschäfte ergänzen sich gut

Auch von der strategischen Ausrichtung ergänzen sich beide Firmen sehr gut. Während die Schweizer in der Luft- und Seefracht zu den führenden Anbietern gehören, ist DSV etwa im Straßentransport stark.

Mit dem Deal setzt sich die Konsolidierung in dem fragmentierten Markt weiter fort. Besonders der Panalpina-Aktionär Cevian dürfte sich freuen. Nachdem der Finanzinvestor vor über 8 Jahren eingestiegen ist, verlor er zuletzt die Geduld. Angesichts zu hoher Kosten und zu niedriger Umsätze sei der Konzern schlecht geführt, monierte Cevian. Tatsächlich hinkt Panalpina etwa dem Rivalen Kühne+Nagel beim Wachstum hinterher, unter anderem weil sich die Einführung eines neuen Informatiksystems verzögert hat.

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Börsennotiz soll eingestellt werden

Im Rahmen der Übernahme wurden 98,44% der ausstehenden Namenaktien von Panalpina angedient. In einem nächsten Schritt möchte DSV nun bei der Schweizer Börse SIX einen Antrag auf ein Delisting der Panalpina-Aktien stellen. Außerdem sollen rechtliche Schritte eingeleitet werden, um die restlichen 1,56% Panalpina-Aktien für kraftlos zu erklären.

Der Name der bisherigen Firma DSV soll im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung nun vorerst in DSV Panalpina A/S geändert werden. Später sollen jedoch sämtliche Aktivitäten der fusionierten Gesellschaft wieder nur noch unter der Marke DSV am Markt auftreten.

Hohe Synergien erwartet

Mit der Transaktion soll sich aber nicht nur die Marktposition erheblich verbessern. Zugleich sollen auch hohe Synergieeffekte gehoben werden. Auf Jahresbasis peilt das Unternehmen Einsparungen von rund 320 Millionen Schweizer Franken an, wobei dieser Effekt ab 2022 voll zu Buch schlagen soll.

Die Einsparungen sollen vor allem aus der Konsolidierung von Betrieben, Logistikanlagen wie auch von Verwaltungs- und IT-Infrastrukturen kommen. Ab 2021 soll die Transaktion erstmals einen positiven Ergebnisbeitrag liefern. 2022 möchte DSV bei der Marge, die derzeit in der Branche führend ist, wieder auf das derzeitige Niveau kommen.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.