Edelmetalle 2018: Der große Preisschub wird wohl ausbleiben

Experten von JPMorgan vorsichtig optimistisch: Für 2018 erwarten sie einen leichten Anstieg beim Gold und stärkere Zuwächse beim Silber. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Nun ist das Jahr fast zu Ende und es stellt sich eine wichtige Frage: Wie sollten Sie sich als Rohstoff-Investor für das Jahr 2018 positionieren?

Fast täglich erreichen mich neue Prognosen zur Entwicklung der Rohstoffmärkte im nächsten Jahr.

Analyse von JPMorgan

Eine sehr spannende Analyse habe ich jetzt aus den USA von JPMorgan erhalten: Derzeit schätzen die Experten den Markt eher als schwach ein und empfehlen Short-Positionen auf Gold.

Diese Empfehlung hat JPMorgan schon seit dem Spätsommer des laufenden Jahres und wird die Positionen nach eigenen Angaben bis ins neue Jahr fortsetzen.

Doch das scheint nicht viel mehr als eine Momentaufnahme zu sein. Gerade in der 2. Jahreshälfte 2018 erwarten die Experten von JPMorgan deutliche Zuwächse bei den Edelmetall-Preisen.

Denn insgesamt soll der durchschnittliche Jahres-Preis bei nicht mehr als 1.292 Dollar pro Feinunze liegen.

Die positiven Effekte ergeben sich aber in der 2. Jahreshälfte, in der mit einem durchschnittlichen Goldpreis von 1.340 Dollar gerechnet wird.

Die entscheidende Rolle spielen einmal mehr die Währungshüter der US-Notenbank Fed. Hier stellt sich eben die Frage, wie oft im kommenden Jahr die Zinsen erhöht werden.

Laut JPMorgan sind in den kommenden 12 Monaten bis zu 5 Zinsschritte der US-Notenbank möglich – keine Frage: Das ist auf jeden Fall eine extreme Schätzung!

Zu viele Zins-Erhöhungen können 2018 die US-Konjunktur belasten

Doch sollte das Tempo der Zins-Erhöhungen tatsächlich massiv steigen, wären größere Auswirkungen auf die jetzt schon sehr lange im Aufwärtstrend befindliche US-Konjunktur durchaus wahrscheinlich.

Im Mai 2018 läuft der Aufwärtstrend der US-Konjunktur schon so lange, dass die insgesamt zweitlängste Expansions-Phase der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt erreicht wird.

Insofern ist es wirklich spannend zu sehen, wie sich die einzelnen Edelmetallmärkte in einem Umfeld mit steigenden Zinsen entwickeln.

Wie bei vielen anderen Prognosen auch, trauen die Experten von JPMorgan Silber einen größeren Preiszuwachs im kommenden Jahr zu.

Das liegt an der traditionell höheren Schwankungsbreite der Silberpreise.

Gerade in Phasen einer positiven Preis-Entwicklung beim Gold ist es Silber immer wieder gelungen, hier deutlich besser abzuschneiden.

Fazit und Ausblick

Genau diese Entwicklung sehen die Experten auch für das kommende Jahr.

Eines machen mir die Zahlen auch deutlich: Den großen Preisschub erwarten die Experten von JPMorgan auf jeden Fall nicht.

Ein Jahres-Durchschnitt Preis von 1.294 Dollar liegt nur leicht über dem aktuellen Preisniveau von 1.275 Dollar pro Unze.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.