Ein ehemaliger Börsenliebling kehrt zurück

Der einstige Börsenliebling Repower kehrt unter neuem Namen zurück an die Börse. Der deutsche Windkraftanlagenhersteller, der im Jahr 2001 unter dem Namen Repower gegründet und inzwischen in Senvion umbenannt wurde, kehrt Mitte dieses Monats an die Börse zurück.

Bevor Sie gleich die Details zum Börsencomeback erfahren, möchte ich Ihnen noch ein paar Hintergrundinformationen mit auf den Weg geben und Ihnen dabei insbesondere erklären, warum Repower inzwischen Senvion heißt und warum das Unternehmen zwischenzeitlich von der Börse genommen wurde und jetzt wieder zurück an die Börse geht.

Die Geschichte von Repower bzw. Senvion

Die Repower Systems AG entstand im Jahr 2001 aus der Fusion der Unternehmen Jacobs Energie, Brandenburgischen Wind- und Umwelttechnologien GmbH (BWU), pro + pro Energiesysteme GmbH & Co. KG sowie Denker & Wulf. Im März 2002 ging Repower schließlich an die Börse.

Am 22. Januar 2007 veröffentlichte der damals größte Aktionär von Repower, der französische Atomenergiekonzern Areva, ein Übernahmeangebot, um in den Besitz von mindestens 50% der Repower-Aktien zu kommen. Daraufhin konterte am 9. Februar 2007 der indische Windenergiekonzern Suzlon Energy mit Unterstützung der portugiesischen Martifer Group mit einem Gegenangebot.

In der Folge entstand eine regelrechte Bieterschlacht zwischen dem französischen Atomenergiekonzern Areva und dem indischen Windenergiekonzern Suzlon.

Der Preis für die Repower-Aktien wurde im Zuge der Bieterschlacht von 105 auf 150 Euro je Aktie hochgetrieben. Schließlich machten die Inder das Rennen und schluckten Repower für 1,3 Mrd. Euro. Im Jahr 2011 wurden die verbliebenen Aktionäre herausgekauft und Repower verschwand von der Börse.

Wegen finanzieller Schwierigkeiten verkauften die Inder Anfang 2015 den Windkraftanlagenhersteller an die Investmentgesellschaften Centerbridge und Arpwood für rund 1 Mrd. Euro.

Jetzt soll der Repower-Nachfolger Senvion, der im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 2 Mrd. Euro und einen operativen Gewinn (EBIT) vor Sonderposten in Höhe von 154 Mio. Euro erzielt hat, wieder an die Börse gebracht werden.

Die Details zum anstehenden Börsencomeback

Das Unternehmen teilte am heutigen Montag mit, dass die Preisspanne für Senvion-Aktien auf 20 bis 23,50 Euro festgelegt worden sei und dass die Zeichnungsfrist für die Platzierung voraussichtlich am 17 März ende. Einen Tag später soll der Repower-Nachfolger Senvion an der Börse gehandelt werden.

Es sollen insgesamt 29,9 Mio. Aktien verkauft werden. Bei vollständiger Platzierung (also wenn alle Aktien an den Mann bzw. die Frau gebracht werden können) bedeutet das einen Streubesitz von 46%.

Im Rahmen der Platzierung sollen bestehende Aktien an institutionelle Investoren verkauft werden. Dabei wollen sich die bisherigen Eigentümer (die beiden Investmentgesellschaften Arpwood und Centerbridge) in einem ersten Schritt von eigenen Anteilen trennen. Später sei auch die Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung von weiterem Wachstum möglich, hieß es.

Jürgen Geißinger, Vorstands-Chef von Senvion, äußerte sich wie folgt: „Der Zugang zu den Kapitalmärkten wird unseren Wachstumskurs unterstützen und unser globales Unternehmensprofil weiter schärfen.“

Empfehlung: Greifen Sie nicht direkt beim Börsengang zu

Ich persönlich halte mich bei Neuemissionen fast immer zunächst zurück, denn ich möchte erst sehen, wie sich ein Unternehmen an der Börse entwickelt, bevor ich über einen Einstieg nachdenke.

Daher mein abschließender Rat an Sie: Greifen Sie nicht direkt zu, wenn ein Unternehmen an die Börse geht. Nach Vorlage der ersten Zahlen können Sie überprüfen, ob die optimistischen Prognosen, die beim Börsengang frisches Geld anziehen sollten, auch erfüllt wurden.

7. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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