Ein starkes Kaufsignal

Die Charttechnik ist ein weites Feld. Das fängt schon bei der Darstellung eines Charts an:

Sie können wählen, ob Sie sich einen Kursverlauf mittels

  • Balken,
  • Linien,
  • Kerzen,
  • Kagi,
  • Renko
  • oder Point & Figure

anzeigen lassen möchten.

Auch die Zeitebene können Sie Ihrer Art zu handeln anpassen:

  • Minuten-Charts für den Day-Trader,
  • Tages- und Wochen-Charts für den kurz- bis mittelfristig orientierten Investor
  • oder Monats- und Jahres-Charts für den langfristig ausgerichteten Anleger.

Wenn Sie nun noch die 133 technischen Indikatoren hinzunehmen, dann kann einen Neuling auf dem Gebiet der Charttechnik schnell der Mut verlassen.

Nun, ganz so schlimm ist es nicht:

Fokussieren Sie sich auf das Wesentliche

In den ersten Jahren, in denen ich mich mit der Charttechnik auseinander gesetzt habe, erschien mir jeder neu kennengelernte Indikator als das Nonplusultra – und das erwies sich als ein Problem:

Denn je mehr Indikatoren ich bei der Chart-Analyse einsetzte, umso mehr unterschiedliche Signale erhielt ich auch

So manches erfolgreiche Investment ist mir seinerzeit entgangen, weil ich mich einfach nicht zu einem Kauf durchringen konnte.

Daher habe ich mich irgendwann dazu entschlossen, mich auf wenige Indikatoren zu konzentrieren, die meinen Investment-Stil am besten unterstützen:

Bei der Darstellung der Kursverläufe bevorzuge ich Balken und Kerzen – Linien setze ich ein, um das tägliche Auf und Ab auszublenden.

Da mein Investment-Stil mittel- bis langfristig ausgerichtet ist, schaue ich eher auf die Wochen- und Monats-Charts wegen der übergeordneten Trends.

Tages-Charts nutze ich in aller Regel zum optimalen Timing für Ein- und Ausstieg.

Falls Sie sich intensiver mit der Materie Charttechnik auseinandersetzen möchten, dann empfehle ich Ihnen eine ähnliche Vorgehensweise, die sich an Ihrem persönlichen Investment-Stil orientiert.

Mein Favorit

Eine meiner favorisierten Konstellationen ist der Monats-Balken-Chart mit dem Indikator Relative Stärke Index (RSI):

Die Darstellung als Monats-Chart verschafft Ihnen einen Überblick über die historische Kursentwicklung und zeigt Ihnen die langfristigen Trends einer Aktie oder eines Index.

Den Relative Stärke Index nutze ich eigentlich nie in der eigentlich vorgesehenen Weise, denn:

Dieser Indikator bewegt sich wie der Kursverlauf in Trends. Daher lässt sich der RSI prima mit dem Einzeichnen von Trend-Linien analysieren.

Nasdaq 100: Seit Juli in einem langfristigen Kaufsignal

Das Beste ist jedoch: Der RSI neigt dazu, schon früh – oftmals noch vor dem Kursverlauf selbst – Kauf- und Verkaufs-Signale zu generieren.

Schauen wir dazu einmal gemeinsam auf den Monats-Chart des Nasdaq 100:

nasdaq-100_22-12-2016

Nasdaq 100: Seit Juli in einem langfristigen Kaufsignal!

Brüche der Trends im RSI führen zu Kauf- bzw. Verkaufs-Signalen, die ich Ihnen entsprechend eingezeichnet habe

Sie sehen selbst, wie präzise der 14-Monats-RSI Ihnen die langfristigen Trends angezeigt hat.

In den letzten 14 Jahren gab es danach 2 mehrjährige Aufwärtstrends sowie 2 Phasen von jeweils etwa 1 Jahr, in denen Sie nicht unbedingt investiert sein mussten.

Das Wichtigste an diesem Chart ist indes die Entwicklung der vergangenen 4 Monate: Im Juli hat der RSI seinen Abwärtstrend nach oben verlassen und damit ein langfristiges Kaufsignal ausgebildet!

Die Rallye, die Sie seit November sehen, ist daher erst der Beginn eines neuen Bullen-Marktes!

22. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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