Dünger-Produzent ohne Wachstums-Schub

Die Weltbevölkerung wächst, der Hunger ist noch immer nicht besiegt. Optimierungen bei Anbaumethoden, Saatgut und Düngemitteln sollen langfristig den Durchbruch bringen.

Doch unabhängig davon, ob es wirklich die industrialisierte Landwirtschaft sein muss, welche die Menschheit satt macht, ist genau dieser Bereich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen.

Für viele Landwirte lohnt sich die Produktion nur noch im großen Stil. Guter Dünger ist für den Erfolg auf dem Feld essenziell. Yara International ist einer der größten Produzenten weltweit.

Yara International ist globaler Markführer bei Mineraldüngern, insbesondere nitratbasierten Stickstoffdüngern. Fast 50% der globalen Nahrungsmittelproduktion wird heute durch Mineraldünger gesichert.

Das Segment Industrial vertreibt technische Gase und Stickstoffprodukte. Im Segment Upstream werden Vorprodukte wie Ammoniak hergestellt; globale Führung bei Ammoniak, dem Grundstoff für fast alle Stickstoffdünger. Hauptabnehmer sind Landwirtschaft und Industrie.

Umstrukturierung wird zu Fiasko

Nach einem schwachen Vorjahr ist Yara jetzt wieder auf Erfolgskurs und hat seinen Umsatz um 7,1% auf 69,1 Mrd NOK gesteigert. Der Gewinn legte um 2,2% zu. Die Ergebnisse sind beeindruckend, da das Geschäftsjahr 2014 von etlichen Marktschwierigkeiten gekennzeichnet war.

Der Markt wird bestimmt von Überkapazitäten und Preisdruck. Um weitere Erfolge zu erzielen, soll die Kooperation mit dem deutschen Chemieriesen BASF intensiviert werden. Geplant ist der Bau einer Großanlage für die eigene Ammoniakproduktion an der amerikanischen Golfküste.

Beide Konzerne zählen weltweit zu den größten Abnehmern von Ammoniak. Mit der gemeinsamen Produktion wird die Abhängigkeit von vorgelagerten Rohstoffmarkt deutlich verringert und die Margen entlastet.

Die Großanlage soll über eine Jahreskapazität von 750.000 t Ammoniak verfügen und mit einem neuartigen Wasserstoffsyntheseverfahren ausgestattet werden. Wann die Anlage produktionsbereit ist, ist noch unklar.

Doch bei Yara laufen nicht alle Kooperationen rund. Die Dünger-Fusion mit CF Industries ist gescheitert. Geplant war eine Verschmelzung zur kostengünstigeren Produktion und Vertrieb von chemisch optimierten Düngemitteln.

Dazu sollte die Sparte von Yara ausgelagert und als eigenständiges Unternehmen in ein Schwellenland umgesiedelt werden. Nach Angaben des Konzerns wollte die norwegische Regierung, als Großaktionär von Yara, genau dieses Vorhaben vermeiden. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine durchschnittliche Kursentwicklung.

Yara: Anleger sollten eher abwarten

Zwar überzeugt das Unternehmen mit seinen starken Kooperationen und der durchaus soliden Entwicklung bei Umsatz und Gewinn, doch macht uns die bisher verkorkste Umstrukturierung Sorgen.

So eine schleppende Entwicklung kann die Zahlen über lange Zeit belasten und Investoren von Engagements abhalten. Hinzu kommt, dass Yara stark von der Entwicklung am Rohstoffmarkt abhängt.

11. Februar 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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