Alaska Air: Ein Eisvogel fliegt allen davon

Airlines sind langweilig oder sehr riskant? – Diese Vorurteile stimmen nicht, wenn man in die Nische blickt. Ein Beispiel dafür: Alaska Air. (Foto: Dawid Lech / Shutterstock.com)

Fliegen Sie gerne in die Sonne? – Dann sagen Ihnen bestimmt Condor, Ryanair oder auch die großen Airlines wie Lufthansa oder AirFranceKLM etwas.

Doch manche Fluglinien klingen so gar nicht nach Sonne, beispielsweise Anbieter aus Skandinavien. Dennoch gibt es bei diesen mitunter guten Service zum attraktiven Preis.

Eine Fluglinie, die exotisch klingt und auf deutschen Flughäfen eher selten anzutreffen ist, ist Alaska Air. In den USA sehr bekannt, mischt die Airline die Branche auf.

Wir erklären Ihnen, was wir davon halten.

Alaska Air im Kurzportrait

Die Alaska Air Group ist die Holding für die Billigfluggesellschaften Alaska Airlines, Virgin America und Horizon Air.

Es werden rund 118 Ziele in den USA, Kanada, Mexiko, Cuba und Costa Rica angeflogen.

2016 wurden 40 Mio. Passagiere transportiert.

Durch die Übernahme von Virgin America ist Alaska Air zur fünftgrößten Fluggesellschaft der USA aufgestiegen.

VirginAmerica gehört zu Alaska Air

Alaska Air hat seine Umsätze und Passagierzahlen nach der Übernahme von Virgin America Ende letzten Jahres deutlich steigern können.

Der Umsatz erhöhte sich aufgrund des höheren Passagier-Aufkommens um 35,5%.

Die Ertragskraft konnte von der Übernahme bis jetzt nicht profitieren. CEO Brad Tilden räumte operative Herausforderungen ein.

Dem Konzern ist es nicht gelungen, die Stückkosten wie gewohnt zu reduzieren, und die Ticketpreise sind in dem anspruchsvollen Marktumfeld in den USA weiter gesunken.

Neben den höheren Kerosin-Kosten und den einmaligen akquisitionsbedingten Aufwendungen lagen eine Reihe weiterer Kosten-Positionen deutlich über dem Umsatz-Wachstum:

  • Lande-Gebühren,
  • Flugzeug-Miete,
  • Marketing-Ausgaben
  • und Getränke-Service.

Welcher Prozentsatz übernahmebedingt war, wurde nicht aufgeschlüsselt.

Eine wichtige Entscheidung wurde vom Management frühzeitig getroffen: Virgin wird nicht als eigenständige Marke fortgeführt.

Der Schritt wurde damit begründet, dass die Konsistenz- und Effizienz-Fortschritte nur unter einer Marke möglich wären, um weiterhin die günstigen Flugpreise garantieren zu können.

Die Kunden sind zufrieden

Die Kunden bescheinigen der Airline weiterhin gute Leistungen.

Gemäß J.D. Power hat Alaska das 10. Jahr in Folge den Spitzenplatz bei der Kunden-Zufriedenheit unter den traditionellen Carriern inne.

Travel + Leisure wählte Virgin als beste Airline in Nordamerika und bei Tripadvisors Travellers‘ Choice landete man unter den Low-Cost-Carriern auf Platz 2.

Fazit

Es bleibt abzuwarten, ob Alaska Air die Kosten-Strukturen in den Griff bekommt und die Ertragskraft stärken kann.

Die Aktie ist noch immer sehr gut, aber nicht mehr länger absolute Spitze. Rücksetzer sind trotzdem Gelegenheiten. Bleiben sie bei Alaska Air also am Ball!

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.