EDAG: Weniger Umsatz und Ergebnis im 1. Halbjahr

Der hessische Ingenieur-Dienstleister EDAG leidet unter der Unsicherheit in der Automobil-Branche. Hier die aktuellen Zahlen und mehr: (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der auf die Automobil-Industrie spezialisierte Ingenieur-Dienstleister EDAG hat heute seine Zahlen für das 1. Halbjahr 2017 veröffentlicht:

Er verzeichnete sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum.

Wie die Zahlen für das 1. Halbjahr 2017 und die Prognose für das laufende Jahr genau aussehen, erfahren Sie gleich.

Zunächst aber ein paar Worte zum erst im Dezember 2015 an die Börse gegangenen Unternehmen und dessen Geschäftsmodell:

Geschichte und Geschäftsmodell der EDAG

Im Jahr 1969 gründete Horst Eckard den Konzern Eckard Design in Groß-Zimmern bei Darmstadt.

Dieser wuchs schnell und im Jahr 1992 änderte sich die Rechtsform des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft (AG).

Im Zuge dessen entstand auch der Name EDAG Engineering + Design AG.

Im Jahr 1998 wurde EDAG als 1. Automobil-Zulieferer in den Verband der Automobil-Industrie aufgenommen.

Im Februar 2006 kaufte Lutz Helmig, Eigentümer der Aton GmbH und Gründer der Helios-Kliniken, die EDAG von den Gründerfamilien.

Im Dezember 2015 folgte schließlich der Börsengang. Im Zuge dessen wurde der Sitz im November 2015 in die Schweiz verlegt.

Denn das schweizerische System des Verwaltungsrates lässt einen stärkeren Einfluss des Großaktionärs Aton zu als der deutsche Aufsichtsrat.

Die EDAG ist in den folgenden Bereichen tätig:

  • Produkt-Entwicklung,
  • Produktionsanlagen-Entwicklung,
  • Anlagenbau
  • und Kleinserien-Fertigung

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Zudem gilt man als weltweit größter unabhängiger Entwicklungs-Partner der Automobil- und Luftfahrt-Industrie.

Aktuelle Zahlen

Kommen wir jetzt zu den bereits angesprochenen aktuellen Halbjahres-Zahlen:

Der Umsatz lag in den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres bei 351,4 Mio. € nach 362,6 Mio. € im Vorjahr.

Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) lag nach 22,5 Mio. € im Vorjahres-Zeitraum bei nur 14,2 Mio. €. Damit gab das Ergebnis deutlich stärker nach als der Umsatz.

Ausschlaggebend für die nicht zufriedenstellende operative Entwicklung waren nach Angaben des Unternehmens verzögerte Auftrags-Vergaben und anhaltender Preisdruck.

Zudem wurde das Ergebnis von Einmal-Effekten – insbesondere der Neuausrichtung der Personal-Struktur und erhöhten Anlaufkosten für Projekte in Mexiko – belastet.

Es gibt jedoch auch einen Lichtblick: den Cash-flow (Mittelzufluss).

Dieser lag operativ nach den ersten 6 Monaten dieses Jahres bei +4,7 Mio. € (nach -9 Mio. im Vorjahr). Auch der freie Cash-flow konnte verbessert werden (von -25,5 auf -9,7 Mio. €).

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr wird von einer positiven Umsatz-Entwicklung ausgegangen. Hierzu sollen auch die jüngsten Zukäufe in Schweden und den USA beitragen.

Mut macht zudem der über dem Vorjahreswert liegende Auftrags-Bestand von 361,2 Mio. € (Vorjahr: 339,4 Mio. €).

Insgesamt rechnet das EDAG-Management für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz-Plus von bis zu 5% und einer bereinigten operativen Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) von 4 – 6%.

Sollten die Ziele erreicht oder sogar übertroffen werden, kann es für die EDAG-Aktie auch wieder aufwärts gehen

Von den alten Höchstständen bei über 22 € (Februar 2016) ist der Konzern aber dennoch meilenweit entfernt.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.