Dürr-Aktie: Weltmarktführer für Lackierroboter mit China-Sorgen unter Druck

Analysten sehen nach Kurssturz erhebliches Aufwärtspotenzial (Foto: Dürr AG)

Emotionen bestimmen aktuell mal wieder die Aktienkurse. Mehr als Fundamentaldaten macht derzeit die Stimmung die Kurse.

Klar hat sich der Konjunktur-Himmel eingetrübt, aber auf die Wirtschaftsdaten der Unternehmen sind die Auswirkungen bislang eher gering.

Der Slogan passt auch auf die Aktie der Dürr Aktie wie die Faust aufs Auge.

Von 2011 bis 2015 trieben Anleger die Papiere von gerade einmal 11 € auf knapp 110 € in der Spitze nach oben. Ein stolzes Kursplus von knapp 850%.

Mittlerweile bekommen Sie die Aktie wieder zu 54 € und damit gut 50% günstiger als noch vor wenigen Monaten. Wieso der markante Stimmungs-Umschwung der Anleger?

Automobil-Branche und China- keine gute Kombination

Dürr ist ein Investitionsgüter-Hersteller mit Fokus auf die Automobil-Industrie, die rund 65% zum Gesamtumsatz beisteuert. Der restliche Teil des Geschäfts entfällt auf den Anlagen- und Maschinenbau.

Dabei ist Dürr bekannt für seine Großserien-Lackierereien und Lackier-Roboter. Als größter Automarkt der Welt ist China für die Schwaben, die weltweit mehr als die Hälfte aller Autolackier-Anlagen ausliefern, der wichtigste Markt.

Verständlich daher die Sorgen der Anleger, dass eine mögliche Abschwächung der Konjunktur im Reich der Mitte dem Dürr-Geschäft ordentlich zusetzen könnte. Bislang haben sich die Befürchtungen allerdings nicht bestätigen können.

Nach einem leichten Rückgang im 3. Quartal (Retail -2%) ist der Markt im Oktober (+13%) und im November (+24%) wieder stark gewachsen.

Hierzu dürfte insbesondere die neu eingeführte Mehrwertsteuer-Kürzung für Fahrzeuge mit kleinen Motoren (unter 1,6 l) die Geschäfte angeschoben haben.

Hohe Wettbewerbs-Qualität

Dürr ist vorwiegend in oligopolistischen Nischen-Märkten mit sehr überschaubarem Wettbewerb aktiv. In fast allen Geschäftsbereichen hält das Unternehmen marktführende Positionen mit Marktanteilen von oft mehr als 40%.

Als unangefochtener Platzhirsch (Marktanteil >50%) in den Schwellenländern ist der Konzern gut positioniert, um vom Automobilboom in diesen Märkten im Zuge eines anhaltenden Nachholbedarfs zu profitieren.

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Dank seiner Technologieführerschaft sollte Dürr kleine, regionale Wettbewerber verdrängen können.

Für kleine Player dürfte es ohnehin so gut wie unmöglich sein, die steigenden Kunden-Anforderungen an Automatisierung, Produktivität und Ressourcen-Effizienz zu erfüllen.

Automatisierung treibt Geschäfte voran

Im Dezember meldeten die Schwaben dass der 10.000te Lackier-Roboter an ein Opel Werk in Spanien verkauft wurde.

Aber Dürr ruht sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit aus. Nach dem Rohbau und der Lackiererei machen auch die Prozesse in der Endmontage weitere Schritte in Richtung Automatisierung.

Künftig arbeiten Werker und Roboter wie Kollegen zusammen um sich in der Montage bei unterschiedlichen Aufgaben zu ergänzen.

Diesen Schritt setzt das Unternehmen jetzt in der Automobil-Produktion mit einem neuen Anlagen-Konzept um. Dabei sollen Mensch-Roboter-Teams das Einkleben von Tanks gemeinsam ausführen.

Automatisierung treibt Geschäfte voran

Trotz der konjunkturellen Unsicherheiten gibt sich die Konzernführung optimistisch. Die Erlöse sollen inklusiver eventueller Zukäufe bis 2020 auf bis zu 5 Mrd. € ansteigen. Dabei soll eine Vorsteuermarge zwischen 8 und 10% erreicht werden.

Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Geschäftsjahr dürften die Umsätze bei knapp 3,7 Mrd. € gelegen haben bei einer EBIT-Marge von etwa 7,4%.

Helfen beim Erreichen der Ziele könnte auch die in 2014 getätigte Übernahme des Holzspezialisten Homag. Denn mit dem Zukauf des Marktführers sinkt die Abhängigkeit vom Automobilgeschäft.

Wenn es Dürr gelingt, die Homag-Marge auf Gruppen-Niveau zu heben, dann wäre der Effekt deutlich spürbar. Darüber dürfte sich dann nicht nur die Gründerfamilie (hält weiterhin 28,7% der Anteile) freuen.

Die Analysten rechnen im Schnitt für dieses Jahr mit einem Gewinn von 5,44 €. Damit handelt die Aktie derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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