E-Volution bei den deutschen Autobauern

Daimler Mercedes Benz RED – shutterstock_525150721 Tadeas Skuhra

Die deutschen Autobauer haben das Thema Elektromobilität lange verschlafen. Inzwischen sind sie aufgewacht und treten aufs Gaspedal. (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Die deutschen Autobauer mussten sich lange den Vorwurf gefallen lassen, das Thema Elektromobilität verschlafen zu haben. Doch inzwischen sind sie aufgewacht und treten aufs Gaspedal, um die Verfolgung des amerikanischen Pioniers Tesla aufzunehmen.

Insgesamt zeichnet sich nach dem Krisenjahr 2020 eine Trendwende in der Automobilbranche ab. Mit der in diesem Jahr zu erwartenden Konjunkturerholung sind die Perspektiven für die deutsche Vorzeigebranche gut. Die Aktienkurse haben vor diesem Hintergrund weiteres Potenzial.

Trendwende beim Autoabsatz

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise sind die kürzlich veröffentlichten Absatzzahlen für 2020 keine Überraschung. Wie das Kraftfahrtbundesamt mitteilte, wurden im abgelaufenen Kalenderjahr in Deutschland rund 2,9 Mio. Fahrzeuge verkauft. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 19%.

Aber es gibt auch Positives zu vermelden. Denn im Dezember zogen die Absätze erstmals wieder an. Im letzten Monat des Jahres wurden knapp 10% mehr Pkw zugelassen als im Vorjahresmonat.

Diese Tendenz dürfte sich in den nächsten Monaten festigen. Nach dem wegen des zweiten Lockdowns schwächeren ersten Quartal wird die Wirtschaft ab dem zweiten Quartal auf Erholungskurs gehen. Davon wird auch die Autoindustrie profitieren.

Alternative Antriebe im Kommen

Der Löwenanteil der verkaufen Autos – rund drei Viertel – ist nach wie vor benzin- oder dieselgetrieben. Aber auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben sind mittlerweile auf dem Vormarsch. So hat sich der Absatz der rein elektrisch angetriebenen Pkw im vergangenen Jahr auf 194.000 mehr als verdreifacht. Reine Elektrofahrzeuge kommen damit auf einen Anteil von 6,7%. Der Anteil von Hybrid-Fahrzeugen lag bei 18,1%.

Die deutschen Autobauer wurden unterschiedlich hart von der Krise getroffen. Vergleichsweise gut zogen sich die Premium-Hersteller aus der Affäre. Vor allem Daimler schlug sich mit einem Absatzminus von 10,6% gut. Bei den neu zugelassenen E-Autos lagen die Stuttgarter mit einem Anteil von 15% nur knapp hinter VW (17%).

Daimler startet Elektro-Offensive

Daimler forciert das Thema Elektromobilität kräftig. Vor dem Jahreswechsel präsentierte der Konzern Details zu seiner Elektro-Offensive. Ab dem kommenden Jahr sollen gleich drei neue Elektromodelle an unterschiedlichen Standorten produziert werden.

Das Flaggschiff EQS, die Elektro-Variante der S-Klasse, soll ab dem ersten Halbjahr in Sindelfingen gebaut werden. In der zweiten Jahreshälfte startet die Produktion des EQE, zunächst in Bremen, später in Peking. Das dritte neue Modell ist der Kompaktwagen EQB, der im ungarischen Kecskemét sowie ebenfalls in Peking gefertigt werden soll. Zwei weitere Modelle, die SUV-Versionen von EQS und EQE, sollen ab 2022 in den USA gebaut werden.

Daimler-Aktie mit stabilem Aufwärtstrend

Nach deutlichen Einbußen im Corona-Jahr dürften Umsatz und Gewinn in diesem Jahr wieder kräftig anziehen. Schon im kommenden Jahr könnte Daimler das Niveau vor der Krise (knapp 173 Mrd. Euro Umsatz) übertreffen.

Autoaktien eignen sich aufgrund der starken Konjunkturabhängigkeit nicht als langfristiges Investment. In den vergangenen Monaten hat die Daimler-Aktie aber einen sehr stabilen Aufwärtstrend ausgebildet. Angesichts der zu erwartenden globalen Konjunkturerholung sehe ich gute Chancen, dass sich dieser positive Trend fortsetzt.

Auf Widerstand trifft der Kurs im Bereich von 60 Euro. Wird diese Marke geknackt, eröffnet sich mittelfristig weiteres Potenzial bis in den Bereich zwischen 70 und 75 Euro.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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