Edelmetalle glänzen: Was machen eigentlich Gold und Silber?

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Silber hatte dank Corona eine starke Rallye. Das Tief dieses Jahr lag unter 12 US-Dollar. Hoch ging es dann im Juli bis auf fast 30 US-Dollar. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Gold hat dieses Jahr eine beeindruckende Strecke hingelegt. Natürlich haben die Sorge um Corona und die Geldschwemme der Notenbanken geholfen. Doch selbst, wenn wir uns die Strecke seit 2016 anschauen, geht es eindeutig nach oben.

Goldchart 2016 bis 2020

Hier sehen Sie den Wochenchart von Gold. Die Phase 2016 bis 2019 war seitwärts. Positiv war dabei lediglich, dass wir 2016 das Tief ausbilden konnten. Die 1.046 US-Dollar wurden seitdem nicht mehr unterschritten.

Jetzt ging es hoch hinaus. 2.075 US-Dollar war das Limit bisher. Nicht nur Jahreshoch, sondern sogar Allzeithoch. Doch danach ging den Gold-Bullen etwas die Puste aus. Einen perfekten Rücksetzer bis auf 1.832 US-Dollar haben wir leider nicht geschafft. Dort liegt das 23,6er Fibonacci Retracement. Im Idealfall wären wir dort gelandet und von diesem Bereich wieder nach oben gekauft worden.

Insofern ist dieser Punkt immer noch ein möglicher Rücklauf. Tiefer ginge auch. Abgesehen davon, baut Gold momentan leider nur tiefere Hochs aus. Das schauen wir uns im Tageschart noch einmal näher an.

Gold im Tageschart: Diese Linie muss brechen

Wir sehen ganz deutlich, dass es momentan beständig abwärts geht. Die gute Nachricht daran: Gold kann diese Trendlinie durchbrechen und dann wieder steigen.

Denn auf der Unterseite liegt inzwischen mehrfacher Support bei etwa 1.850 US-Dollar. Wir nähern uns diesem Bereich mit jedem Tag. Vor einem Monat lag die lila Trendlinie noch etwa 50 US-Dollar höher. Heute haben wir den Kontakt bei 1.930 US-Dollar gemacht. Es könnte jetzt also maximal 80 US-Dollar nach unten gehen, bis wir in die Unterstützung laufen. Oder wir brechen bald nach oben durch. Das wäre natürlich wünschenswert.

Wenn der Durchbruch nach oben kommt, wären dienächsten Ziele im Bereich 2.016 US-Dollar! Dort ging der aktuelle Abwärtstrend los, beziehungsweise startet hier die derzeitige Trendlinie. Ob wir dieses Jahr noch ein neues Allzeithoch machen bezweifele ich. Klar, es kann schnell gehen. Kommt jetzt Corona noch einmal mit dem 2. Lockdown und weltweiter Panik – alles ist möglich.

Dennoch glaube ich, dass weder Corona noch die US-Wahl Gold in diesem Jahr auf neue Allzeithochs schieben kann. Dafür haben wir dann das nächste Jahr noch Zeit.

Silber im Wochenchart 2020

Silber hatte dank Corona auch eine starke Rallye. Das Tief dieses Jahr lag unter 12 US-Dollar. Hoch ging es dann im Juli bis auf fast 30 US-Dollar.

Doch das war es auch schon wieder mit Silber. Es hinkt ganz eindeutig hinter Gold her. Jetzt kann man sich das Anleger aber durchaus schönreden. Schließlich hat Silber dadurch enormes Aufholpotential. Nur weil das Potential vorhanden ist, muss es aber nicht passieren.

Ja, es gibt das historische Gold-Silber-Ratio, also das Verhältnis wie viele Silberunzen im Durchschnitt eine Goldunze kostet. Doch es hilft alles nichts, wenn die Gesetze des Geld ausgedehnt werden und die Notenbanken ihr eigenes Spiel machen. Da können wir jetzt sehen, dass die aktuellen Werte des Ratios zeigen, wie sehr Silber von diesem Durchschnitt entfernt ist und eigentlich aufholen muss. Doch das ist noch keine Garantie dafür.

Wenn Sie sich mit Edelmetallen absichern wollen, gehen Sie also nicht all-in bei Silber. Gold sollte auf jeden Fall auch beigemischt werden.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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