Dürr Aktie ist zu billig: Kaufgelegenheit, trotz China-Schreck

Die Aktie des Autozulieferers Dürr hat im Zuge der China-Krise schwer gelitten – doch Analysten halten den Ausverkauf für übertrieben. (Foto: Dürr AG)

Das schwächelnde Wachstum in China hat die Märkte aufgerüttelt. Nach mehreren turbulenten Wochen an der chinesischen Börse, deren Abstürze immer wieder Schockwellen rund um die globalen Finanzmärkte schickten, hat sich die Lage am Gesamtmarkt zwar inzwischen wieder etwas beruhigt.

Doch einige Einzelwerte hat die Entwicklung im Reich der Mitte kalt erwischt. Insbesondere die stark in China engagierten Unternehmen landeten auf den Verkaufslisten der Anleger und verloren so einiges an Börsenwert. Zu ihnen zählt auch der Autozulieferer Dürr, dessen Erfolge zuletzt auch stark von China abhängig waren.

Günstige Kaufgelegenheit?

Dennoch halten Analysten den jüngsten Ausverkauf der im MDax gelisteten Aktie für übertrieben. Seit dem letzten Allzeithoch von gut 109 Euro im April 2015 hat das Papier mehr als 40 Prozent verloren und notierte zuletzt bei nur noch rund 60 Euro.

Experten sehen darin eine günstige Kaufgelegenheit: Mehrere Analysehäuser sprachen in den vergangenen Wochen klare Kaufempfehlungen aus, die Kursziele liegen mit bis zu 110 Euro ebenfalls deutlich über dem aktuellen Niveau.

Und das ist keine Einzelmeinung: Die meisten Studien sehen die Aktie zwischen 93 und 105 Euro fair bewertet und somit erhebliches Kurspotenzial.

2015-09-25 Dürr

Solide Halbjahresbilanz

Das hat seine Gründe. Denn die Halbjahresbilanz der Schwaben kann sich sehen lassen. Das Auftragsplus lag im ersten Halbjahr 2015 bei satten 41 Prozent – was nicht zuletzt auch auf eine starke Nachfrage aus China zurückzuführen war. Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 67 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro, was zum Teil auf die Übernahme des Maschinenbauers Homag zurückgeht.

Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr liegt bei 3,4 bis 3,5 Milliarden Euro und wird von verschiedenen Analysten als zu gering eingeschätzt. Sie rechnen mit einer Anhebung der Jahresziele nach Ablauf des dritten Quartals.

Auch in China sehen die meisten Beobachter keine Probleme für Dürr. Immerhin wuchs das Bestellvolumen aus dem Reich der Mitte im ersten Halbjahr um mehr als 50 Prozent auf fast 420 Millionen Euro. Durch laufende Projekte bleibt Dürr hier auch künftig gut aufgestellt.

Experten verweisen zudem darauf, dass der Absatz in absoluten Zahlen immer noch beträchtlich ist, selbst wenn sich das Wachstum leicht eintrübt.

In Zukunft breiter aufgestellt

Ein weiterer Pluspunkt für Dürr: Man will künftig unabhängiger werden von der Automobilindustrie. Auch das gilt als einer der Beweggründe für die Übernahme von Homag. Durch das Erschließen neuer Geschäftsfelder könnte die Wachstumsdynamik neue Impulse erfahren.

Aus Anlegersicht bleibt das Papier in jedem Fall interessant, die Entwicklung der vergangenen Jahre spricht eine deutliche Sprache: Allein in den letzten fünf Jahren hat sich der Wert der Aktie mehr als vervierfacht. Angesichts der fundamentalen Aufstellung des Unternehmens scheint ein erneutes Erreichen des Allzeithochs vom April durchaus realistisch – und als Sahnehäubchen winkt noch eine Dividendenausschüttung von zuletzt 2,2 Prozent.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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