Ein EU-Superstaat bringt Streit und Zwietracht

Ein EU-Superstaat bringt Streit und bedeutet Zwietracht. Hier erfahren Sie, weshalb. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Wenn die Vereinigten Staaten von Europa (man könnte sie als EUdSSR bezeichnen) kommen, so wie es beispielsweise SPD-Chef Martin Schulz und andere fordern, dann drohen den demokratisch verfassten Nationalstaaten massive Souveränitätsverluste.

Und zwar durch eine fortschreitende gemeinschaftliche Europäisierung der nationalen Haushaltspolitik (ESM, EZB-Anleihen, Fiskalpakt, Bankenunion unter einheitlicher Aufsicht, gemeinsame Einlagensicherung und Abwicklung, Durchgriffsrechte der EU-Kommission, EU-Finanzminister, EU-Budget etc.).

Verlust der Souveränität bedroht Ihren Wohlstand

Dabei ist Souveränität unteilbar und bedeutet Freiheit, Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Verlieren die Nationalstaaten diese, dann käme das einer Unterwerfung Regierungen an Brüssel gleich.

Wir haben Ihnen zudem aufgezeigt, dass ein EU-Superstaat auch die hiesigen Sozialleistungen und die Infrastruktur bedrohen:

Da die hohen deutschen Sozialstandards teuer sind, könnten weitere finanzielle Verpflichtungen gegenüber einem mächtigen Einheitsstaat rasch zur realen Bedrohung für Ihren Wohlstand werden.

„Sippenhaft“ ist das Ende der Nationalstaaten

Wenn also Martin Schulz und Co. tatsächlich ein Ende der Nationalstaaten herbeiführen wollen, dann müssen sie einer europäischen Schuldensozialisierung, wie sie beispielsweise schon der französische Präsident Emmanuelle Macron gefordert hat, zustimmen.

Diese „Sippenhaft“, diese Vergemeinschaftung der Verbindlichkeiten, dieser Risikotransfer von privaten Gläubigern hin zu EZB und ESM und damit zu den Steuerzahlern, ist die Lunte am Pulverfass.

Denn dies heißt nichts anderes, als dass der deutsche Steuerzahler für die Schulden geradestehen soll, die andere Länder verursachten oder selbst nicht zurückzahlen wollen.

Ein EU-Superstaat bringt Streit und Zwietracht

Auch der frühere Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht das so:

„Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden.“

Und weiter:

„Der im Euro-Raum eingeschlagene Weg zur Haftungsunion, die gegen die Wünsche der Bevölkerung durchgepeitscht wird, führt nicht zu einem Bundesstaat im eigentlichen Sinne des Wortes, also nicht zu einem Bündnis von Gleichen, die sich in freier Entscheidung zusammentun und sich gegenseitig Schutz versprechen.“

Europäischer Bundesstaat oder loses Staatenbündnis?

Glaubt man den Eurokraten, scheint es letztlich nur noch die Wahl zwischen einer vollständigen Integration der nationalen Länder in die Vereinigten Staaten von Europa, also zwischen europäischem Bundesstaat und losem Staatenbündnis, oder dem endgültigen Zerfall der Euro-Zone zu geben.

Ob es die nationalen Politiker angesichts der politischen Lage und der dramatischen sozialen Verschlechterungen in den EU-Krisenländern wagen werden, die Souveränität ihrer Staaten zugunsten eines EU-Molochs aufzugeben, bleibt fraglich.

Heute wissen wir, dass es die Politiker tatsächlich wagen, dem unbedarften Bürger Ihre EUdSSR zu verkaufen.

Schulz, Macron und Co. sind in jüngster Zeit die besten Beispiele dafür.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.