Edelmetalle sind Schnäppchen und VW wird größter Automobil-Konzern

Totgesagte leben länger – das gilt sowohl für die Edelmetalle als auch für Volkswagen: Während die einen erneut als Schnäppchen gehandelt werden, ist VW zum weltgrößten Autobauer aufgestiegen.

Das magische 90. Perzentil

Wenn es um großen Mengen an Daten geht, hilft oftmals die Wahrscheinlichkeits-Rechnung. Irgendwie müssen Analysten alle Faktoren unter einen Hut bekommen.

Das geht mit Stichproben und Extremwerten von Verteilungen. Hier greift das Perzentil: Das hat eine Skala von 0 – 100 – quasi wie Prozent. Nur werden hier die Extremwerte gefiltert.

Was bringt Ihnen nun dieses Wissen? – Nun, bei den Abbau-Kosten von Edelmetallen wie z. B. Silber ist das 90. Perzentil eine magische Marke.

Denn in der Vergangenheit konnte der Silberpreis oft gedrückt werden.

Ende des Abverkaufs war spätestens das 90. Perzentil der Förderkosten. Diese liegen in den vergangenen 5 Jahren etwa zwischen 14 und 17 US-$ pro Unze.

Einige strategische Anleger sehen demnach Kurse die nahe diesem Wert liegen als optimale Kaufchancen.

Dazu muss auch erwähnt werden, dass der Kurs von Silber selbst in den turbulenten Jahren seit 2008 nie unter das 90. Perzentil gefallen ist, was sich aus Rohstoffsicht auch durchaus logisch erklären lässt:

Die logische Erklärung

Ist das Silber weniger wert, als es im Abbau kostet, pausieren die Minen-Firmen und warten auf bessere Preise. Somit ist dort scheinbar der Boden erreicht.

Aktuell haben beispielsweise Gold und Silber im letzten Quartal von 2016 12 – 15% an Boden verloren. Das ist insofern ungewöhnlich weil andere Rohstoffe wie Kupfer, Zink und Rohöl 10 – 25% zulegen konnten.

Die Grätsche schreit danach korrigiert zu werden.

Insofern sind Edelmetalle momentan ein Schnäppchenkauf – auch oder gerade, weil sich viele Privat-Anleger gedanklich davon verabschiedet haben.

Denn immer wieder kommen Stimmen auf, dass dieser Markt manipuliert wird.

Volkswagen und der Diesel-Skandal

Über einen Mangel an Negativ-Schlagzeilen konnten sich die Wolfsburger wahrlich nicht beschweren. Für deren Kunden war dies aber wohl nur zu viel heiße Luft.

Das Resultat: Weltweit wurden 2016 ganze 10,3 Mio. Fahrzeuge verkauft werden. Das ist ein Plus von 3,8% zum Vorjahr. Toyota – die bisherige Nr. 1 weltweit – wurde damit vom Sockel gestoßen.

Die Aktionäre freut es: In den vergangenen 30 Tagen konnte die Aktie von 134 € auf knapp 150 € klettern (+ 12%).

Insbesondere ist der aktuelle Preisbereich spannend, denn dort klafft eine gigantische Kurslücke im Chart vom September 2015.

VW hat somit die höchsten Kurse seit Beginn der Diesel-Krise erreicht. Zwischen 150 Euro und 160 € befinden sich dennoch mehrere starke Widerstände.

Erst wenn diese Kurse überwunden werden, sind auch wieder Preise wie zu Beginn von 2015 (250 €) realistisch. Bis dahin hat die Aktie maximal 75% Gewinn-Potential.

10. Januar 2017

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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