Dürr Aktie günstig bewertet: Ein Top-Favorit für 2015

Für Dürr-Aktionäre war das Jahr 2014 von zahlreichen Hochs und Tiefs geprägt, der Kurs verlief unstetig, in der Grundtendenz jedoch steigend. Dieser Trend ist seit fünf Jahren ungebrochen: Kurzzeitige Rücksetzer werden immer wieder zum Neueinstieg genutzt.

So auch nach dem Jahrestiefststand, den die Aktie – wie so viele andere auch im schwachen Marktumfeld – Mitte Oktober erreichte. Damals rutschte das im MDax gelistete Papier unter 50 Euro, doch davon hat es sich schnell erholt und zuletzt rasant angezogen: Mittlerweile notiert der Kurs wieder bei mehr als 70 Euro. Erst vor wenigen Tagen wurde ein neues Rekordhoch bei 72,48 Euro erzielt.

Angesichts des steilen Aufstiegs in den vergangenen Wochen rechnen nun nicht wenige Beobachter mit einer erneuten Korrektur. Diese allerdings dürfte nur von kurzer Dauer sein. Analysten sehen weiteres Kurspotenzial im kommenden Jahr.

Das liegt vor allem daran, dass Dürr in seinem Segment sehr gut aufgestellt ist: Den Großteil der Auftragsbücher füllen Lackierroboter, die etwa in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen. Doch darüber hinaus werden auch zahlreiche spezielle Nischenprodukte angeboten. Eigenen Angaben zufolge hält Dürr in mehr als 90 Prozent seines Produktportfolios die Marktführerschaft.

2014-12-04 Dürr

Dürr setzt auf Schwellenländer

Doch nicht nur die Produktpalette ist präzise ausgewählt, auch international hat sich das schwäbische Unternehmen gut positioniert. Dürr ist mittlerweile in 24 Ländern vertreten und hat dabei zuletzt seinen Schwerpunkt vor allem auf Schwellenländer gesetzt, deren Absatzmärkte weiteres Wachstumspotenzial versprechen. Die Strategie zahlt sich aus: Bereits jetzt sorgt der asiatische Raum für rund 40 Prozent des Unternehmensgewinns. Damit ist diese Region für den Konzern der wichtigste Markt.

Neben dem Verkauf der eigenen Systeme tragen zudem auch deren Instandhaltung sowie damit verbundene Serviceleistungen dazu bei, dass sich die Auftragslage durchaus als rosig bezeichnen lässt. Gerade der Servicebereich spült immer mehr Geld in die Kassen: In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres entfielen gut 25 Prozent des Konzernumsatzes auf dieses Segment.

Auftragsvolumen sichert Auslastung im kommenden Jahr

Zudem sorgen prall gefüllte Auftragsbücher für solide Bilanzen. Der Maschinenbauer profitiert direkt davon, dass die Automobilbranche weiterhin boomt: Die Schwellenländer wollen mit Fahrzeugen versorgt werden und auch in Europa ebbt die Krise langsam ab, die Zahl der Kfz-Neuzulassungen hat zuletzt wieder zugenommen.

Das schlägt sich auch bei Dürr nieder: Das Auftragsvolumen konnte im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden, in den ersten neun Monaten insgesamt um mehr als 7 Prozent, wobei auch hier den Schwellenländern eine besonders starke Bedeutung zukommt. Dort generierte Aufträge kletterten um mehr als 16 Prozent. Die Auslastung für das kommende Jahr ist somit abgesichert, die Aussichten stabil.

Neben den Fundamentaldaten kann sich auch die Aktienentwicklung mehr als sehen lassen. Zwar rangiert das Papier im laufenden Jahr nur im Mittelfeld des MDax, doch langfristig investierte Anleger können sich seit geraumer Zeit über stetige Zuwächse freuen. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat das Papier seinen Wert um sagenhafte mehr als 800 Prozent gesteigert.

5. Dezember 2014

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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