Dunkle Wolken am Horizont: Sind die Börsen zu hoch geflogen?

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Die Masse der Anzeichen zeigt Sturm an, also sammeln Sie lieber Ihre Wäsche von der Leine und bringen Sie Ihre Schäfchen ins Trockene. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Es mehren sich die Anzeichen, dass wir uns bald auf einen Rücksetzer einstellen müssen. Der DAX ist heute in der Spitze bereits 300 Punkte gefallen. Gestern konnten die Bullen kontern. Heute schon nicht mehr. Außerdem: Für eine Woche nach dem Verfall war der DAX äußert stabil. Das könnte sich in den kommenden Wochen ändern.

Rechnen Sie mit langfristig steigenden Kursen

Gleichzeitig kann die nächste Zeit wieder etwas holpriger werden. Ob und wie weit die Kurse fallen, dazu mehr in den kommenden Ausgaben. Heute konzentrieren wir uns auf die Warnlampen, die alle bereits deutlich Rot leuchten.

Rekord: Aktien mit Verkaufssignal im S&P 500

Hier sehen Sie interessante Charts von Bloomberg. Schwarz ist der Kursverlauf des S&P 500 eingezeichnet. Darunter als Indikator haben wir den Anteil der Unternehmen im S&P 500, für die der MACD-Indikator gerade ein Verkaufssignal geliefert hat. Wir haben einen neuen Rekord aufgestellt. Über 70 Prozent der Aktien können also laut MACD in der nächsten Zeit eher fallen als steigen.

Rekord: Aktien mit Verkaufssignal im NASDAQ Composite

Der NASDAQ läuft dem Markt davon. Technologie ist gerade der Sektor, in dem besonders Einsteiger aktuell profitieren. Sie können dort fast nichts falsch machen, wenn die großen Unternehmen in Ihrem Depot liegen. Doch auch hier gibt es einen historischen Höchststand. Über 40 Prozent der Aktien haben laut MACD ein Verkaufssignal.

Rekord: Aktien mit Verkaufssignal im EURO STOXX 50

Warum in die Ferne schweifen? Im EURO STOXX 50 haben wir dasselbe Spiel. Auch hier stehen wir auch einem neuen Hoch, was die Verkaufssignale der Aktien angeht. Fast 80 Prozent der Preise sollten jetzt in den meisten Fällen sinken.

Doch wie aussagekräftig sind diese Chart denn? Nur weil wir jetzt viele negative Signale haben, kann der Aktienmarkt dennoch wieder nach oben drehen. Dafür braucht es vielleicht nur eine positive Corona-Meldung am Wochenende. Wenn die aber ausbleibt, steigt das Potential zur Unterseite.

Im März – als wir das Corona-Tief gerade hinter uns gelassen hatten – waren übrigens fast 90 Prozent der Aktien des S&P 500 mit einem Kaufsignal beim MACD versehen. Damals hatte der Indikator also in der Masse auf jeden Fall Recht.

Der nächste Crash muss auch noch nicht nächste Woche kommen. Es kann aber durchaus Sinn ergeben, jetzt langsam wieder vorsichtiger zu werden. Unser DAX hätte jetzt auch schon wieder an der 13.000 knabbern können. Das haben die Käufer nicht geschafft. Jetzt müssen wir schauen, dass wir vor dem Wochenende nicht nachbörslich noch unter die 12.000 fallen.

Es wird gezockt, als gäbe es kein Morgen

Der Markt ist heiß gelaufen. Gerade, was die Spekulation mit Optionen angeht. Hier sehen Sie, wie bullisch die Marktteilnehmer sind. Wir haben bereits höhere Werte als vor dem Corona-Crash. Nur an die Zahlen vor der Dot-Com-Bubble im Jahr 2000 kommen wir noch nicht heran. Danach stürzte der Markt damals extrem ab über mehrere Jahre.

Technologie-Blase 2.0 im Anmarsch?

Hier sehen Sie einen Chart, der das Verhältnis von NASDAQ 100 zu S&P 500 vergleicht – dazu auch noch den RSI Indikator. Daran erkennen Sie, wie überkauft ein Wert ist. Wenn also die Technologie-Werte im Durchschnitt wesentlich gefragter sind, muss das nicht zwangsweise ewig gut gehen. Wir haben ein höheres Verhältnis als vor dem Crash im Jahr 2000.

Der RSI auf Sicht von 14 Monate ist ebenfalls in diesem Territorium. Nachhaltig sieht anders aus und auch dieser Chart sollte uns langsam daran erinnern, auf die Bremse zu treten.

Langfristig hui, mittelfristig pfui

All diese Chart zeigen Ihnen eines: Fahren Sie die Übertreibung nur mit kleiner Position mit. Wir könnten bald schon wieder erleben, dass die Chart nach unten umkippen und nicht nur 3 Prozent mit anschließendem Konter der Bullen.

11.500 Punkte und darunter sind im DAX in den nächsten Wochen durchaus machbar. Noch halten wir uns über der 12.000 Punktemarke. Wir müssen also noch nicht sofort alles auf Rot setzen. Doch wenn jetzt die Segel gedreht werden, merken sicherlich die meisten Aktien einen deutlichen Gegenwind. Wenn dieser auch die Marktteilnehmer umbläst, erleben wir einen Sommer mit vielen roten Kerzen.

Sichern Sie Ihr Depot ab in den kommenden Tagen. Der Startschuss wird nicht gleich am Montag fallen, Sie also noch ein wenig Zeit. Der Abverkauf kann auch ausbleiben, wenn wir jetzt mit positiven Nachrichten oben gehalten werden. Dennoch: Die Masse der Anzeichen zeigt Sturm an, also sammeln Sie lieber Ihre Wäsche von der Leine und bringen Sie Ihre Schäfchen ins Trockene.

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Dax30 – Bären drücken weiter nach unten…Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters John Gossens Daily Dax. Täglich analysiere ich zwei Mal für Sie die internationalen Aktienmärkte und morgens starten wir immer mit dem Blick… › mehr lesen


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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