easyJet und Ryanair im Aufwind

easyJet hat das Geschäftsjahr 2015 mit Rekordwerten abgeschlossen.

Unsere Erwartungen wurden mit einem Nettogewinn von 548 Mio £ erfüllt. Der Gewinn wurde damit das 6. Jahr in Folge gesteigert. Die Wachstumszahlen sind allerdings nicht so beeindruckend wie beim Konkurrenten Ryanair.

Dem Konzern gelang es auch nicht, im gleichen Maß von dem niedrigen Ölpreis zu profitieren. Bei der Kostenstruktur kann man Ryanair nicht das Wasser reichen. Das zeigt sich unter anderem in den Kosten pro Sitz. Bereinigt um vorteilhafte Kerosinpreise und Währungseffekte stiegen diese um 3,6%.

Der Umsatz legte im Gesamtjahr lediglich um 3,5% zu. Die Gesamtpassagierzahl erreichte 68,6 Mio. Die Auslastungsquote erhöhte sich auf 91,5%, und die Kapitalrendite verbesserte sich um 1,7% auf einen starken Wert von 22,2%.

Profitables Wachstum hat für das Management eine hohe Priorität

Das Streckennetz und die Flugzeugflotte werden dahingehend permanent optimiert und es wird versucht, Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz (mit Ausnahme von Ryanair) stetig auszubauen. Dazu zählen beispielsweise Größenvorteile bei den Verhandlungen mit Airbus, den Flughäfen und Abfertigungsdienstleistern sowie das Fehlen von teuren Pensionsverpflichtungen.

Der Konzern zeigt eine ausgeprägte Aktionärskultur und beteiligt seine Aktionäre mit einer Dividendenerhöhung auf 0,55 £ je Aktie (+21,6%) am Erfolg. easyJet wird weiter umsichtig in den Flottenausbau investieren und wachsen. Mit einem KGV von 10 ist die Aktie günstig bewertet.

Unternehmensporträt

easyJet ist Europas Billigflieger Nummer 2. Mit einer Flotte von 241 Maschinen befördert das Unternehmen über 68 Mio Passagiere. easyJet wurde 1995 von Stelios Haji-Ioannou, dem Großaktionär des Unternehmens, gegründet. Sie war eine der ersten Fluggesellschaften, die ihre Flugtickets über das Internet verkaufte.

Ryanair bleibt äußerst erfolgreich und damit eine Ausnahmeerscheinung in der Flugbranche

Der Gewinn konnte im 3. Quartal dank niedrigerer Kerosinpreise mehr als verdoppelt werden. Es wurde ein Überschuss von 103 Mio€ erzielt. Die Zahl der Fluggäste stieg um 1/5 auf 24,9 Mio. Infolge der Anschläge von Paris wurden die Ticketpreise verstärkt gesenkt (1% auf 40€ pro Ticket im Schnitt), sodass die Umsätze „nur“ um 17% zulegten.

Die Preissenkungen wurden durch die niedrigeren Stückkosten (5%) überkompensiert. Bemerkenswert, da der Konzern verstärkt auch größere Flughäfen mit höheren Gebühren ansteuert.

Ryanair arbeitet kontinuierlich daran, seinen Wettbewerbsvorteil als Billiganbieter auszubauen und Kosteneinsparungen an seine Kunden weiterzugeben

Für das 4. Quartal sollen die Preise um weitere 6% gesenkt werden, um das Passagierwachstum zu beschleunigen (+26% anvisiert). Mit 106 Mio Passagieren im Gesamtjahr wird ein neuer Rekord angepeilt. Der Gewinn soll am oberen Ende der Spanne von 1,17 bis 1,22 Mrd€ liegen. Die Aktionäre werden über ein weiteres Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 800 Mio € am Erfolg der Airline beteiligt. Damit hat das Unternehmen in den vergangenen 8 Jahren über 4 Mrd€ an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Ryanairs Geschäftsmodell überzeugt uns. Branchenweit niedrigste Preise, hohe Kapazitätsauslastungen und Umschlagszahlen sowie Rekordwerte bei der Pünktlichkeit machen es der Konkurrenz schwer. Der Konzern baut seine Basen und das Streckennetz kontinuierlich aus. Mit einem KGV von 13 ist die Aktie attraktiv bewert.

Unternehmensporträt

Die irische Ryanair ist Europas größte Billigfluglinie mit täglich über 1.800 Flügen durch 31 Länder. Die Gesellschaft verfügt über eine Flotte von 330 Boeing-Maschinen des Typs 737. Im vergangenen Jahr sind erstmals mehr als 100 Mio Passagiere befördert worden.

29. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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