Dürr übernimmt Homag: Paukenschlag im deutschen Maschinenbau

Der deutsche Leitindex DAX legte heute wieder den Rückwärtsgang ein. Aufgrund der politischen Krisen (Ukraine, Irak, Israel) wachsen die konjunkturellen Unsicherheiten.

Ob sich diese politischen Krisen – wie so oft in der Vergangenheit – einfach in Luft auflösen, oder die Wirtschaftslage tatsächlich belasten, lässt sich heute noch nicht sagen.

Die Investoren reduzieren aber schon jetzt das mögliche Risiko und nehmen Gewinne am Aktienmarkt mit. Der DAX verlor heute 0,65% und sackte auf 9.719 Punkte ab.

2 Gewinnwarnungen sorgten für hohe Kursabschläge im deutschen Technologie-Index TecDax.

Die Gewinnwarnung der Software AG, immerhin hinter SAP die Nr. 2 im deutschen Softwaremarkt, löste einen Kurssturz von 19% aus. Der Medizintechnik-Konzern Drägerwerk musste an der Börse Kursabschläge in Höhe von 16% hinnehmen.

Es gab heute aber auch Nachrichten, die hohe Kursgewinne ausgelöst haben. Im deutschen Maschinenbau wurde heute eine überraschende Übernahme angekündigt.

Dürr will mit Homag die Kundenbasis vergrößern

Der deutsche Maschinenbauer Dürr stellt schwerpunktmäßig Lackieranlagen für die Automobilbranche her. Die starke Abhängigkeit von den konjunktursensiblen Autoherstellern wurde von den Dürr-Analysten in der Vergangenheit oft kritisiert und hat zum Teil zu Bewertungsabschlägen an der Börse geführt.

Während andere Autozulieferer versuchen, durch eine globale Aufstellung die Abhängigkeit von einzelnen Automobilmärkten zu reduzieren, geht Dürr einen ganz anderen Weg, wie das Unternehmen heute mitgeteilt hat.

Dürr nutzt die prall gefüllte Kasse und steigt in ein neues Maschinenbau-Segment ein. Ziel des Übernahme-Angebots ist die deutsche Homag Group AG. Homag gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Maschinen für die holzverarbeitende Industrie.

Still und heimlich hat Dürr in den vergangenen Monaten mit den großen Homag-Investoren verhandelt und sich so schon jetzt den Zugriff auf über 50% der Homag-Aktien gesichert. Ein cleverer Schachzug.

Homag: Übernahmeangebot in Höhe von 26,35 Euro pro Aktie

Dürr verhandelt aber nicht nur mit den Homag-Großinvestoren, sondern präsentiert auch den Privatanlegern ein Übernahmeangebot (da Dürr bei Homag die 30%-Marke überschritten hat, muss zwangsweise ein Übernahmeangebot erfolgen).

Dürr bietet den freien Homag-Aktionären aber nicht nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis, sondern einen üppigen Preisaufschlag. Das Angebot liegt bei 26,35 Euro pro Homag-Aktie.

Daher erstaunt es nicht, dass die Homag-Aktie heute mit +7% zu den Tagesgewinnern gehört. Noch besser sieht die Bilanz der Homag-Aktie aus, wenn Sie die Aktienkursentwicklung seit Jahresanfang betrachten.

In meinem Börsendienst „Der Depot-Optimierer“ habe ich die Homag-Aktie im Dezember 2013 zum ersten Mal zum Kauf empfohlen. Kursgewinn und Dividende ergeben für die Leser nach rund 7 Monaten einen Gewinn von über 45%. Dieser hohe Gewinn zeigt, dass der Übernahmepreis von Dürr aus heutiger Sicht mehr als fair ist.

Etwas anders sieht die Perspektive aus, wenn wir weiter in die Zukunft schauen. Würde Homag aus eigener Kraft die mittelfristigen Planzahlen erreichen, wären ab 2016 Kurse von über 30 Euro je Homag-Aktie angemessen.

15. Juli 2014

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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