Eckert & Ziegler: Aktie des Medizintechnikspezialisten nach starken Zahlen gesucht

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Spezialist für radioaktive Stoffe wird von den Anleger wiederentdeckt. Die Aktie schließt nach starken Zahlen deutlich fester. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Anleger des Medizintechnikunternehmens dürften sich am vergangenen Freitag die Hände gerieben haben. Nach glänzenden Zahlen hob die Aktie um mehr als 10% ab. Damit setzt sich die beeindruckende Kursentwicklung weiter fort. Bereits in 2018 schnitten die Papiere mit einem sagenhaften Plus von beinahe 80% ab und koppelten sich damit vom schwachen Gesamtmarkt (DAX: -18%) komplett ab. Auf Fünfjahressicht liegen Anleger inzwischen gut 250% in der Gewinnzone.

Was sind die Gründe für das fulminante Comeback der Aktie? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven der Berliner Firma und wie schätzen die Analysten momentan das Kurspotenzial des Nischenplayers ein?

Spezialist für radioaktive Komponenten

Die Eckert & Ziegler Gruppe gehört zu den weltweit größten Herstellern für radioaktive Komponenten für medizinische, wissenschaftliche und messtechnische Zwecke. Vorrangig konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Strahlungstechnologien für den Einsatz als Krebs- und Herzheilmittel, wie auch die die nuklearmedizinische Bildgebung. Hauptkunden sind internationale Medizingerätehersteller und Kliniken.

Im Auftrag von Medizingeräteherstellern übernimmt die Gruppe die Entwicklung, Erprobung, Herstellung und Markteinführung neuer, schwach radioaktiver Produkte. Neben medizinischen Komponenten bietet die Eckert & Ziegler AG weltweit auch radioaktive Strahlenquellen für den Einsatz in spezialisierten Messgeräten oder für wissenschaftliche Anwendungen an. Das Leistungsspektrum umfasst die Entwicklung der Produkte und Fertigungstechnologien im Rahmen von Genehmigungsverfahren, Strahlenschutzexpertisen sowie Wissen über Atomrecht und Gefahrgutverordnung.

Eckert & Ziegler meldet Umsatzplus von 22%

Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei dem Strahlenspezialisten Umsätze von 168,7 Millionen Euro durch die Bücher. Das war das höchste Niveau der Firmengeschichte und entsprach einem Anstieg um 22% im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings gab es Gegenwind durch negative Wechselkursentwicklungen von 4,4 Millionen Euro. Um diesen Effekt bereinigt hätte das Umsatzwachstum sogar bei 25% gelegen.

Der Konzernjahresüberschuss kletterte zwar nur um 9,5% auf 16,1 Millionen Euro, erreichte aber auch einen historischen Höchststand. Mit dem Ergebnis wurde auch die höchste Gewinnmarge seit 2009 erzielt. Unter dem Strich blieb damit ein Gewinn von 3,12 Euro je Aktie übrig.

Zukäufe treiben die Geschäfte

Besonders gut lief es dabei in der Sparte Isotope Produkte (+25% auf 112,3 Millionen Euro). In diesem Geschäftsbereich machte sich die Konsolidierung der übernommenen Firma Gamma-Service ebenso positiv bemerkbar wie eine hohe Nachfrage aus dem Energiesektor. Nicht weniger erfreulich war die Entwicklung im Segment Strahlentherapie, wo die starke Nachfrage nach Tumorbestrahlungssystemen und für Rückenwind sorgte. Zugleich sorgte die übernommene WOMED für einen positiven Beitrag.

Das Segment Radiopharma steigerte seine Umsätze um 18% auf 31,5 Mio. EUR. Wachstumstreiber waren im Wesentlichen pharmazeutische Radioisotope.

Dividende wird erhöht

Auf Grund der erfreulichen Entwicklung soll die Dividende um 50% auf 1,2 Euro je Aktie angehoben werden. Für das laufende Jahr zeigt sich die Konzernführung ebenfalls zuversichtlich und erwartet weiteres Wachstum. Beim Umsatz peilen die Berliner die 180 Millionen Euro-Marke an. Gleichzeitig soll sich die Nettogewinnmarge leicht auf 10% verbessern. Das entspräche einem Jahresgewinn von 18 Millionen Euro beziehungsweise einem Ergebnis von 3,50 Euro pro Aktie.

Analyst sieht weiteres Potenzial

Die Aktie ist zuletzt zunehmend ins Interesse der Anleger gerückt, auch wenn der Titel mit einem Börsenwert von 455 Millionen Euro noch zu den kleineren Firmen auf dem Kurszettel gehört. Auf dieser Basis wird der Konzern mit dem 24-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Vor dem Hintergrund des avisierten Umsatzwachstums von 7% und eines geplanten Gewinnanstiegs von 12% ist die Aktie damit kein ausgesprochenes Schnäppchen mehr.

Die Phantasie basiert offenbar auf den mittel- und langfristigen Aussichten bei den pharmazeutischen Radioisotopen, deren Bedeutung in der Medizin spürbar ansteigen dürfte. Auch die Analysten wittern weiteres Potenzial. Zwar wird das Unternehmen nur von einem Institut beobachtet, dieses taxiert den fairen Wert aber auf 110 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau (86 Euro).

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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