„Dummes deutsches Geld“ – da machen Sie nicht mit!

„Die Deutschen sind Weltmeister im Exportieren – und Regionalliga, wenn es darum geht, das damit verdiente Geld sinnvoll zu investieren“, so läuft ein Text in der Online Ausgabe des Schweizer Tagesanzeiger an, der mit den schon sprichwörtlich gewordenen Worten „Dummes deutsches Geld“ überschrieben ist.

Angeblich können Deutsche nicht mit Geld umgehen

Im Zuge der Bankenkrise wurde bekannt, dass US-Banker vom „dummen deutschen Geld“ (stupid german money) sprachen, wenn es darum ging, Ramschprodukte für viel Geld zu verkaufen.

Der oben angesprochene Bericht im Tagesanzeiger erwähnt zu dem Thema einen Abschnitt aus dem Buchbestseller „The Big Short“, in dem ein Banker auf die Frage, „wer kauft so einen Schrott?“ antwortet: „Irgendein Idiot aus Düsseldorf“.

(Off Topic: Auch wenn die Kölner jetzt, bei dem o.a. Zitat grinsen, so sei den Düsseldorfern gesagt, ich zitiere lediglich ein zitiertes Zitat. Und da steht Düsseldorf nur als Platzhalter für „den Deutschen“.)

Dem Bericht nach hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung aus Berlin herausgefunden, wie viel „deutsches Spargeld durch dämliche Anlagen im Ausland verbrannt“ worden ist und kommt dabei auf einen hohen 3-steillgen Milliardenbetrag.

FAZ online schlägt in dieselbe Kerbe

Die Internet Ausgabe der FAZ lässt uns Ähnliches wissen und berichtet: „Dummes deutsches Geld – Deutsche sind schlechte Kapitalanleger:“ Dort wird geschrieben:

„Ob Filmfonds in Hollywood, Goldminen in Kanada oder Containerschiffe auf den Weltmeeren: Schon lange lacht das Ausland über deutsches Geld. Am Ende heißt es immer: Der andere hat das Geld – und der hiesige Anleger ist um eine Erfahrung reicher.“ 

Es geht um institutionelle Anleger

Es geht in den genannten Berichten wohl mehrheitlich um das „dumme deutsche Geld“, das institutionelle Anleger verbrennen. Wahrlich kein gutes Renommee für diese Branche.

Stellt sich die Frage: Wo bekommen die ihr Geld her?

Die einfache Antwort: Vom Anleger wie „du und ich“.

Und gleich ein Einspruch: Von mir nicht. Und noch ein Einspruch: Von Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, (hoffentlich) auch nicht.

Verbotener Bandwurmsatz, weil den keiner liest (sagt die Schreibschule für Internettexte):

Wenn denn institutionelle Anleger das „dumme deutsche Geld“ in zweifelhaften Anlagen in aller Welt verbrennen und wenn denn diese Branche nahezu täglich mit betrügerischen Machenschaften in der Presse erscheint, angeklagt und zu Milliardenzahlungen als Schadensersatz und zur Strafe verurteilt wird und wenn denn diese Branche nur mit minimalen Eigenkapital hoch riskante Geschäfte betreibt und zum Beispiel langfristige Geschäfte nur mit kurzfristigen Gegengeschäften sichert und wenn diese Branche z.B. von Stiftung Finanztest mit 6-mal mangelhaft bewertet wird, dann werden Sie denen doch kein Geld anvertrauen (oder?).

Nur das Nötigste bei der Bank

Angesichts der verheerenden Beurteilung des deutschen Anlageverhaltens kann ich nur dringend empfehlen, dass Sie Ihre Kapitalanlagen in die eigenen Hände nehmen und keinem Dritten anvertrauen.

Klar, das Girokonto und auch das Tagesgeld (so vorhanden) ist bei der Bank. Aber sobald Banken Ihnen Optionsscheine, Zertifikate, CFDs und anderen Kram aufs Auge drücken wollen, denken Sie an „das dumme deutsche Geld“, das die Banken hier einsammeln und, so die eingangs erwähnten Berichte, im Ausland verbrennen.

Bankenunabhängig investieren: Aktien und Optionen

Aktien und Optionen sind ideale Anlageformen, bei denen Ihnen keine Bank reinreden kann und bei denen Sie diese auch nicht benötigen. Mehr noch: Die bestmöglichen Strategien bieten die Ihnen zu 99% sowieso nicht. Dazu mehr im morgigen Kommentar mit dem Titel: „So schlagen Sie zwangsläufig jedes vergleichbare Aktien-Depot“.

Zum guten Schluss: Heute vor 112 Jahren, also am 05.12.1901, kam der deutsche Physiker und Nobelpreisträger Werner Karl Heisenberg zur Welt. Es schrieb seinerzeit mein heutiges Zitat des Tages:

„Ein Fachmann ist ein Mann, der einige der gröbsten Fehler kennt, die man in dem betreffenden Fach machen kann und der sie deshalb zu vermeiden versteht.“

Als Optionen-Profi sollte ich wohl Fachmann für Optionen sein. Ich hoffe, dass ich die gröbsten Fehler vermeide, weiß aber, dass ich nicht alle Fehler vermeiden kann. Im Bemühen, dass sich daraus ein insgesamt gutes Ergebnis ergibt, sende ich beste Grüße

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

5. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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