Ein Herz für Start-ups: 2 Milliarden Euro extra vom Bund

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Start-ups stehen in der Krise vor besonderen Herausforderungen. Die Regierung greift ihnen unter die Arme – auch aus Angst vor China. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Keine Frage – Corona trifft nahezu alle Unternehmen. Nur wenige Branchen zählen aktuell zu den Profiteuren der Krise: Dazu zählen Hersteller von Medizintechnikgeräten, Hygieneartikeln und Lebensmitteln. Fast alle anderen Wirtschaftszweige haben mit dem erheblichen Einbruch zu kämpfen, der durch die zahlreichen Kontaktbeschränkungen rund um den Globus verstärkt werden.

Die Luftfahrt- und Tourismusbranche trifft es besonders hart, doch auch sonst herrscht weitgehend Stillstand, Kurzarbeit und Ratlosigkeit. Die Krise trifft Großkonzerne, mittelständische Unternehmen und Kleinstbetriebe gleichermaßen – jedoch nicht im gleichen Ausmaß.

Wer sich die Krise leisten kann

Zwar sind sie alle bestrebt, die finanziellen Hilfen zu nutzen, die die Bundesregierung zuletzt auf den Weg gebracht hat. Doch während die großen Unternehmen, die in den vergangenen Jahren noch Milliardenumsätze eingefahren haben, in der Regel über hinreichende Rücklagen verfügen, um den Ausnahmezustand zu überstehen, geht es für viele lokale oder regionale Kleinbetriebe bereits nach wenigen Wochen um die Existenz.

Die Kleinsten mit bis zu 50 Beschäftigten können neuerdings Direkthilfen beantragen, um ein Ausfallquartal zu überstehen. Im Gegensatz zu Krediten müssen diese nicht zurückgezahlt werden. Ähnliche Unterstützung wünschen sich auch Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern. Für sie sind bislang nur niedrigschwellige Kreditangebote vorgesehen, doch Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat bereits angekündigt, auch hier noch nachzubessern.

Start-ups brauchen Risikokapitalgeber

Zwei Milliarden Euro extra stehen inzwischen zur Verfügung für Start-up-Unternehmen. Die meist noch jungen Gründungen stehen vor ganz anderen Herausforderungen als diejenigen Betriebe, die sich schon über Jahre etablieren konnten.

Start-ups schaffen ihre frühe Phase in der Regel durch risikofreudige Investoren, die Kapital in den Unternehmensaufbau stecken und im Gegenzug häufig Anteile erwerben. Setzt sich eine Geschäftsidee langfristig durch, können sie diese Anteile später gewinnbringend verkaufen. Für die jeweils nächsten Wachstumsrunden und Meilensteine sammeln die Start-ups meist frisches Kapital ein – und genau das wird jetzt zum Problem.

Denn viele Investoren schrecken angesichts der aktuellen Krise vor Risikoinvestments zurück oder müssen zurzeit selbst ihr Kapital zusammenhalten. Kredite sind für Start-ups kaum zu bekommen, da entsprechende Sicherheiten fehlen und eine noch so gute Idee in der Business-Umsetzung am Ende floppen kann.

Abwehr ausländischer Übernahmen

In der jetzigen Krise besteht die Gefahr, dass ausländische Investoren, etwa aus Fernost, die Gunst der Stunde nutzen, um sich in europäische Jungunternehmen einzukaufen und womöglich sogar Mehrheiten zu erwerben. Dadurch gewinnen sie an Einfluss im „Mittelstand der Zukunft“, wie der Bereich oft bezeichnet wird – und können die Firmen im Extremfall sogar irgendwann aus Europa abziehen.

Um genau solche Entwicklungen zu verhindern, hat sich die Bundesregierung in ihrem Maßnahmenpaket speziell für die Unterstützung deutscher Start-ups stark gemacht. Ein kluger Schachzug, denn dadurch werden Know-how und Innovationskraft im Land gehalten, die den Standort nach der Krise wieder stärken können.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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