Eigenkapitalforum Frankfurt: Takkt und USU setzen auf Übernahmen

Auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt werden die aktuellen Geschäfts-Strategien deutscher Mittelstands-Unternehmen vorgestellt: (Foto: terekhov igor / shutterstock.com)

Seit heute Morgen findet im Frankfurter Sheraton Hotel das deutsche Eigenkapitalforum statt.

Verschiedene deutsche Mittelstands-Firmen stellen einem interessierten Publikum aus Analysten, Investoren und Presse-Vertretern ihre Geschäfts-Modelle und die aktuelle Geschäfts-Entwicklung vor.

Der Übernahme-Sensor ist selbstverständlich vor Ort, um sich über die aktuellen Strategien der Unternehmen zu informieren.

Wer setzt auf eine Übernahme zur Geschäfts-Erweiterung? Wer sieht sich selbst als Übernahme-Ziel? Und wie steht es um laufende Deals?

Takkt: Übernahmen sollen Wachstum um jährlich 5% ankurbeln

Früh kam das Thema Übernahme zur Sprache.

Bereits bei der ersten Präsentation des auf Geschäftskunden ausgerichteten Versand-Händlers Takkt zeigte sich, dass Übernahmen auf der Agenda stehen.

Takkt stellte die „Vision 2020“ vor, die eine Digitalisierungs-Offensive vorsieht und das Ziel hat, den Umsatz im Online-Handel zu verdoppeln.

In „absehbarer Zeit“ werde das Unternehmen zudem zukaufen. Besonders Ziele mit starker Positionierung in attraktiven Nischen will sich Takkt einverleiben.

Durch Übernahmen soll dann das jährliche Wachstum im Schnitt um 5% angekurbelt werden.

Deutsche Börse: Fusion mit der LSE bringt 700 Mio. € Synergien mit sich

Während Takkt noch auf der Suche nach passenden Zielen ist, ist die Deutsche Börse da schon ein Stück weiter.

Der Börsen-Betreiber hat bereits den Zusammenschluss mit der Londoner Börse in die Wege geleitet.

Ziel des Deals ist es, den aufstrebenden Konkurrenten besser begegnen zu können. Das geht am einfachsten, wenn man effizienter wird – und daher der Deal mit den Londonern.

Der IR-Chef Jan Strecker erklärte, dass die Kosten-Synergien bei 450 Mio. € liegen. 250 Mio. € kommen noch an Umsatz-Synergien hinzu.

Planmäßig soll die Übernahme im Mai/Juni 2017 abgeschlossen sein. Sollte das Zeitfenster nicht eingehalten werden können, ist der Deal vom Tisch.

DB AG: Erfolgreicher Übernehmer mit Kursverdoppler in 5 Jahren

Das Thema Übernahme ist natürlich bei kaum einem Unternehmen größer als bei der Deutsche Beteiligungs AG.

Takkt: 2. Quartal deutlich besser als VorquartalDas SDax-Unternehmen Takkt schwächelte im 1. Quartal dieses Jahres, legte aber im 2. Quartal eine Schippe drauf. › mehr lesen

Das Unternehmen ist seit über 30 Jahren auf ständiger Übernahme-Suche – und zeigt sich dabei sehr erfolgreich. Vielleicht liegt es daran, dass die DBAG sich keine Restrukturierungs-fälle ins Haus holt.

Die Erfolgsstory hat das Unternehmen ordentlich wachsen lassen: Nachdem der DB AG Funds VI bereits 700 Mio. € schwer war, knackte der Fonds VII die Milliarden-Grenze.

Sobald der 11. und letzte Übernahme-Kandidat für den 6er-Fonds gefunden ist, soll es dann mit dem Milliarden-Fonds losgehen.

Ebenso erfolgreich wie die Fonds- und Geschäfts-Entwicklung hat sich auch die Aktie der Private Equity-Gesellschaft entwickelt. Wer vor 5 Jahren einstieg, hat sein Kapital verdoppelt.

USU: Übernahme-Ziel darf nicht zu teuer sein und muss passen

Auch beim IT-Lösungs-Anbieter USU Software gehören Übernahmen zur Geschäfts-Strategie.

Das Unternehmen hat zwar in diesem Jahr noch keinen Deal eingefädelt, doch wäre eine zeitnahe Übernahme auch keine Überraschung.

Der Unternehmens-Chef Bernhard Oberschmidt, dass man sich regelmäßig passende Ziele anschaut.

Diese müssen dann aber auch ins Portfolio sowie zur Unternehmens-Kultur passen und dürfen nicht zu teuer sein. Die Preise beurteilte er aktuell als hoch.

Deswegen muss genau überlegt werden, ob man zukauft. Nach mehreren erfolgreichen Deals will man sich den Track Record nicht kaputt machen.

Tag 2 bleibt übernahmerelevant

Morgen geht es mit Unternehmens-Präsentationen und Einzelgesprächen auf dem Eigenkapitalforum weiter.

Mit Manz, Grammer, SLM, Pfeiffer Vacuum und anderen bleibt es für Übernahme-Interessierte hochinteressant.

Wie beurteilt SLM die Geschäfts-Perspektive nach der gescheiterten Übernahme durch GE?

Was denken Pfeiffer Vacuum und Grammer über die großen Beteiligungen von direkten Konkurrenten?

Wie beurteilt Manz die ersten Monate nach dem Einstieg von Shanghai Electric und wie könnte es mit der Partnerschaft in 2017 weitergehen?

Alle wichtigen Neuigkeiten zu den Unternehmen erfahren Sie morgen wieder hier an dieser Stelle.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.