Edelmetalle starten durch – Preise so hoch wie seit Monaten nicht mehr

Das ging jetzt aber schnell: Gold und Silber legen auch im weiteren Wochenverlauf deutlich zu. Schon am Mittwoch kletterte der Goldpreis mit deutlich über 1.180 Dollar pro Unze auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten. Beim Silber reichte der deutliche Sprung über die 16 Dollar Marke für ein neues 4-Monatshoch.

Ganz aktuell werden die Preise bei den Edelmetallen gleich von verschiedenen Faktoren angetrieben. So erscheinen weiterhin eher schwache Konjunkturdaten aus den USA. Gleichzeitig hat sich die charttechnische Lage bei den Edelmetallen deutlich aufgehellt. Zudem verliert der US-Dollar nach längerer Zeit mal wieder deutlich an Wert.

Dieser Mix an Nachrichten wirkt sich positiv auf die Preise bei den Edelmetallen aus. Bei den Wirtschaftsdaten war jetzt besonders der eher schwache Bericht zu den Einzelhandelsumsätzen in den Vereinigten Staaten entscheidend.

Dabei fiel das Wachstum deutlich schwächer aus als erwartet. Gleichzeitig wurden ältere Daten noch einmal angepasst und auch hier gab es klare negative Überraschungen.

Das wichtige „Beige Book“ der US-Notenbank Fed zeigt zudem eine Abschwächung insbesondere im verarbeitenden Gewerbe der USA an.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wäre wohl kaum mit einer baldigen Zinswende durch die US-Notenbank zu rechnen. Viele Marktteilnehmer interpretieren diese mögliche Fortsetzung der Null-Zinspolitik als positiven Effekt für die Edelmetalle wie Gold und Silber.

Gold-Nachfrage in China zieht wieder an

Doch neben diesen eher indirekten Faktoren zum Goldmarkt gibt es in diesen Tagen auch konkrete Nachrichten vom Edelmetall selbst die positiv stimmen. So erschienen neue Daten aus China wo die physische Nachfrage der Konsumenten nach Gold wieder deutlich angezogen hat.

Auch das ist sicherlich ein positiver Aspekt für die weitere Entwicklung bei den Edelmetallen. China hat sich hier immer mehr zum wichtigsten Nachfragemarkt weltweit entwickelt.

Ein genauerer Blick lohnt sich jedoch auch auf den US-Dollar. Die Vergangenheit hat immer wieder unter Beweis gestellt: Bei einer Dollarschwäche legt der Goldpreis in der Mehrzahl der Fälle zu.

In diesen Tagen erleben wir tatsächlich eine Dollarschwäche am Markt. Immerhin tendiert der US-Dollar Index schon seit drei Wochen schwächer. Dieser Index gibt an, wie sich der US-Dollar zu einem Korb der maßgeblichen weltweiten Währungen entwickelt. Dazu gehören der Euro oder auch der japanische Yen.

Sie sehen einmalmehr: Währungen und Edelmetalle hängen eng zusammen. Das zeigt auch der Blick auf den Goldpreis in Euro. Der hat sich deutlich schwächer entwickelt als der Goldpreis in Dollar.

15. Oktober 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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