Ebay-Aktie: Onlinehändler setzt Höhenflug nach starken Zahlen fort

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Ebay-Aktie: Auktionshauspionier zurück in der Erfolgsspur. Lesen Sie, warum sich der Internetspezialist von Paypal trennen wird (Foto: George Sheldon / Shutterstock.com)

Über viele Jahre profitierte das Auktionshaus Ebay von seiner stark wachsenden Tochtergesellschaft Paypal. Während es im Kerngeschäft mit dem Handel auf der Onlineplattform hakte, explodierten die Geschäfte des Online-Zahlungsabwicklers regelrecht. Kein Wunder, dass sich die Anleger nach der Abspaltung im Sommer 2015 Sorgen um die Zukunft des Internetpioniers machten. Denn die Zeiten als das Auktionshaus mit den bunten Buchstaben zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen gehörte, waren längst vorbei.

Doch mittlerweile hat sich Ebay wieder berappelt. Der Internetpionier lockt wieder mehr Kunden auf seine Webseiten. Vor allem das starke Weihnachtsgeschäft hat zuletzt für kräftigen Rückenwind gesorgt. Die Anleger zeigten sich von den gerade vorgelegten Zahlen begeistert und trieben die Aktie auf ein neues Rekordhoch.  Nach der jüngsten Kursrally ist der Börsenwert des US-Konzerns auf über 44 Milliarden Dollar geklettert.

Ebay im Porträt

Auch wenn Sie Ebay mit Sicherheit kennen und vielleicht selbst schon über die Plattform gehandelt haben, möchte ich Ihnen noch ein paar weitere Informationen liefern. Ebay betreibt weltweit die größte Internet-Tauschbörse und Handelsplattform. Das ursprüngliche Online-Auktionshaus wurde zu einer allgemeinen Handelsplattform weiterentwickelt, auf der gewerbliche wie private Akteure Waren und Dienstleistungen zum Festpreis oder im Auktionsformat austauschen.

Mit weiteren Plattformen wie Half.com, StubHub, Fashion und mobile.de hat sich das Unternehmen in spezifischen Branchen mit vertikalen Shopping-Seiten etabliert. Ebay bietet darüber hinaus maßgeschneiderte E-Commerce-Lösungen für andere Unternehmen an.

Starkes Weihnachtsquartal sorgt für Rückenwind

Ein starkes Weihnachtsgeschäft hat Ebay zum Jahresende ein deutliches Umsatzplus beschert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterten die Erlöse im Schlussquartal immerhin um 9,1% auf 2,61 Milliarden Dollar. Das im kalifornischen San Jose ansässige Unternehmen musste allerdings wegen der US-Steuerreform einen Quartalsverlust von 2,6 Milliarden Dollar verbuchen.

Hier schlug eine Steuerforderung in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar zu Buche. Ohne diesen Sondereffekt sah es aber wesentlich besser aus. Der bereinigte Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg 618 Millionen Dollar (+3%). Damit blieben je Anteilsschein 59 Cent hängen.

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Im Gesamtjahr erreichte der Onlinehändler eine Umsatzsteigerung von 7% auf 9,6 Milliarden Dollar. Bei einem bereinigten Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar lag die Gewinnspanne bei 22%.

Zahl der aktiven Käufer nimmt zu

Auch die Entwicklung der Kundenzahlen überraschte die Anlege positiv. So legte die Zahl der aktiven Käufer auf 170 Millionen zu. Das entspricht einem Kundenwachstum von 5%. Insgesamt verkaufte der Konzern auf all seinen Webseiten im vierten Quartal Waren im Gegenwert von 24,43 Milliarden Dollar (+10% im Jahresvergleich).

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich die Konzernführung optimistisch. Für das laufende Quartal erwartet Ebay bis zu 2,61 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im gesamten Geschäftsjahr soll er sich auf bis zu 11,1 Milliarden summieren.

Nach 15 Jahren trennt sich Ebay von Paypal

Unterdessen will Ebay sein Geschäft noch stärker von Paypal trennen. Ab 2020 wird der Online-Marktplatz den Backend-Bezahldienst nicht mehr von PayPal, sondern von dem niederländischen Anbieter Adyen bereitstellen lassen. Konkret bedeutet dies, dass Transaktionen wie die Abrechnung über Kreditkarten dann nicht mehr über PayPal, sondern über Adyen laufen. Die Kunden und Nutzer dürfte das freuen. Denn Adyen unterstützt mehr als 200 Bezahlmöglichkeiten weltweit.

 


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.