Dürr-Aktie: Vorstand macht nach Kursrallye kräftig Kasse

Blind den Käufen oder Verkäufen von Firmenchefs zu folgen, ist sicherlich keine ratsame Anlage-Strategie.

Aber einen Blick auf die sogenannten Insider-Transaktionen in den Chefetagen zu werfen lohnt sich allemal; so auch bei der Dürr-Aktie.

Denn hier finden Sie eine auffällig gute Aktienkurs-Entwicklung nach den Käufen der Vorstände.

Doch jetzt hat Firmenchef Ralph Heuwing kräftig Kasse gemacht und Papiere im Gegenwert von 3,2 Mio. € auf den Markt geworfen.

Wie sind die Transkationen einzuordnen? Wie läuft derzeit das operative Geschäft? Was sind die Perspektiven des Konzerns?

Herausragende Trading-Performance des Firmenchefs

Warum die Geschäfte der Konzernführung interessant sind, zeigt Ihnen ein Blick in die Vergangenheit. Denn Firmenchef Heuwing fällt bereits seit Längerem durch sein gutes Timing mit seinen ausgewählten Transaktionen auf

Gezielt nach Kursrückgängen kaufte er seit 2012 verstärkt Aktien und verkaufte diese nach zum Teil starken Kursanstiegen. Seit 2012 stiegen die Papiere im 6-Monats-Zeitraum nach seinen Käufen um durchschnittlich 35%.

Auch mit seinem letzten Deal bewies der Finanzvorstand ein äußerst gutes Händchen. Im Februar dieses Jahres griff Heuwing noch bei einem Kurs von 52,97 € ordentlich zu und erwarb 10.000 Aktien im Gegenwert von 529.000 €.

Jetzt trennt sich der Firmenchef von 30.000 Aktien bei Kursen zwischen 77,56 und 78,30 €. Das kann sich durchaus sehen lassen. Denn in gut 7 Monaten hat er damit 46% Gewinn eingefahren.

Operativ läuft es rund – Prognose angehoben

Fundamental betrachtet läuft es bei dem Spezialmaschinen-Bauer derzeit eigentlich richtig rund. Nach dem 1. Halbjahr kletterte bei einem Umsatz von 1,7 Mrd. € das Vorsteuer-Ergebnis um 10,2% auf 119 Mio. €.

Somit konnte die EBIT-Marge auf 7% (Vorjahres-Zeitraum: 6,1%) deutlich gesteigert werden. Beim Netto-Gewinn erzielte das Familien-Unternehmen sogar einen Zuwachs von 45% auf 77,8 Mio. €.

Besonders erfreulich: Dürr hob mit den Ergebnissen seine Jahres-Prognose für den erwarteten Auftrags-Eingang leicht von 3,3 – 3,6 auf nunmehr 3,5 – 3,7 Mrd. € an.

Marktführer in Nischenmärkten

Dürr ist bekannt für seine Großserien-Lackiererein und Lackier-Roboter. Zugleich bietet der Konzern aber auch ein breites Produkt-Spektrum für den Maschinenbau sowie für die chemische und holzverarbeitende Industrie an.

Dürr betreibt weltweit mehr als 90 Standorte (davon 50 Produktions-Rinrichtungen) in 28 Ländern und hat eine hervorragende Präsenz in den Schwellenländern, auf die rund 50% des Konzern-Auftragseingangs und etwa 30% der Belegschaft entfallen.

Dürr ist dabei vorwiegend in oligopolistischen Nischenmärkten mit begrenztem Wettbewerb aktiv. In fast allen Geschäftsbereichen hält das Unternehmen marktführende Positionen mit Marktanteilen von oft mehr als 40%.

E-Mobility könnte für weiteren Wachstumsschub sorgen

Mit seinem starken Fokus auf die Automobil-Industrie könnte Dürr auch einer der Profiteure vom Trend hin zu Elektro-Autos sein.

Branchen-Insidern zufolge erhält hat der Konzern verstärkt Anfragen von Auto-Herstellern, die sich bei E-Autos positionieren möchten.

Da nicht zu erwarten ist, dass Elektro-Autos auf den gleichen Produktions-Linien wie konventionelle Fahrzeuge laufen werden, könnte ein Nachfrageschub bevorstehen.

Die Hersteller müssten dann nämlich speziell dafür vorgesehene Produktions-Standorte errichten. Das beinhaltet auch Lackierereien, in denen die Lackier-Roboter von Dürr zum Einsatz kommen.

10. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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