Im Fokus: Die E.ON-Aktie

Die E.ON AG ist Deutschlands größter Energiekonzern und auf die Geschäftsbereiche Gas und Strom fokussiert. Er ist Teil eines Oligopols, d. h. nur wenige Firmen (nämlich genau 5 Stück) beherrschen den deutschen Energiemarkt.

E.ON ist außerdem die Nummer 1 unter den Stromanbietern in Deutschland. Mit mehr als 50% der Gesamtumsätze ist Deutschland der wichtigste Absatzmarkt von E.ON. Die übrigen Umsätze werden bislang fast ausschließlich im restlichen Europa erwirtschaftet. Eine stärkere Positionierung in außereuropäischen Märkten ist allerdings geplant.

Johannes Teyssen ist seit 2010 Vorstands-Vorsitzender der Aktiengesellschaft, die ihren Hauptsitz in Düsseldorf hat. Der Konzern beschäftigt derzeit weltweit mehr als 80.000 Mitarbeiter. Im Zuge von Kosteneinsparungen sollen jedoch bis zu 11.000 Stellen abgebaut werden.

Atomausstieg belastet Geschäftsjahr 2011

Ohne Frage ist die Energiewende in Deutschland nicht spurlos an E.ON vorbeigegangen. Im zweiten Quartal musste der Konzern aufgrund des Atomausstiegs und einer schwachen Entwicklung des Gasgeschäftes sogar einen Verlust von rund 1,6 Mrd. Euro verkraften.

Insgesamt lagen die Zahlen der ersten neun Monate allerdings im Rahmen der (veränderten) Erwartungen, so dass der größte deutsche Energiekonzern seine Jahresprognose zuletzt noch bekräftigte. Nur durch die jüngsten Wertberichtigungen hat E.ON die Zahlen leicht nach unten korrigiert.

Für das laufende Geschäftsjahr 2011 rechnet man mit einem EBITDA zwischen 9,1 und 9,3 Mrd. Euro. Das bereinigte Ergebnis soll zwischen 2,3 und 2,5 Mrd. Euro liegen. E.ON plant weiterhin eine Dividendenzahlung von einem Euro.

E.ON Aktie: Kurseinbruch und fundamentale Unterbewertung

Die Atomkatastrophe in Japan und die darauf folgende Energiewende in Deutschland haben den Kurs der E.ON Aktie einbrechen lassen. Auch der DAX-Kurssturz Ende Juli machte dem Titel zu schaffen.

Dass dieser drastische Kurseinbruch übertrieben war, belegen die fundamentalen Kennzahlen der Aktie, die auf eine deutliche Unterbewertung hindeuten. Bei den kursbezogenen Kennzahlen überzeugen das 9er KGV, das KBV von 0,8 und das KUV mit 0,3.

Trotz der Dividendenkürzung in 2011 liegt die Dividendenrendite noch immer bei lukrativen 6,1%. Das dynamische PEG von 1,4 und die solide Eigenkapitalquote von 27 Prozent sind schwächer einzuschätzen, ändern jedoch nichts an der insgesamt günstigen Bewertung der E.ON Aktie.

Trotz Atomausstieg – E.ON überzeugt mit solider Planung und guten Aussichten

Durch die neuesten Meldungen der Wertberichtigungen in Höhe von rund drei Milliarden Euro könnte die E.ON Aktie erneut unter Druck geraten. Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass der Titel stark unterbewertet ist. Die mittel- und langfristigen Aussichten für den deutschen Energieriesen sind als sehr gut einzuschätzen. Neben der günstigen Bewertung des Titels sprechen auch die angestrebten Kosteneinsparungen und die geplante Auslandsexpansion für E.ON.

Auch wenn der Atomausstieg eine Belastung für E.ON darstellt – im Geschäftsjahr 2011 wird der Konzern erneut einen satten Gewinn einfahren und den Aktionären eine ordentliche Dividende zahlen. Dies stellt eine gute Vertrauensbasis für die kommenden Jahre dar.

Fundamentalanalyse der E.ON Aktie

E.ON Aktie

* Bewertung nach Schulnotensystem

Die Kennzahlen und Auswertungen richten sich im Kern nach Benjamin Grahams Fundamentalanalyse.

13. Dezember 2011

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Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.

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