E-Golf: Nach Rabatten so günstig wie „normaler“ Golf

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Viele E-Autos sind zu teuer. Für den E-Golf gilt das jetzt nicht mehr – denn durch hohe Rabatte wird der innovative Golf so günstig wie ein Benziner. (Foto: Evannovostro / shutterstock.com)

E-Autos sind einfach zu teuer. Das ist ein gern gehörtes Vorurteil, wenn es um die alternativen Fahrzeuge geht. Doch in einem Fall gilt das jetzt nicht mehr: VW hat den Preis für den E-Golf drastisch gesenkt. Mit nur noch knapp über 20.000 € kostet der Wagen sogar weniger als der Listenpreis für den preiswertesten Golf mit Verbrennungsmotor. Der Preis gilt im Übrigen nur, wenn auch die staatliche E-Autoförderung von 3.000 Euro schon mit eingerechnet ist.

Doch genau hier kommt auch der Haken: Der Listenpreis ist bei den Herstellern sowieso nicht mehr als eine Rechengröße. So liegt der Listenpreis für den E-Golf bei 31.900 Euro. Damit liegt der aktuelle Marktpreis für das Fahrzeug immerhin fast 35% darunter.

Auf den ersten Blick ist das ein großes Schnäppchen. Doch bei der genaueren Betrachtung hält sich die Begeisterung doch in Grenzen. So ist der Golf insgesamt zwar immer noch eines der beliebtesten Fahrzeuge Deutschlands. Aber bei diesem Modell spielte die E-Variante zuletzt keine große Rolle. Nur knapp 4% aller verkauften Golfs waren zuletzt elektrisch – das besagen die Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes.

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VW wird zum Vorreiter der E-Mobilität

Und bei dem E-Golf muss Volkswagen jetzt auch große Rabatte anbieten – denn mit dem ID.3 kommt schon bald ein komplett neues E-Fahrzeug zu den Händlern, mit dem VW den Startschuss gibt für die größte E-Mobilitäts-Initiative bei den großen Automobilkonzernen. So wird Volkswagen bis 2023 rund 30 Mrd. Euro investieren und plant bis zum Jahr 2025 schon 80 rein elektrische Modelle auf den Markt zu bringen.

Ob VW damit zu den Gewinnern gehören wird, ist noch nicht klar. Was aber schon klar ist: Diese vielen neuen Modelle benötigen alle große Mengen an verschiedenen hochwertigen Rohstoffen für die High-Tech-Batterien. Dabei steht immer Lithium im Fokus – vielleicht auch weil die Batterien Lithium-Ionen-Akkus heißen. Doch Kupfer ist hier mindestens genauso wichtig.

Also als Investor haben Sie hier mindestens zwei Möglichkeiten – um vom kommenden Boom der E-Mobilität zu profitieren. Sie können auf den Lithium-Sektor setzen oder Sie kaufen einen der sehr aktiven Automobilkonzerne wie Volkswagen. Doch gerade bei den klassischen Automobilwerten ist noch nicht klar, ob die Strategie auch wirklich zum Erfolg geführt. Insgesamt ist die Frage noch nicht geklärt, ob die Zukunft in jedem Fall elektrisch sein wird. Nur bei VW ist auf jeden Fall klar, dass die Zukunft elektrisch sein muss. Das ist ohne Frage ein großes Risiko für den Wolfsburger Konzern.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.