Ducati & Harley Davidson: Steht ein Megadeal in der Motorradbranche vor der Tür?

Warum der Traditionskonzern auf starkes Interesse stößt (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Worüber schon seit längerem spekuliert wurde, wird jetzt konkreter. Die VW-Gruppe könnte sich im Zuge der Nachwehen des Diesel-Skandals von ihrem italienischen Motorradhersteller Ducati trennen. Das berichtet zumindest die für gewöhnlich gut informierte Wirtschaftszeitung Wall Street Journal.

Für den VW-Konzern könnte der Deal ein ausgesprochen gutes Geschäft werden. Denn die italienische Rennsportmarke gilt unter Kennern als Juwel. Kein Wunder also, dass bereits Namen von potenziellen Käufern die Runde machen.

Käufer stehen Schlange

Auch wenn es noch keine offiziell bestätigten Informationen gibt. Laut Brancheninsidern stehen gleich diverse potenzielle Käufer in den Startlöchern. Dabei handelt es sich bei dem zur VW-Tochter Audi gehörenden Motorradhersteller Ducati beileibe um eine kleine Nummer. Laut ersten Informationen liegen die Preisvorstellungen von VW zwischen 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro. Erste vorläufige Gebote sind laut Insidern im Juli zu erwarten.

Ducati im Porträt

Bei Ducati handelt es sich um einen wahren Traditionskonzern. Vor 91 Jahren wurde die Firma mit Sitz in Bologna als Hersteller von Radio-Bauteilen gegründet. Seit nunmehr 71 Jahren stellt das Unternehmen allerdings Motorräder her. Seit 2012 gehört die Firma, die vor allem durch ihre Naked Bikes (Anm.: Motorrad ohne Verkleidung) berühmt wurde, zur Volkswagen-Tochter Audi. Spekuliert wurde damals über einen Kaufpreis von 860 Millionen Euro.

Mit seinen 1200 Mitarbeitern erwirtschaftete Ducati im vergangenen Geschäftsjahr knapp 600 Millionen Euro Umsatz. Vor Zinsen und Steuern blieb ein Gewinn von rund 100 Millionen Euro hängen.

Sportliche Preisvorstellungen

Der Blick in den Audi-Geschäftsbericht macht klar, dass es sich bei Ducati keinesfalls um ein Schnäppchen handelt. Immerhin beträgt der Kaufpreis das 15-Fache des EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) beziehungsweise rund das 2,5-Fache der Umsätze.

Aus diesem Grund haben der indische Tata-Konzern, Hero Motors und TVB offenbar schon abgewunken. Auch Honda und Suzuki scheinen kein Interesse zu haben. Andere Konzerne scheinen die Preisvorstellungen aber ganz und gar nicht abzuschrecken.

Harley Davidson wird als Favorit gehandelt

Unter Fachleuten wird gemunkelt, dass die Kultmarke Harley Davidson schon an einem Angebot arbeiten könnte. Auch Analysten halten diese Konstellation für durchaus denkbar. Allerdings gibt es auch handfeste Gründe, die dagegen sprechen könnten.

Zum einen die Bilanzsituation des US-Konzerns: Aktuell verfügt der Motorradbauer nur über einen Bargeldbestand von 500 Millionen Dollar. Das heißt neue Schulden mussten für die Finanzierung her. Das wiederum könnte auf Widerstand bei den eigenen Aktionären stoßen. Denn diese würden mutmaßlich zu Lasten der geplanten Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen gehen.

Positiv wäre hingegen, dass mit dem Kauf wieder die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelingen würde. Denn seit 2014 kämpft Harley Davidson mit rückläufigen Erlösen. Im vergangenen Geschäftsjahr stagnierte der Umsatz bei 5,99 Milliarden Dollar (2014: 6,22 Milliarden Dollar). Im Gegenzug sank die Gewinnmarge in den vergangenen beiden Jahren um gut 2 Prozentpunkte auf 11,54%.

Bislang keine Erfolge mit Übernahmen

Zugleich könnte der schwache Track Rekord der Konzernführung den Anlegern aufstoßen. Denn die US-Kultmarke hat in der Vergangenheit bei der Übernahme großer Motorradmarken nicht gerade positive Erfahrungen gemacht. Denn sowohl von Buell und MV-Agusta hat sich das Management in Milwaukee nach der großen Rezession 2010 wieder getrennt.

VW-Betriebsrat könnte sich als große Hürde entpuppen

Die erste Reaktion des VW-Betriebsrats zum geplanten Verkauf fiel harsch und abweisend aus. Da aber die mächtige Arbeitnehmervertretung die Hälfte der Aufsichtsräte stellt, muss dieser noch von der Sinnhaftigkeit der Übernahme überzeugt werden. Daher können Sie sich darauf einstellen, dass sich ein möglicher Deal noch länger hinziehen wird. Ob die Transaktion noch vor der Motorradmesse im November in Mailand zum Abschluss kommt, darf vor diesem Hintergrund stark bezweifelt werden.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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