EDV-Hardware-Aktien aus der zweiten Reihe

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NetApp und Arista Networks gehören für mich zu den Top-Aktien im Hardwaresegment die von vielen Anlegern leider unentdeckt bleiben. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

NetApp setzte den Wachstumskurs auch im 1.Halbjahr fort und präsentierte überzeugende Zahlen.

Die Produktverkäufe legten mit einem Plus von 15,7% auf 1,8 Mrd. $ erneut zweistellig zu. Obwohl das Geschäft mit Software und Services nur leicht über dem Vorjahresniveau lag gelang es NetApp, den Gesamtumsatz um 9,3% auf 2,99 Mrd. $ zu steigern. Während sich die Absatzkosten stabil entwickelten, wurde mehr Geld für Forschung und Entwicklung in die Hand genommen. Die Umstrukturierungskosten schlugen mit 19 Mio. $ zu Buche. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte dennoch um 51,7% auf 540 Mio. $ zu.

Dividende wurde verdoppelt

Aufgrund der deutlich niedrigeren Steuerquote und höheren Sondererlösen kletterte der Gewinn pro Aktie um 78,2% auf 1,96 $. Das Management lässt die Aktionäre an der positiven Entwicklung teilhaben und verdoppelte die Dividende auf 0,80 $ pro Aktie. Auch der Ausblick auf das 3. Quartal verspricht weiteres Wachstum. Ein Grund dafür ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSVG).

Denn mit steigender Nachfrage nach Cloud-Lösungen nimmt auch die Komplexität der Datenregulierung zu. NetApp stellte auf der NetApp Insight Barcelona 2018 neue Datenservices vor, die mit den führenden Cloud-Applikationen kompatibel sind und sich auf das Datenschutzthema spezialisieren. Darüber hinaus wurden die Microsoft Azure NetApp Anwendung, wie auch die Backup Services für die Google und Salesforce Cloud überarbeitet.

NetApp ist optimal für weiteres Wachstum aufgestellt und stellte die schnelle Reaktionszeit bei Themen wie der DSVG unter Beweis.

Unternehmensporträt

NetApp (früher: Network Appliance) ist ein weltweit führender Anbieter von Network Attached Solutions (NAS)-Produkten. NAS-Produkte werden an bestehende Netzwerke angeschlossen, um die Speicherkapazität kostengünstig zu erweitern. Zum Kundenkreis gehören Internet-, Telekommunikations- und Technologieunternehmen, die große Datenspeicherkapazitäten verwalten und ein Höchstmaß an Ausfallsicherheit benötigen.

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Arista Networks präsentierte starke Zahlen für die ersten 9 Monate

Während der Umsatz um 30,4% auf 1,3 Mrd. $ zulegte, kletterte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 46,5% auf 484,7 Mio. $. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich um 4 Prozentpunkte auf 36,2% und liegt damit über dem Branchendurchschnitt. Vor allem die Service-Sparte boomt mit einem Plus von 42,6% auf 217,8 Mio. $.

Im 3. Quartal einigte sich Arista mit Cisco nach einem langjährigen Patentstreit. 2014 hat Cisco Arista vorgeworfen, Cisco-Patente verletzt zu haben. 2016 wurde Arista schuldig gesprochen, gegen drei Patente verstoßen zu haben. Im Gegenzug brachte Arista eine Klage beim Kartellgericht gegen Cisco ein. Nach insgesamt über 4 Jahren stimmten nun beide Unternehmen einer außergerichtlichen Einigung zu. Arista und Cisco ziehen ihre Klagen zurück und einigten sich auf einen 5-jährigen Waffenstillstand.

In dieser Periode muss Arista Teile von Produkten, die gegen Patente verstoßen, gegen hauseigene Lösungen austauschen. Im Gegenzug hat Arista im August 2018 eine Entschädigungszahlung in Höhe von 400 Mio. $ an Cisco überwiesen. Weitere 5 Mio. $ fielen für Rechts- und Beratungskosten an. Als Folge dieser Einmalbelastung brach das Ergebnis vor Steuern um 72,9% auf 90,3 Mio. $ ein.

Dank einer Steuergutschrift konnte der negative Effekt etwas abgefedert werden. Unterm Strich ging der Gewinn pro Aktie um 51,9% auf 1,95 $ zurück. Auch der Cashflow nahm aufgrund der Cisco-Zahlung um 53,7% auf 207,3 Mio. $ ab.

Unternehmensporträt

Arista Networks hat sich für das Zeitalter des Cloud- und Echtzeit-Computing positioniert. Kernprodukt sind extrem leistungsfähige Hochgeschwindigkeits-Netzwerk-Switches, so etwas wie Schaltstellen auf Datenautobahnen für Großrechneranlagen. Kronjuwel ist das auf Linux basierende offene Betriebssystem EOS.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.