Durchbruch oder baldiger Einbruch?

Die Autowelt ist im Umbruch. Tesla und auch deutsche Autohersteller machen Elektroautos salon- oder besser straßenfähig.

Ist nun schon der nächste Schritt gekommen? Fahren unsere Autos bald mit Salzwasser? Kaum zu glauben aber vielleicht wahr. Das Liechtensteiner Unternehmen NanoFlowCell AG behauptet genau das.

Die Marketing Abteilung von NanoFlowCell ist sicherlich am neusten Stand. Eine Beschleunigung von 0-100 km/h in nur 2,8 Sekunden und einen Top-Speed von 380 km/h soll das neue Gefährt haben. Eine unglaubliche Reichweite von über 600 km wird auch genannt. Kann das stimmen?

Alles nur ein Schwindel?

Die Angaben des Unternehmens, das fast aus dem Nichts gekommen ist, hören sich unglaubwürdig an. Alles deutete darauf hin, dass es sich hier um ein Strohfeuer oder einen Marketing-Scherz handelt.

Der sogenannte Koenigsegg Quant ist ebenfalls ein futuristisches Elektroauto und wurde bereits 2009 vom Gründer desselben Unternehmens vorgestellt. Dieses Auto wurde aber niemals straßentauglich.

Der Gründer, Nunzio La Vecchia, ist kein Unbekannter in der Szene. Zumindest bei Solarzellen ist er schon einschlägig bekannt. Im Jahr 2009 wurde der umtriebige Millionär von einer Investorin verklagt.

Die Investorin hatte 2001 für über 50 Millionen Franken Aktien von La Vecchias Firma NLV Solar gekauft und war dann aber der Meinung, dass sie vom Gründer mit seinen angeblich sensationellen Erfindungen arglistig getäuscht wurde.

Es kam bis zur Klage vor dem Bundesgericht, doch das entschied, dass eine erfahrene Investorin selbst eine Prüfung durchführen hätte müssen. Die Solartechnologie, die La Vecchias im Jahr 2001 versprach und auch das neuartige Auto aus dem Jahr 2009 gibt es bis heute nicht.

Kommt diesmal die versprochene Revolution?

Im März präsentierte NanoFlowCell sein Konzept zum ersten Mal bei der Genver Autoshow. Damals (wie auch heute) behaupten einige, dass die Technologie zu schön um wahr zu sein ist.

Doch die E-Quant Sportlimousine hat mittlerweile die Zustimmung des TÜV Süd in Deutschland erhalten. Das Auto, das ein Elektrolytfluss-Energiesystem nutzt, ist nun für den Einsatz auf deutschen und europäischen Straßen zugelassen.

Damit ist ein wesentlicher Schritt Richtung Marktreife gelungen. Kann es sein, dass La Vecchia diesmal doch Revolutionär und nicht Schwindler ist?

Ein Flusszellensystem versorgt vier Elektromotoren der E-Quant Sportlimousine mit Strom. Mit einer elektrochemischen Reaktion aus zwei Elektrolytlösungen wird der erzeugt. Dieser Strom wird zu sogenannten Super-Kondensatoren weitergeleitet, wo er dann gespeichert und verteilt wird.

Die Zukunft des Salzwasser-Autos

Wir bleiben gespannt, wie die Zukunft des Salzwasser-Autos aussieht. Ohne den TÜV-Test hätten die meisten Experten die Meldung des Unternehmens als puren Unsinn abgetan.

Doch nun scheint das Unmögliche tatsächlich Realität zu werden. Zumindest getestet wird das Auto nun auf Deutschlands Straßen.

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Der Aktienkurs von Tesla Motors hat bisher überhaupt nicht auf den möglichen Konkurrenten reagiert. Trotzdem befindet sich auch der amerikanische Autobauer in einer schlechten Phase.

Tesla-Aktie-2014

Wir werden NanoFlowCell weiter beobachten und Sie am Laufenden über die Entwicklung am Automarkt und auch über Investitionsmöglichkeiten halten.

10. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Philipp Zahrer. Über den Autor

Philipp Zahrer war maßgeblich am Aufbau eines Wertpapierdienstleisters in Wien beteiligt, für den er mehr als sechs Jahre in den Bereichen Private Banking und Produktentwicklung tätig war.

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