Edelmetall-Update: Sie sieht`s bei Gold, Silber und Platin aus

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Zuletzt ging es beim Gold massiv nach oben – bis Ende der vergangenen Woche ein kleiner Ausverkauf einsetzte. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

In der Krise sind Edelmetalle eine gute Absicherung- doch aktuell gilt das hauptsächlich für Gold. Sowohl Silber als auch Platin laufen der guten Entwicklung beim Gold zum Teil deutlich hinterher. Was dahinter steckt, möchte ich Ihnen in diesem Artikel näher vorstellen.

So gibt es gleich verschiedene Kennzahlen mit denen man die schwächere Performance beim Silber erkenne kann. Ganz einfach ist natürlich der direkte Vergleich der Wertentwicklung beim Silber und Gold. Auf Sicht von 12 Monaten hat Gold um fast 25% zugelegt – beim Silber sind es immerhin noch 11%.

Viel aufschlussreicher sind aber die kürzeren Zeiträume. Hier hat zuletzt eben auch die Coronakrise ihre Wirkung gezeigt. Seit dem Jahresanfang steht der Goldpreis noch mit 5% im Plus. Silber weist hingegen einen Verlust von knapp 6% auf. Das ist schon ein massiver Unterschied.

Gold-Silber-Rate mit knapp 95 so hoch wie seit 5 Jahren nicht mehr

Die schwächere Silberentwicklung zeigt sich im Übrigen auch bei der so wichtigen Gold-Silber-Rate die zuletzt fast den Wert von 95 erreicht hat. Diese Verhältniszahlgibt an, wie viele Unzen Silber notwendig sind, um eine Unze Gold zu kaufen. Mit dem aktuellen Niveau steht die Rate so hoch wie seit 5 Jahren nicht mehr. Doch das ist auch ein positives Signal und hat in der Vergangenheit schon mehrfach den Preis gestützt – nach dem er so abgestürzt war.

Die schwache Performance beim Silber lässt sich auch aus den wichtigen Anwendungen im Industriebereich erklären: Silber ist eine Mischung aus Industriemetall und Edelmetall. Wegen der positiven Eigenschaften wie der guten Leitfähigkeit wird Silber auch in vielen modernen Produkten wie Elektromotoren oder auch Windrädern eingesetzt.

Ähnlich ist es beim Platin. Auch hier hinkt der Preis dem Goldpreis deutlich hinterher. Auf Sicht von 12 Monaten bringt es Platin nur auf einen minimalen Zuwachs von 2% – Gold hat hingegen fast 25% zugelegt. Und seit Anfang 2020 hat auch Gold wieder deutlich die Nase vorn mit dem Plus von 5% gegenüber dem Platin-Verlust von annähernd 11%.

Bei Platin ist die Schwäche auch nicht kurzfristig anzusehen. Hier ist es doch eher eine strukturelle Krise, weil ein Haupteinsatzgebiet von Platin die Abgaskatalysatoren von Diesel-Fahrzeugen sind. Selbst wenn die Dieselkrise abgeklungen ist, so steht derzeit die gesamte Autoindustrie unter Druck, weil selbst in Wachstumsmärkten wie China zuletzt die Zahl der Neuzulassungen deutlich gesunken ist.

Hier sehen Sie deutlich: Als Krisenschutz ist vor allem Gold sinnvoll. Was Sie bei diesem Edelmetall beachten müssen, erkläre ich Ihnen regelmäßig an dieser Stelle.

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Heiko Böhmer
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