Edelmetalle unter Druck: Das steckt dahinter

Gold, Silber und Platin rutschen aktuell ab – doch ein Edelmetall kann das Niveau zumindest halten: Palladium. Hier die Hintergründe dazu: (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Im Wochenverlauf bleiben die Edelmetalle unter Druck. Lesen Sie an dieser Stelle, was dahinter steckt – und v. a. auch, wohin die Reise geht.

Goldpreis auf 4-Monats-Tief – Euro gesellt sich dazu

Das Thema ist auf jeden Fall sehr spannend, denn heute ist beispielsweise der Goldpreis mit weniger als 1.260 Dollar auf den niedrigsten Stand seit 4 Monaten gerutscht.

Dabei gilt das auch für den Euro-Preis, wo Gold die Marke von 1.065 € pro Feinunze erreicht hat – und auch das ist ein 4-Monats-Tief.

Diese Schwäche beim Gold ist schon erstaunlich, denn die geopolitischen Risiken nehmen fast täglich zu.

Jetzt hat US-Präsident Donald Trump auch noch angekündigt Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen. Damit sind neue Ausschreitungen in Israel jetzt sehr wahrscheinlich.

Krisenherde werden an den Finanzmärkten ignoriert

Aber diese Krise oder auch die anderen Krisenherde wie Nordkorea oder Saudi-Arabien sorgen nicht für Verwerfungen an den Finanzmärkten.

Dazu merkt die Commerzbank in einer tagesaktuellen Analyse an: „Die geopolitischen Risiken werden aktuell von den Marktteilnehmern vollkommen ausgeblendet.“

Insofern fehlt auch ein Preistreiber für die Edelmetalle, die in unsicheren Zeiten in allder Regel als Absicherung angesehen werden.

Das Nichtbeachten der Risiken ist ohne Frage ungewöhnlich und kann sich auch in den nächsten Wochen fortsetzen.

Diese Sorglosigkeit zeigt sich auch an den Aktienmärkten:

Auch hier werden die Risiken bei Kursniveaus nahe den Rekordständen von der Masse der Investoren nicht wahrgenommen. Doch gerade in solchen Phasen gilt es wachsam zu bleiben!

Und vielleicht ist es auch eine naheliegende Lösung, einfach einmal nach Alternativen zu Gold im Bereich der Edelmetalle zu schauen.

Die Gruppe der Edelmetalle umfasst schließlich auch noch Silber, Platin und Palladium.

Palladium hält sich auf extrem hohem Niveau

Dabei ist Silber mit einem Preis für die Feinunze von weniger als 16 Dollar derzeit auch sehr schwach.

Platin befindet sich auch im Abwärtstrend – und das spätestens seit Ende November:

Denn damals sackte der Platin-Preis unter die wichtigen Unterstützungen der 100- und 200-Tage-Linie, und jetzt erstmals seit 5 Monate unter die Marke von 900 Dollar.

Da bleibt nur noch Palladium als Ausweg:

Dieses Edelmetall wird eben auch massiv industriell nachgefragt – v. a. in der Auto-Industrie, wo es ein wichtiger Bestandteil von Abgas-Katalysatoren für herkömmliche Benzin-Fahrzeige ist.

Die sind derzeit besonders stark gefragt, weil durch den Diesel-Skandal der Absatz von neuen Diesel-Fahrzeugen, in denen Platin für die Katalysatoren eingesetzt wird, massiv eingebrochen ist.

Zudem ist eine Besserung hier noch nicht in Sicht.

Was wir derzeit bei Platin und Palladium erleben, ist schon besonders:

Aktuell kostet Palladium 100 Dollar mehr als Platin. So etwas ist extrem selten und hat es zuletzt im April 2001 gegeben.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.