Dunkle Wolken am Himmel für Solarhersteller

Es ist derzeit viel los in der Solarbranche: Neben weiteren Pleiten sorgte die Schließung einer der 2i US-Solarfabriken von Solarworld für Aufsehen.

Jetzt hat sich das Zentrum für Solarmarktforschung (ZFS) zu Wort gemeldet. Die Entscheidung zur Beendigung der Modulproduktion in Kalifornien ist konsequent.

Denn den Experten zufolge ist der US-Photovoltaik-Markt weniger aufnahmebereit als von Solarworld angenommen.

Verschuldungsprobleme in den USA im Allgemeinen und insbesondere im Solar-Pionierstaat Kalifornien, sowie politische Widerstände der Republikaner würden staatliche Fördermöglichkeiten einschränken. Die von Solarworld lediglich als „Umstellungsmaßnahme“ bezeichnete Umstrukturierung liegt  nach Bewertung der ZFS jetzt auch die Schwächen von Solarworld offen.

Das sind deutliche Krisenzeichen auch für die deutsche Solarbranche. Bereits vor Solyndra mussten im August 2011 die Solarunternehmen SpectraWatt, eine frühere Minderheitsbeteiligung von Solon und Evergreen Solar, früher Partner von Q-Cells, Insolvenz anmelden. Zudem schließt Solon das Werk in Arizona.

Der Energie-Konzern BP schloss kürzlich die Produktion von BP Solar in Maryland. Die Konsolidierung ist nicht auf die USA beschränkt. Das größte norwegische Solarunternehmen Renewable Energy Corporation gab bekannt, dass es alle seine Werke in Norwegen schließen werde.

Pleiten sind unvermeidlich

Die großen chinesischen Solarunternehmen drücken ihre Überkapazitäten in den Markt und treiben damit die Konsolidierung in der Solarbranche voran. Angesichts der hohen Staatsverschuldung in Europa und den USA sind Erwartungen an Wachstum unrealistisch.

Einem im Vergleich zu 2010 rückläufigen Markt stehen jedoch immer noch wachsende Produktionskapazitäten gegenüber. Insolvenzen sind daher auch in Deutschland unvermeidlich. Q-Cells und Solon kämpfen akut ums Überleben. Solarworld ist hingegen vergleichsweise gut bilanziert und positioniert.

Sturm oder laues Lüftchen?

Nach Berechnungen des Verbandes für Windenergie sind in Deutschland derzeit weniger als 1% der installierten Windkraft-Leistung Offshore-Windenergie. Rund 200 Megawatt (MW) Offshore-Windkraftanlagen sind derzeit in deutschen Gewässern installiert.

Mit Baltic 1 ist vor kurzem der erste kommerzielle deutsche Offshore-Windpark ans Netz gegangen. Das ist ein wichtiger Schritt für die Branche. In der Nord- und Ostsee drehen sich derzeit Anlagen der Hersteller BARD, Siemens, Areva und REpower.

In Deutschland sind rund 8.500 MW Windkraftprojekte auf See genehmigt, wovon schon rund 1.700 MW durch Verträge mit Turbinenherstellern gesichert sind. Der Branchenverband erwartet, dass bis zum Jahr 2017 bis zu 4.200 MW umgesetzt werden könnten. Das entspricht einem Investitionsvolumen von über 12 Mrd €.

Die Aktien von Windenergieunternehmen sollten eigentlich vom Energiewandel profitieren, doch die Kurse springen einfach nicht an. Nordex und Vestas Wind haben in den letzten Monaten massiv an Wert verloren und notierten sogar auf einem 5-Jahrestief.

Da auch der Markt für Windturbinen inzwischen von chinesischen Unternehmen beherrscht wird, und dieser Prozess dürfte sich noch weiter verschärfen, droht der Branche ein ähnlicher Preiskampf wie der Solar-Industrie.

8. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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