Dürr: Anlagenbauer mit großer Tradition

Dürr Roboter Lackiereri RED – Dürr AG

Der Aktienkurs des mittelständischen Anlagenbauers Dürr hat sich in den vergangenen 2 Jahren mehr als halbiert. Wie geht es weiter? (Foto: Dürr AG)

Am Dienstag habe ich hier an dieser Stelle über die mittelständische Beteiligungsgesellschaft Indus berichtet, die derzeit vor allem unter dem schwachen Automobilsektor leidet, aber auch generell unter der Konjunkturflaute.

Heute stelle ich Ihnen ein Unternehmen vor, das derzeit ganz ähnliche Probleme hat. Die Rede ist von Dürr, einem mittelständischen Anlagenbauer aus dem schwäbischen Bietigheim-Bissingen. Das Unternehmen stellt Lackieranlagen und Lüftungssysteme für die Automobilindustrie her, fertigt aber auch Maschinen und Anlagen für die Holzbearbeitung.

Unternehmensgeschichte

Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahre 1895 durch Paul Dürr als Bauklempnerei in Bad Cannstatt. Nach dem 1. Weltkrieg weitete der Handwerksbetrieb seinen Tätigkeitsschwerpunkt auf die Blechverarbeitung aus und wurde in dieser Zeit zunehmend für die aufstrebende Automobilindustrie tätig.

Im 2. Weltkrieg wurde das Unternehmen stark in die Rüstungsproduktion eingebunden. Bei einem Bombenangriff im Jahre 1943 wurde das Stammwerk in Bad Cannstatt komplett zerstört. Nach Kriegsende stieg Dürr in den Apparatebau ein und spezialisierte sich auf den Bau von Anlagen für die chemische Oberflächenbehandlung.

Dürr entwickelte neue Lackierverfahren und stieg seit den 1960er Jahren sukzessive zum Weltmarktführer für Lackiertechnik auf. Das Unternehmen expandierte in dieser Zeit auch international und gründete Tochtergesellschaften z. B. in Brasilien und Mexiko.

Börsengang und Zukauf weiterer Unternehmen

Nach dem Börsengang im Jahre 1989 expandierte Dürr durch die Übernahme weiterer Unternehmen. Im Jahr 1989 wurde die Behr-Gruppe aufgekauft. 1999 übernahm Dürr das französische Unternehmen Alstom Automation.

Nur ein Jahr später wurde der Messtechnik-Konzern Carl Schenck Teil der Dürr-Gruppe. 2014 kaufte Dürr mit Homag den Marktführer für Holzbearbeitungsmaschinen. Die jüngste Übernahme hat Dürr erst im vergangenen Jahr getätigt, als das Unternehmen das industrielle Umwelttechnikgeschäft des US-Unternehmens Babcock & Wilcox Enterprises Inc. erwarb.

Die Dürr AG in Zahlen

Dürr ist an 92 Standorten in 28 Ländern der Welt aktiv. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete Dürr mit seinen gut 16.300 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,87 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 334 Mio. Euro und lag damit um 10% unter dem Vorjahreswert.

Die Dürr-Aktie hat sich in den vergangenen 2 Jahren mehr als halbiert. Das operative Geschäft von Dürr leidet unter der Schwäche der Automobilbranche und auch generell unter einer sich abkühlenden Konjunktur.

Blicken wir nun auf die Perspektiven: Kurzfristig sollten Sie hier weder operativ noch was die Entwicklung des Aktienkurses angeht große Sprünge nach oben erwarten. Längerfristig könnte die Dürr-Aktie aber größeres Potenzial bieten, da die derzeitigen Probleme des Unternehmens meines Erachtens vorübergehender Natur sind.

Dürr Roboter Lackiereri RED – Dürr AG

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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